ZWISCHENLAGER für Politik und Geschichte

Aus Schöner Wohnen
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Blick in das frisch eingezogene Archiv im Projekthaus in Mannsdorf (2010)

Das ZWISCHENLAGER für Politik und Geschichte ist ein zeitgeschichtliches Archiv, das Dokumente aus vielen gesellschaftspolitischen Bereichen für die Zukunft aufbewahrt. Dort finden sich spannende Zeugnisse politischer Auseinandersetzungen, aber auch umfangreiche Sammlungen von Hintergrundinformationen zu diversen Themenfeldern. Das ZWISCHENLAGER ist damit auch Grundlage für politische Hintergrundarbeit, Nachrichtenrecherche oder für Nachforschungen zu Studienzwecken.

Ein Archiv sammelt Dokumente der Zeitgeschichte und stellt diese insbesondere zukünftigen Generationen zur Verfügung. Viele Archive haben ganz unterschiedliche Schwerpunkte und Zielgruppen. Das Archivprojekt im Döbelner Projekthaus fokussiert auf den gesellschaftspolitischen Bereich und verfügt über ein breites Spektrum insbesondere ökologischer Themen (Themenarchiv). Inhaltlich ist das Projekt jedoch nicht darauf begrenzt, sondern umfasst auch eine Vielzahl anderer politischer Zeitschriften und Magazine (Zeitschriftenarchiv). Eine spezielle Rubrik ist das Morsleben-Archiv, die größte unabhängige Sammlung von Dokumenten zur Geschichte und Betrieb des Atommüllendlagers Morsleben.

Bis zum selbständigen Betrieb der Bibliothek wird diese vom Archivprojekt mitbetreut und unterliegt dessen Regeln.

Du bist eingeladen das Archiv für Hintergrundrecherchen für Artikel, Projekte, Aktionen und Kampagnen oder auch für Studienarbeiten zu nutzen. Wir bemühen uns die Bestände Schritt für Schritt in einer einfach nutzbaren Weise aufzubereiten. Dazu werden Datenbanken angelegt, Querverweise angefertigt und leicht nachvollziehbare Sortierungen vorgenommen. Ein Archiv macht Arbeit - wir freuen uns über neue Helfer*innen, die das Archiv ausbauen und verbessern. Auch Materialspenden von Büchern über CDs und DVDs, Broschüren, Plakaten bis zu Flugblättern werden immer gebraucht.


Inhaltsübersicht

Selbstdarstellung: Archiv ZWISCHENLAGER für Politik und Geschichte

Das Archiv im Projekthaus umfasst verschiedenste Medien (Bücher, Broschüren, Zeitschriften, Arbeitsmaterialien und CD-Roms). Nach Auflistung und Erfassung aller Medien entsteht eine gut sortierte Bibliothek, in der Mensch sich leicht zurechtfindet.

Ziel ist dabei, die vielseitigen Medien im Haus zu nutzen für Seminare, Projekte oder einfach nur für Leseabende. Die Bandbreite der Themen deckt fast alle Interessen ab und beginnt bei Belletristik, Lyrik, Krimis, Kinder- und Jugendbücher, Fantasy, Abenteuer. Bei der Fachliteratur sind die Themen Natur-, Tier- und Umweltschutz, politische Themen, Geschichte Deutschlands und der Welt, Kunst und Kultur, Globalisierung, Bio-vegan leben, Flucht und Asyl, Antisemitismus, erneuerbare Energien, Vereinsarbeit, Gefahren der Atomenergie nur ein kleiner Auszug aus dem Themenbereich. Es lohnt sich die Bibliothek intensiv zu nutzen und sie für nachfolgende Generationen zu erhalten, um möglichst vielen Menschen, die aktiv ihr Leben gestalten, eine Möglichkeit bieten ihr Wissen zu erweitern und weiter zu geben.

Informationen über das Archiv gibt es online bei DATASPACE. Dort kann Mensch sich im Vorfeld informieren, welche Medien schon erfasst und den Interessen gerecht werden.



Archivüberblick

Das Archiv setzt sich aus unterschiedlichen - zum Teil selbständigen - Bereichen zusammen. Hier entsteht eine Dokumentation politischer Bewegungen, von Diskursen, Publikationen und weiterem Material. Das Archiv wird von politischen Gruppen und Einzelpersonen "gefüttert", die ihre Unterlagen bereitstellen oder extra für das Archiv Publikationen besorgen. Darüberhinaus spenden Verlage und Organisationen aus den Beständen ihrer Publikationen. Die thematische Zuordnung und "Pflege" des Archivs erfolgt durch diejenigen, die es für sich nutzen. Es sollen nicht einzelne Personen für die Erhaltung des Archivs zuständig sein.

