Termine:Baumschnitt-Arbeitseinsatz am Projekthaus Mannsdorf

Aus Schöner Wohnen
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Erste Steine für die Trockenmauer...
erste Knospen öffnen sich... zu früh für den geplanten Baumschnitt
Die Weiden in voller Blüte
Die Kirsche am Eingang zum Hauptgebäude wurde im Herbst 2011 verschnitten und steht Ende April nun in Blüte
Apfelblüte

ÄNDERUNGSHINWEIS BEACHTEN!

Zum nächsten Baumschnitt-Workshop laden wir vom 28.-31. März 2012 ins Projekthaus Mannsdorf ein. Unter fachlicher Anleitung werden alte Obstbäume zurück geschnitten, damit sie im nächsten Jahr besser tragen. Dabei erarbeiten wir uns gemeinsam die Grundlagen für fachgerechten Obstbaumschnitt. Auf einer Fläche von etwa einem halben Hektar befinden sich mehrere Dutzend hoch- und niedrigstämmige Apfel-, Birnen-, Pflaumen- und Kirschbäume, die es zu beschneiden gilt.

Dazu brauchen wir tatkräftige Unterstützung. Wenn du mithelfen kannst, sag uns bitte Bescheid, damit wir besser planen können: Telefon 03431/5894177.

Anreise ist am Nachmittag des 28. März, so dass wir bereits eine Einführung und den Plan für die folgenden Tage machen können. Abreise ist im Laufe des 31. März.

Ein erster Baumschnitt-Workshop fand am Wochenende vom 2.-4. Dezember 2011 mit fünf HelferInnen unter fachlicher Anleitung am Projekthaus Mannsdorf statt.


NATURBEDINGTE ÄNDERUNGEN:
Die Natur hat uns einen Strich durch die Rechnung gemacht: der Frühling ist dieses Jahr deutlich früher da, als er es eigentlich sein dürfte. Die Bäume haben das auch registriert und fangen an Knospen zu treiben. Damit stehen sie schon in Saft, wenn der Baumschnitt-Workshop stattfindet. Zu diesem Zeitpunkt sollten die Bäume und Sträucher nicht mehr geschnitten werden, weil sie leichter ausbluten und so zumindest geschwächt, wenn nicht gar getötet würden. Wir ändern daher das Programm des Workshops.

Statt des angekündigten Baumschnitts werden wir nur einzelne Sträucher, die das vertragen, zurückschneiden und ggf. Bäume schneiden, die sowieso gefällt werden sollten. Hauptaugenmerk wird aber der Garten sein, also "kleine" Programmänderung. Erstes Gemüse wird ausgesät (im Innen- und Außenbereich), Beete werden umgegraben, Kompost zum Teil untergegraben. Ein neuer Kompost soll gebaut werden; eine Trockenmauer angelegt werden, das Gewächshaus repariert werden. An anderer Stelle ist ein großer Dachziegelhaufen wegzuräumen, der eine Gartenfläche belegt, sowie Blumenzwiebeln, die schon (noch) vorrätig sind, im Straßenbereich des Grundstücks eingesetzt werden. Geräte und Maschinen für die Gartenpflege sollen gewartet und ggf. repariert werden, um sie dann verwenden zu können.

Die Hauptarbeiten der Baumpflege (also der eigentliche Obsbaumschnitt) wird auf den Spätherbst verlagert.


Inhaltsübersicht

Hintergrundinformationen

Die Tiere der Hecke

Informationen entnommen aus Michael Lohmann: Wir tun was für Hecken und Feldgehölze. Aktion Ameise; herausgegeben von Gunter Steinbach. Franz Schneider Verlag GmbH; München, 1986. ISBN 3-505-09343-2.

Der Ökologe W. Tischler ermittelte in den Eichen-Hainbuchen-Knicks um Kiel rund 1200 Tierarten, wobei Bodentiere und Kleininsekten der bodennahen Vegetation noch gar nicht mitgezählt sind. Tischler schätzte die wirkliche Zahl auf weit über 1500 Arten. Er unterscheidet vier ökologische Gruppen:

  1. spezielle Hecken- und Waldrandtiere und allgemeine Laubwaldtiere, zusammen ca. 44 %
  2. allgemeine Arten der offenen Biotope ca. 18 %
  3. vielseitige Allerweltsarten ca. 38 %

Tatsächlich bietet die Hecke beinahe für jeden "Geschmack" etwas. Reh, Hase und Rebhuhn finden hier Tagesverstecke und Nistplätze. Für Würger und Greifvögel hält sie Spähplätze bereit, von denen aus sie auf Beute lauern. Für fallenstellende Spinnen, Busch- und Bodenbrüter gibt es Dickichte und Dornen. Dämmerungstiere, wie Igel und Erdkröte, finden schattige Verstecke.