  • Flächenbedarf: ca. 50 m², ausbaufähig auf 100 m²
  • Inventar:
    • Themenarchiv: Flugblätter, Broschüren, Hefte, Akten
    • Spezialarchive (z.B. Morsleben-Archiv)
    • Zeitschriften-Archiv
    • Digital-Archive (z.B. Fotos, Audio, Video, weitere Daten)
  • Gratisökonomie-Potential
    • Spendenabos von Zeitschriften und Magazinen
  • Output:
    • Bewerbung des Archivs und der Teilbereiche
    • Online-Datenbank zu Archivbeständen
    • Lesungen, Leseabende, Themenveranstaltungen etc.
    • Archiv-Workshops


Ein Teil der Archivbestände wird von Mitwirkenden am Projekthaus bereitgestellt. So z.B. eine Vielzahl von Materialien des früheren Magdeburger Jugend-Umweltbüros. Weiteres kommt ständig über Zusendungen von anderen Organisationen und über Zeitschriften-Abos hinzu. Im Laufe der Zeit stellen Gruppen und Einzelpersonen selbst angelegte Archive zur Verfügung bzw. werden immer wieder neue Materialien vorbeigebracht.

Beim Aufbau eines Archives ist die größte Herausforderung die Sortierung und Erschließung der Bestände. Ohne die Möglichkeit der Schlagwort-Suche oder eine sehr gut durchschaubare Sortierung ist ein großes Archiv kaum nutzbar. Die wenigsten Menschen haben oder nehmen sich die Zeit, um alles zu durchsuchen, wenn sie eine spezielle Information suchen. Allerdings ist die Pflege solcher Archivdatenbanken sehr aufwändig und bedarf kontinuierlicher und zuverlässiger Arbeit daran.

Das Archiv braucht daher ständig Leute, die bereit sind zeitweise oder längerfristig an der Dokumentation politischer Arbeit mitzuwirken. Häufig geht es um wenig kreative Arbeiten wie das Eingeben von bisher nicht erfassten Publikationen in eine Datenbank. Etwas mehr Denkleistung verlangt die Zuordnung in das bestehende Archivsystem. Aber es ist auch immer wieder spannend, solche Dokumente in der Hand zu halten und sich neue Eindrücke und Wissen zu verschaffen. Wer Lust hat, kann das Potential des Archivs für eigene Rechercheprojekte nutzen und mit eigenen Publikationen einzelne Bereiche aufbereiten, damit sie Anderen leichter zugänglich sind.

Eine Idee, um neue Menschen zu erreichen und die anfallenden Arbeiten zu erledigen, sind regelmäßige Archiv-Workshops, zu denen öffentlich eingeladen wird. Dann werden neue Materialien sortiert, die Datenbank aktualisiert und natürlich auch in die Bestände "reingeschnuppert". Das gibt Raum für spannende Gespräche und neue Kontakte und vielleicht hin und wieder ein interessantes neues Projekt.

Für alle Archivbereiche gilt, dass die Materialien nicht mitgenommen werden sollen, damit sie immer zur Verfügung stehen. Stattdessen gibt es bequeme Leseecken im gesamten Archiv- und Bibliotheksbereich. Notfalls können Artikel auch kopiert werden, um sie zuhause zu lesen oder natürlich auch, um sie für die weitere Arbeit zu nutzen.

Überall im Archiv gibt es kleinere Ecken, um sich zurückzuziehen, zu unterhalten, in den Materialien zu stöbern oder am Computer zu arbeiten. Diese OpenSpace-Ecken sollen Vielfalt herstellen und ermöglichen, dass viele unterschiedliche Dinge zur gleichen Zeit möglich sind. Die Ecken sollen auch unterschiedlich gestaltet sein - gemütlichere Bereiche zum Hinfläzen mit Sofas und Ecken mit traditionellen Arbeitstischen, kleine versteckte Einzelplätze und größere offene Bereiche für Kleingruppen. Kurz gesagt: für jedE soll etwas dabei sein. Statt die Notwendigkeit für einheitliche Regelungen soll der Rahmen für ganz viel Unterschiedlichkeit geschaffen werden.

Themenarchiv: Broschüren, Flugblätter und Akten

Die Grundlage dieses Archiv-Bereichs bildet ein Umweltarchiv, das von mehreren Aktivist*innen der unabhängigen Jugend-Umweltschutzorganisation Greenkids e.V. in Magdeburg über fünfzehn Jahre aufgebaut wurde. Seit einigen Jahren sind weitere Materialien zu anderen Themen wie Antifaschismus, Friedenspolitik, Gender etc. dazugekommen. Einen Teil des Archivs bilden auch Akten, die von anderen Gruppen, die nicht mehr aktiv sind, zur Verfügung gestellt wurden - z.B. von der "Energiewende Stendal", einer Gruppe, die zu DDR-Zeiten und darüberhinaus energiepolitisch aktiv war, und vom AntiCastorNetz Magdeburg.