Sonne- und wärmeliebende Arten, wie Kriechtiere (Reptilien), Schmetterlinge und viele andere Insekten, nutzen Wärme und Windschutz der Sonnenseiten von Hecken. Schließlich finden unzählige Insekten, Gehäuseschnecken und winterschlafende Kleinsäuger geschützte Winterquartiere in der Hecke. Nicht zuletzt stellt die Hecke innerhalb unserer intensiv genutzten Kulturlandschaft einen verhältnismäßig ungestörten Lebensraum dar. Fahrzeugverkehr, landwirtschaftliche Bodenbearbeitung und die für das Tier- und Pflanzenleben erheblichen Eingriffe der Ernte von Gras und Feldfrüchten lassen die Hecken unberührt.

Unter den Tieren der Hecke fällt der hohe Anteil "räuberischer" (fleischfressender) Arten auf: von Laufkäfern und Spinnen bis zu Igel, Spitzmaus und Wiesel. Dem liegen vor allem zwei Ursachen zugrunde:

  • Viele Tiere, wie Schmetterlinge, Hautflügler und andere Insekten, werden von den jeweils blühenden Pflanzen der Hecke oder von besonderen Biotopeigenschaften, zum Beispiel sonnigen Böschungen, angezogen; dieser ständige Zuzug stellt eine reiche Beutequelle dar.
  • Die größeren Räuber der Hecke jagen regelmäßig von hier aus in den umliegenden Wiesen und Feldern.

Deshalb ist die Bestandsdichte von Vögeln in Hecken und Kleingehölzen durchschnittlich 3- bis 4mal höher als in zusammenhängenden Wäldern. Auch die Artenzahl (Diversität) ist in einer reich gegliederten Heckenlandschaft besonders groß. Im Schweizer Jura wurden auf 25 Quadratkilometer Heckenlandschaft 122 Vogelarten beobachtet.

Artenvielfalt bedeutet in einem Lebensraum hohe ökologische Stabilität. Was heißt das? Viele Tierarten mit jeweils ausgewogenen Beständen bilden zusammen mit ihren Futterpflanzen eine Lebensgemeinschaft, die sich in einem beweglichen (dynamischen) Gleichgewicht befindet. Störungen von innen oder außen werden durch wechselnde Bestandsgrößen der Arten abgefangen und ausgeglichen. Unter den oft einseitigen Bedingungen etwa von Anbauflächen entstehen Lebensgemeinschaften von geringerer Stabilität. Weniger oder nur einzelne Arten finden hervorragende Bedingungen, ihre Bestandszahlen wachsen lawinenhaft an und lassen sie zu Schädlingen werden. Der Artenreichtum der Hecke ist also ein stabilisierender Faktor im Ökosystem Kulturlandschaft. Er dient - sofern nicht rundum schon alles zu Tode gespritzt worden ist - nachgewiesenermaßen der biologischen Schädlingsbekämpfung.

Tierarten der Hecken

(nach einer Zusammenstellung von Rotter & Kneitz)

Die Zahlen geben die Zahl der gefundenen Arten (nicht der Individuen) an. Sie stammen aus Untersuchungen von W. Tischler an Eichen-Hainbuchen-Knicks Schleswig-Holsteins. Es werden nur die häufigsten und besonders charakteristischen Arten genannt.