Dieses aus verschiedensten Publikationsarten bunt zusammengewürfelte Archiv wird ständig durch Broschüren, Flugblätter und andere Veröffentlichungen, die wir zugeschickt bekommen, die Leute vorbeibringen, oder die wir bei Veranstaltungen und Organisationen erhalten, erweitert. Der Zuwachs waren bisher etwa ein Dutzend neue Aktenordner pro Jahr.

Das Archiv ist stark überarbeitungsbedürftig, da seit Jahren viele Materialien nicht mehr sortiert wurden. Durch den starken Zuwachs der Bestände bedarf es einer feineren Untergliederung der Themensortierung. Auch die ständig hinzukommenden Materialien machen eine kontinuierliche "Pflege" der Bestände nötig. Viel Arbeit also, die sich aber lohnt:

In Verbindung mit dem Internet, das auch in den Archivräumen genutzt werden kann, bietet dieser Archivbereich zu den meisten ökologischen und vielen weiteren Themen umfassendes Hintergrundmaterial. Recherchen für Kampagnen, Publikationen, Hausarbeiten und Diskussionen stoßen hier also auf vielversprechendes Material. Dabei handelt es sich nicht nur um Veröffentlichungen kritischer bzw. alternativer Organisationen, sondern auch um Materialien der jeweiligen Gegenseite.

Eine Erfassung per Datenbank ist bisher nicht geplant. Lediglich eine Übersicht der Themenbereiche und ihrer Untergliederungen einschließlich der Regale, in denen diese zu finden sind, wird angestrebt. Dafür soll das Projekthaus-Wiki genutzt werden.

Aktueller Flächenbedarf: 6 Aktenregale

Bereits überarbeitete Rubriken

Atomanlagen:

  • Überblick Atomanlagen / Sicherheitsprobleme Atomanlagen
  • Atomanlagen
    • EPR
    • AKW Kundakulam
    • Risø Forschungsreaktoren DR 1-3
    • AKW Belene
    • AKW Fessenheim
    • AKW Hinkley Point
    • AKW Krško
    • AKW Leningrad
    • AKW Kola
    • Ostsee-AKW Kaliningrad
    • AKW Ostrovets
    • AKW Pilsen
    • AKW Three Mile Island/Harrisburg
    • Atomkomplex Hanau
    • Atomforschungszentrum Karlsruhe
    • Atomkomplex Mayak
    • Atomforschungszentrum Rossendorf
    • Atomschrottschmelze Siempelkamp
    • Braunschweig-Thune Eckert & Ziegler
    • WAA Windscale/Sellafield
  • BRD AKW-Standorte
    • Forschungsreaktor Wannsee
    • Forschungsreaktor Jülich
    • Philippsburg
    • Würgassen
    • Biblis
    • Brokdorf
    • Brunsbüttel
    • Grafenrheinfeld
    • Greifswald
    • Grohnde
    • Hamm (THTR)
    • Krümmel
    • Lingen
    • Neckarwestheim
    • Obrigheim
    • Stade
    • Unterweser/Esenshamm
  • Finnland AKW Olkiluoto
  • Finnland
    • AKW Loviisa
    • AKW (Fennovoima) Pyhäjoki/Simo

Gentechnik:

  • Gentechnikkritik Allgemein
  • Gentechnikkritik Allgemein
  • Gentechnik
    • Feindpropaganda
    • Konsum + Lebensmittel
    • Konkret Felder + Pflanzen
  • Gentechnik
    • 3. Welt / Hunger
    • Patente
    • Biodiversität
    • Auskreuzung / Kontamination
    • Medizin
    • Gesetzgebung
  • Gentechnik
    • Freisetzungen Sachsen-Anhalt
  • Gentechnik Freisetzungen

Landwirtschaft:

  • Landwirtschaft
    • Politik
    • Hintergründe
    • Aktionen, Kampagnen
  • Landwirtschaft Ernährung
    • Streuobst
    • Ernährung & Gesundheit
    • Zusatzstoffe, E-Nummern
    • Dünger & Pestizide
    • Sorten
    • BSE
    • Welternährung & FairTrade
    • Lebensmittelvernichtung & Containern
  • Soja
  • Öko-Landwirtschaft
    • Produzenten
    • Kampagnen
    • Hintergründe
  • Bio-
    • Siegel, Produkte, Politik
    • Produktinfos

Repression:

  • Repression
    • Datenmaterial
    • Sinn & Zweck v. Strafe
    • Politik
    • Psychiatrisierung
    • Überwachung
    • Polizeigewalt
    • Repression gg. Anti-Atomgegner_innen
  • Repression
    • Verfassungsschutz
    • Extremismus/VS/Extremismuspolitik
    • Anti-Muslime-Politik des VS
    • Justiz-Institutionen
    • Knast-Erfahrungen
    • Anti-Knast (-Soliarbeit)
    • Repressionsfälle
      • Gießen 14. Mai 2006
      • Mumia Abu Jamal
      • 129a Verfahren Magdeburg
      • RAF
  • Repression
    • Tipps & Rechtshilfe
    • Aussageverweigerung
    • kreative Antirepression
    • Selbstorga Antirepression
    • Rote Hilfe
    • Soliarbeit
    • Trauma / -Support


Spezialarchive

Zu einzelnen Themen können selbständige Spezialarchive entstehen, die also unabhängig vom restlichen Archiv gepflegt und sortiert werden. Hier können auch abweichende Nutzungsvereinbarungen getroffen werden als für andere Bereiche gelten.

Morsleben-Archiv

Das Morsleben-Archiv setzt sich aus Dutzenden Aktenordnern mit Gutachten, kritischen Stellungnahmen, Flugblättern, Protokollen, Einlagerungsberichten und vielerlei mehr Material zusammen. Quellen sind u.a. das Archiv Grünes Gedächtnis, die Bibliothek des Bundesamt für Strahlenschutz Berlin, das Bundesarchiv, das Kreisarchiv des Ohrekreis in Haldensleben, das Museum Haldensleben, das Landeshauptarchiv Sachsen-Anhalt, das Stasi-Archiv und die Archive bzw. Aktenbestände kritischer Organisationen und Wissenschaftler*innen. Letztere waren u.a. AG Schacht Konrad, Bürgerinitiative gegen das Atommüll-Endlager Morsleben, BUND Sachsen-Anhalt, Greenkids e.V., Greenpeace, Gruppe Ökologie Hannover und NABU Sachsen-Anhalt. In der Datenbank zum Archiv wurden bisher über 2.500 Dokumente erfasst.

Die Archivbestände werden kontinuierlich mit neuen Publikationen ergänzt, alle paar Monate kommen neu recherchierte Aktenkopien aus anderen Archiven hinzu.

Mit diesem Archiv soll eine Datenbasis für kritische Öffentlichkeitsarbeit zum Atommüll-Endlager Morsleben geschaffen werden. Aus diesem Wissensschatz schöpfend sollen kritische Publikationen entstehen und eine inhaltliche Grundlage für politische Aktionen gegen das Atommülllager bereitgestellt werden. Das Endlager Morsleben wird seit 1971 für die Entsorgung radioaktiver Abfälle genutzt. Es ist akut einsturzgefährdet, Wasserzutritte in den Salzstock mit Verbindung zum Deckgebirge sind bekannt, die genaue Lage aller Hohlräume (ursprünglich etwa 15 Millionen Kubikmeter Hohlraumvolumen) ist noch immer unbekannt. Dagegen ist die Informationspolitik der Bundesregierung, besonders des Bundesamtes für Strahlenschutz, skandalös. Umweltorganisationen werden Auskünfte verweigert und der Zutritt eines Forschungsprojekts zur kritischen Aufarbeitung der Geschichte des Endlagers zu dem Bergwerk unterbunden, während gleichzeitig Besichtigungen für andere Menschen stattfinden.

Aus dem Bestand des Morsleben-Archiv wurden bisher mehrere Broschüren, Vorträge und eine Ausstellung erarbeitet[1]. Der größte Teil des Materials konnte bisher nur grob gesichtet werden und ist noch nicht ausgewertet oder für die weitere Nutzung aufbereitet worden. Viele neu hinzugekommene Aktenbestände wurden noch nicht einmal sortiert und in der Datenbank erfasst. Wer Lust auf diese sehr spezielle Arbeit hat und dabei mit Unterlagen der ehemaligen Staatssicherheit und anderen Organen der DDR in Kontakt kommen möchte, ist zur Mitarbeit eingeladen. Kontakt: Falk ÄTT greenkids.de[2]

Die Vervielfältigung von Archivbeständen ist nicht uneingeschränkt zulässig (gesetzliche Bestimmungen, deren Verstoß auf die Personen, denen die Aktenkopien ausgehändigt wurden, zurückfallen könnte). Dies betrifft vor allem Unterlagen aus den staatlichen Archiven. Auch ist Rücksicht auf persönliche Daten, die in einigen Dokumenten enthalten sind, zu nehmen. Normalerweise sollten solche geschwärzt werden. In jedem Fall wird um Rücksprache vor dem Kopieren von Materialien gebeten.

Aktueller Flächenbedarf: 3 Aktenregale

Umweltschutz in der DDR

Ein bisher sehr kleines Themenarchiv, das sich aus wenigen Aktenordnern überwiegend mit Unterlagen der Stasi und DDR-Behörden zu Umweltfragen in der ehemaligen Deutschen Demokratischen Republik zusammensetzt. Da ein Teil der Akten mit Nutzungsbeschränkung bereitgestellt wurde, dürfen diese beispielsweise nicht ohne weiteres kopiert werden. Wenn Vervielfältigungen gewünscht sind, sollten vorher Rücksprachen getroffen werden. Kontakt: Falk ÄTT greenkids.de[2].

Aktueller Flächenbedarf: ein halbes Regalfach

Zeitschriften-Archiv

Im Zeitschriften-Archiv sind vor allem Zeitungen, Magazine und andere kontinuierlich erscheinende Publikationen, die über Austausch-Abos, Spenden-Abos und durch Weitergabe von Zeitschriften aus Privathand bereitgestellte werden, zu finden. Es handelt sich um über einhundert Publikationen. Ein großer Teil des Bestandes hat einen ökologischen Hintergrund, da er vom Öko-Archiv des Vereins Greenkids e.V. bereitgestellt wird. Jede Woche kommen derzeit etwa dreißig neue Zeitungen zum Bestand hinzu.

Derzeit führt das Zeitschriften-Archiv Ausgaben von 330 Zeitschriftentitel, davon aktuell mehr 100 kontinuierlich eingehende Zeitschriften. Ein Überblick der Zeitschriftenbestände listet alle Titel auf, von denen nicht nur Einzelexemplare im Archiv geführt werden, und hebt hervor welche dieser Zeitschriften derzeit regelmäßig eingehen.

Es wird angestrebt, das Zeitschriften-Archiv in einer Datenbank zu erfassen, damit zukünftig nach Ausgaben und Themen gesucht werden kann. Da dies ein sehr zeitaufwendiges Unterfangen ist, besteht hier viel Unterstützungsbedarf. Der Bestand wird erst mittelfristig per Datenbank durchsucht werden können.

Ein weiteres Ziel ist es, weitere kostenlose Abos für das Archiv zu organisieren. Wir wollen hier einen großen Fundus an allgemeinen und speziellen Zeitschriften aufbauen. Damit steigt das Informationsangebot des Zeitschriften-Archivs, immer mehr Quellen für Recherchen und zur unabhängigen Information werden erschlossen.

Es lohnt sich regelmäßig vorbeizukommen und die Neuerwerbungen zu sichten. Die Zeitschriften sollen allerdings nur im Archiv gelesen oder bei Bedarf Kopien interessanter Artikel angefertigt werden, damit alles immer allen Interessent*innen zur Verfügung steht und für die fachliche Untermauerung politischer Arbeit genutzt werden kann. Damit Archiv-Zeitschriften einfach von Mitnahme-Exemplaren unterschieden werden können, werden die archivierten Exemplare mit einem Stempel versehen. Es wird ausreichend viele gemütliche Leseecken geben, um den Nachteil, dass Materialien nicht mitgenommen werden sollen, ein Stück weit auszugleichen.

Aktueller Flächenbedarf: 3 Aktenregale

Digital-Archive

Die Digital-Archive umfassen alle Daten, die in digitaler Form vorliegen. Es gibt hier Foto-, Video- und Audioarchive, Mailarchive, Layoutsammlungen und Dokumentarchive. Diese Daten werden auf mehreren Servern gespeichert, auf die über das Netzwerk zugegriffen werden kann. Diese Materialien können beispielsweise bei der Erstellung von Broschüren, Internetseiten und Flugblättern nützlich sein. Die Mail- und Dokumente-Sammlungen bilden eine reiche Grundlage für Hintergrundrecherchen zu fast jedem Thema.

Besondere Bedeutung hat die Sicherung der digitalen Daten, da die Gefahr von Datenverlusten bei Hardwarefehlern oder durch gezielte bzw. auch ungewollte Eingriffe auf die Dateien groß ist. Da es sich um sehr große, wachsende Datenbestände handelt, bedarf es hier eines ausgeklügelten Backup-Systems. Dieses muss betreut - Aktivierung und Überprüfung der Backups, bei Bedarf Wiederherstellung zerstörter Daten - und auch die Datenbestände gepflegt - Neuzuordnung der Dateien in die Ordnerstruktur, Einarbeitung neuer Materialien - werden.

Kosten entstehen hier bei der Anschaffung neuer Speichermedien sowie von Hardware und Software zur Nutzung des Materials, sofern diese nicht kostenlos organisiert werden.

Aktueller Flächenbedarf: Mitnutzung von Servern und Computern im Projekthaus

Organisation

Archivarbeit erfordert kontinuierliche Pflege der Bestände - dafür aktive Menschen zu finden ist recht schwierig, da viele junge Leute sich nicht für längere Zeit festlegen wollen und eher sporadisch zu Mitarbeit motivierbar sind. Unmöglich ist es deswegen noch lange nicht, einige Menschen zu finden, die sich kontinuierlich um die Archive kümmern wollen. Alle nötigen oder auch sinnvollen Arbeiten werden diese wahrscheinlich aber nicht bewältigen können.

Ein Lösungsansatz könnte die Aufteilung dieser Arbeiten in handhabbarere Bereiche sein: kleine, überschaubare Aufgaben, die auch zeitlich einfacher zu überblicken sind, machen die Beteiligung neuer Leute leichter. Die Komplexität des Gesamtarchivs kann so auf weniger komplizierte Bereiche herunter gebrochen werden. Interessierte können auch mal phasenweise mitwirken, ohne sich damit für mehr zu verpflichten. Die Herausforderung bleibt dabei, die anderen Bereiche (also wieder das Komplexe) nicht aus den Augen zu verlieren und Einzelarbeiten und Ideen im Kontext der anderen Teile umzusetzen.

Ab und zu könnte zu Archivworkshops oder zu thematischen Workshops eingeladen werden, bei denen Teilbestände gesichtet und neu sortiert werden. Ein solcher Workshop nimmt sich einen gut eingrenzbaren und für seine Veranstaltungsdauer realisierbaren Teilbestand vor, der danach "erledigt" ist. Beim nächsten Workshop wird ein anderer Teilbestand bearbeitet. So kann das Archiv nach und nach strukturiert und verbessert werden.

Für die Einsortierung von Neuzugängen bedarf es entweder längerfristigerer Betreuung durch einzelne Personen oder auch kreativer Ideen, wie diese Arbeiten, die einen gewissen Durchblick für den jeweiligen Archivteil erfordern, in "kleinere Happen" aufgeteilt werden können. Eine beratende Begleitung durch "erfahrene" Archivnutzer*innen ist sicherlich unerlässlich.

Relativ einfach vorstellbar sind Arbeitseinsätze, die den Neuerwerb von Publikationen zum Ziel haben. Dies kann zwar auch kontinuierlich immer nebenbei geschehen, aber manchmal ist es auch effektiver einige Tage mit dem konzentrierten Anfragen von Verlagen und Organisationen zu verbringen. Dies kann als Workshop oder Werkeltage organisiert werden. Dann können in konzentriertem Einsatz neue Gratisabos und Bücherspenden für die Archive beschafft werden.

Um eine angenehme Arbeitsatmosphäre zu schaffen, bietet es sich an, die Workshops und Werkeltage mit anderen sozialen Aktivitäten aufzuwerten - Raum also für gemeinsame gemütliche oder auch anstrengende Gesprächsrunden, Volxküche, Filmabende, Diskussionen. Ununterbrochen den häufig eintönigen, sich wiederholenden, Tätigkeiten nachzugehen, ist für viele Menschen ermüdend, wenn es nicht auch Abwechslung durch ganz andere Elemente gibt.

Jeder Archivbereich kann autonom organisiert werden. Das heißt dann, dass die Leute, die sich vor allem um diesen Bestand kümmern wollen, eigenständig entscheiden, wie sie das machen. Dies kann sich auf die Logik der Sortierung, die Regelmäßigkeit der Arbeiten und die internen Abstimmungsprozesse beziehen. Hohe Transparenz und Offenheit sind für neue Nutzer*innen und andere Vorschläge wichtig. Auch Außenstehende sollen leicht Zugang zu jedem der Teilarchive erhalten, beispielsweise indem einfach erkennbar ist, wie die Organisation funktioniert, welche Logik zugrunde gelegt wird, wo mensch was machen kann.

Auch Absprachen, die für den gesamten Archivbereich getroffen werden, sind nötig. Zum Beispiel sollte geklärt werden, nach welchen Kriterien Neuzugänge welchem der Teilarchive zugeordnet werden, wie die aktiven Leute erreichbar sind und wo Infos zu den Beständen zu finden sind. Wie diese Absprachen zustande kommen, ist den Archivnutzer*innen überlassen. Wichtig ist nur, dass diese Entscheidungen gleichberechtigt getroffen werden, veränderlich und verhandelbar bleiben und alles so anzulegen versucht wird, dass Neulinge einen leichten Einstieg erhalten können.

Kosten

Entstehende Kosten sind neben den normalen Betriebskosten der Räume die Ausgaben für den Versand von Anfrageschreiben an Verlage und Organisationen zur Erweiterung der Bestände und im Rahmen der Austauschabos. Diese Ausgaben können nur schwer gratis organisiert werden. Ausnahme bildet die Verschickung von Post, falls andere Organisationen wie Gewerkschaften, ASten oder andere NGOs diese übernehmen. Regale, Ordner, Stehsammler, Speichermedien und Büromaterialien müssen beschafft und kontinuierlich ergänzt werden, was zumindest zum Teil als Spende oder gebraucht organisierbar ist. Da die technische Infrastruktur des Büros (z.B. Internet, Server und Clientrechner) mitgenutzt wird, sollte auch ein Anteil an dessen Betriebskosten einberechnet werden, wenn Förderungen für die Archive beantragt werden. Werden Kopien aus Archivmaterialien angefertigt, entstehen auch dafür Kosten. Es soll zwar eine Spendendose für die Kopiernutzung aufgestellt werden, erfahrungsgemäß sind diese Einnahmen aber geringer als die Ausgaben. Nicht zu vergessen ist ein Beitrag zu den Grundkosten des Hauses.

Ein Teil der entstehenden Aufwendungen kann offensichtlich nicht oder nur schwer gratis organisiert werden. Deshalb wäre es sinnvoll, wenn versucht wird zumindest hin und wieder Zuschüsse für das Archiv zu organiseren. Wenn mal ein größerer Förderantrag bewilligt wird, könnten davon wiederum andere beteiligte Projekte kofinanziert werden. Natürlich könnte auch versucht werden, die Betriebskosten (insbesondere für die Verschickung von Anfragebriefen und für den Kopierer) nur über Spenden abzudecken. Damit würde aber ausgeblendet werden, dass darüberhinaus weitere Kosten anfallen. Im Notfall kann das Archiv auch ohne eigene Einnahmen betrieben werden, dann müsste z.B. auf Kopien verzichtet werden.

Vernetzung

Konkrete Kooperationsmöglichkeiten bestehen beim Zeitschriftenarchiv mit der Leipziger Online-Archivdatenbank, wo wir durch Eingabe neuer Zeitschriften diese Erfassungsarbeit in anderen Archiven reduzieren würden und umgekehrt wir nicht jede Zeitschrift per Hand neu erfassen müssen, wenn die schon in der Datenbank ist.

Außerdem werden Kooperationen mit anderen Gruppen der Region angestrebt, die ihre Bestände in das Archiv einfließen lassen oder ihre Publikationen beisteuern könnten. Die Nutzung des Archivs steht natürlich Allen offen.


Nutzungsregeln

Das Archivprojekt ist dabei sich zu konstituieren. Dies ist eine Übersicht der wichtigsten bisher besprochenen Regeln zur Nutzung des Archivs.

  1. Keine Mitnahme von Archivmaterialien.
  1. Recherchen, Sichtung von Dokumenten und Lesen sollen vor Ort geschehen. Dazu soll das Haus schrittweise attraktiver gestaltet werden mit angenehmen Leseecken, guter Arbeitsausstattung und Möglichkeiten der Selbstversorgung mit Getränken und Essen.
  1. Nicht alle Bestände dürfen kopiert werden.
  1. Teile des Morsleben-Archivs und des Archivs zum Umweltschutz in der DDR umfassen Kopien aus anderen staatlichen oder privaten Archiven, deren Nutzungsbedingungen die weitere Vervielfältigung beschränken. Vor dem Anfertigen von Kopien dieser Archivbestandteile muss die Archivprojekt-Gruppe angefragt werden.
  1. Öffnungszeiten beachten.
  1. Das Archiv kann nur zu den bekannt gegebenen Öffnungszeiten, bei Veranstaltungen im Archiv oder nach Absprache mit der Archivprojektgruppe genutzt werden. Gerne erweitern wir die Zeiten, zu denen das Archiv offen ist - dazu brauchen wir weitere Helfer*innen.

Weitere selbstverständliche Bedingungen für die Verwendung des Archivs sind die vorsichtige und rücksichtsvolle Benutzung der Bestände sowohl in Hinsicht auf den Erhalt der Dokumente als auch darauf, dass andere Nutzer*innen nicht beeinträchtigt werden. Archivbestände dürfen nicht verziert, verändert oder ausgeschnitten werden. Erhaltende Maßnahmen für die Materialien sind mit der Archivprojektgruppe abzustimmen.


Organisatorisches

Ein erstes Projekttreffen zum offiziellen Start des Archivprojekts im Projekthaus Mannsdorf fand am 19. April 2012 um 13 Uhr vor Ort statt. Dort wurden Ideen für die Gestaltung und Entwicklung des Archivs gesammelt sowie organisatorische Fragen besprochen. Vom 27. bis 29. April 2012 gab es ein erstes Archivworkshop-Wochenende im Projekthaus. Am 23. Mai 2012 fand das erste Offene Archivtreffen statt, zu dem wir auch öffentlich einluden. Ein Arbeitstreffen zur Bestellung neuer Abos für das Zeitschriftenarchiv fand vorher am Nachmittag statt. Ein weiterer Archivworkshop fand im Oktober 2013 statt.

Den nächsten Archivworkshop gibt es vom 2.-8. Juni 2014.

Ideensammlung

Diese Sammlung von Ideen und Gedanken zur Entwicklung und Arbeit am Archivprojekt ist noch unvollständig und unverbindlich. Weitere Ideen und Anmerkungen sind willkommen.

Veranstaltungen:

  • Lesezirkel
  • offene Archivnachmittage (mindestens wöchentlich)
    • zum Einsortieren von Neuzugängen, Erfassen in der Datenbank, vertiefte Schlagworterfassung
  • öffentliche Veranstaltungen: Lesungen, dokumentatorische Infoveranstaltungen
zunächst muss ein Veranstaltungsraum hergerichtet sein - Dachgeschoss, Scheune ...
  • Workshops und Seminare zur Einführung in die Archivarbeit und für konkrete Arbeiten

Was muss gemacht werden:

  1. Broschüren-/Themenarchiv neu sortieren und aktualisieren
  2. aktuellen Überblick der Zeitschriftenbestände schaffen: welche Zeitschriftentitel haben wir, was kommt davon noch aktuell rein, welche Abos wurden nicht mehr geliefert?
  3. Rezensionen zu schon vorhandenen Rezensionsbüchern schreiben
  4. neues (Gratis-)Infomaterial von geeigneten Anbietern bestellen
  5. Bibliothek sortieren und einräumen (Dachgeschoss)
  6. ohne Prioritätfestlegung:
    • Datenbank für Zeitschriften einrichten/mitnutzen ("Dataspace" Leipzig?) und mit Erfassung der Bestände beginnen
    • neue Zeitschriften-Gratisabos anfragen
    • Morsleben-Archiv weiter einsortieren, kategorisieren und in Datenbank erfassen
    • neue Rezensionsbücher bestellen
    • Versand- und Infoladenraum anderswo einrichten (wegen Verwechslungsgefahr: was kann mitgenommen werden, was nicht)
    • Webpage zur Bibliothek und Archiv updaten
    • Leseecken in den Archivräume und im Dachgeschoss einrichten
    • Netzwerkanschlüsse und einen oder zwei Computer-Arbeitsplätze einrichten
    • Beteiligung am Netzwerk der Umweltbibliotheken

Geklärt werden sollte auch, ob Bibliothek und Archiv wie geplant getrennt betrieben werden können, oder ob das unpraktikabel ist.

Entwicklungspotenzial:

  • Themen-Kooperations-Archive: Antispeziesismus, Antifa, ... ?
  • Gratisangebote der umweltbibliotheken.de-Mailingliste nutzen


Themenarchiv neu sortieren

Das Themenarchiv besteht derzeit aus einem sortierten Grundstock von sehr alten Materialien (zehn Jahre oder älter), Kisten mit weiteren gesammelten Materialien aus der Zeit des Offenen Projekthaus Braunschweig, die noch nicht einsortiert wurden, sowie kleineren Ablagen mit neueren Materialien, die im Laufe des vergangenen Jahres dazu gekommen sind. Die noch nicht zugeordneten Flyer und Broschüren bilden ein Vielfaches der bisher sortierten Bestände. Daher ist es ohnehin nötig das Themenarchiv Stück für Stück neu zu organisieren.

Erste Rubriken wurden im Zusammenhang mit anderen Arbeitstreffen oder Projekten bereits umsortiert: Gentechnik, Atomanlagen und Landwirtschaft. Diese schon aktualisierten Themenbereiche werden von nun an leichter aktuell gehalten: spätestens wenn die zugehörige Ablage voll ist, werden die Materialien einsortiert. Wenn vorher schon in dieser Rubrik recherchiert werden soll, geschieht dies entsprechend eher.

Die Neugestaltung des Themenarchivs dient der praktischen Vorbereitung des kontinuierlichen Archivbetriebs, um es nutzbar zu machen. Zu Beginn wird die Gruppe noch sehr klein sein, zumindest ist das der Stand der Dinge. Mit Veranstaltungen und offenen Nachmittagen im Archiv wollen wir auch neue Interessierte gewinnen.


Kontakt

Da die Archivprojekt-Gruppe noch im Entstehen ist, kann das Archiv derzeit direkt über das Projekthaus Döbeln kontaktiert werden:


Suche im Bestand von ZWISCHENLAGER für Politik und Geschichte in DATASPACE:


  1. Informationen zur Morsleben-Ausstellung und den erwähnten Publikationen: http://www.greenkids.de/morsleben/
  2. Zum Schutz vor automatischen Mailadressen-Robots, die nach Adressen suchen und diese dann mit Spam-Mails überfluten, ist diese Mailadresse für diese Robots unleserlich formatiert. Um eine korrekte Mailadresse zu erhalten muss ÄTT durch das @-Symbol ersetzt werden.