7 Geradflügler, von denen die Feldheuschrecke Stenobothrus apricarius und der Gewöhnliche Ohrwurm die häufigsten sind.
73 Wanzenarten, die sich teils räuberisch, teils pflanzensaugend, teils als Allesfresser ernähren.
29 Zikaden, die häufigste Art an Brombeeren.
3 Blattflöhe an Beifuß, Weißdorn und Esche.
10 Blattläuse an Weißdorn, Schlehe, Eiche. Ihre Feinde sind: Ohrwurm, Laufkäfer, Weichkäfer, Schwebfliegen, Wanzen.
1 Schildlaus (häufig).
30 Laufkäfer. Nahrung: Insekten, Würmer, Schnecken.
64 Kurzflügelkäfer, hauptsächlich in der Streuschicht. Nahrung: vor allem Pilzmyzel.
3 Blatthornkäfer.
21 "Keulenfühler"-Käfer (Clavocornia), mit Glanz- und Marienkäfern, teils Blütenbesucher, teils Blattlausjäger, teils in der Streuschicht jagend.
28 Schnell-, Weich-, Wollkäfer u.a.
24 Bock- und Blattkäfer. Blattkäfer leben an Gräsern, Hohlzahn, Johanniskraut, Kratzdistel, Weidenröschen.
37 Rüsselkäfer, die häufigsten Arten an Hopfen, Hasel, Brennessel, Eiche.
12 Netzflügler, u.a. Florfliegen, die sich von Blattläusen ernähren, sowie Skorpionsfliegen.
1 Köcherfliegenart, deren Larven in großer Zahl in der Streu von Moos und Fallaub leben (die meisten anderen Köcherfliegenlarven leben im Wasser).
51 Kleinschmetterlinge, darunter 2 Wicklerarten, die oft massenhaft auftreten und in großen Schwärmen an den Wallseiten tanzen
32 Spanner. Besonders charakteristisch der Stachelbeer-Spanner, der in Schleswig-Holstein fast ausschließlich auf der Hasel lebt.
16 Eulen (Nachtschmetterlinge). Die charakteristischen Arten an Weißdorn, Schlehe, Eiche, Weide, Brombeere, Hopfen, Braunwurz und Brennessel.
9 Spinner. Typisch der "Schwan" (Porthesia similis) an Hasel.
7 Tagfalter, oft nur als Blütenbesucher. Larvenentwicklung an Brennessel: Tagpfauenauge, Kleiner Fuchs, Kuhauge (Ochsenauge).
30 Mücken, davon 14 Kohlschnaken, zudem Falten-, Stech- und Gallmücken.
45 Fliegen, davon manche in solchen Mengen, dass die Hecken wie übersät wirken. Besonders häufig die Tanzfliege Empis livida.
45 Schwebfliegen u.a., davon 30 Schwebfliegen, die von großer ökologischer Bedeutung sind: Larven als Blattlausvertilger, die geflügelten Tiere als Blütenbesucher der Wiesen und am Weißdorn.
40 Frucht-, Glanz-, Minier- u.a. fliegen.
90 Blumenfliegen, Schmarotzer- und Raupenfliegen.
46 Blatt und Halmwespen. Deren Larven leben an verschiedenen Heckenpflanzen, geflügelte Tiere meist räuberisch.
7 Gallwespen u.a. an Esche, Rose und Bergahorn.
110 Schlupfwespen. Als Schmarotzer bei Blattwespen, Spannern und Kleinschmetterlingen wichtige Bestandsregler anderer Arten.
40 Wespen, Bienen, Ameisen. Nur Ameisen als Dauerbewohner, die meisten Wespen und Bienen nur Besucher.
10 Hundertfüßler, u.a. Steinläufer - Kleinräuber und Abfallfresser.
17 Doppelfüßler, z.B. Schnurfüßler = Abfallfresser.
6 Asseln, z.B. Rollassel = Abfallfresser.
2 Pseudoskorpione. Kleinräuber in der Streuschicht.
6 Weberknechte, teils räuberisch, teils abfallfressend.
ca. 60 Spinnen. Besonders häufig Krabbenspinnen (auf Blüten und Blättern lauernd), Kugel-, Baldachin-, Kreuz- und Röhrenspinnen; wichtige Räuber in allen Schichten der Hecke.
27 Schnecken. Besonders häufig Weinberg-, Schnirkel- und Bernsteinschnecken.
2 Würmer (Wenigborster) der oberen Streuschicht.
2 Amphibien: Laubfrosch an Südseiten und Erdkröte.
2 Reptilien: Bergeidechse und Ringelnatter.
17 Brutvögel (siehe Übersicht weiter unten)
6 Vögel als häufige Besucher (Blau- und Kohlmeise, Haus- und Feldsperling, Grünling und Star).
6 Säugetiere mit stärkerer Bindung an die Hecke: Mauswiesel, Igel, Waldmaus, Waldspitzmaus, Zwergspitzmaus, Rötelmaus.
5 gelegentlich auftretende Säugetiere: Feldmaus, Gelbhalsmaus, Kaninchen, Feldhase, Fuchs.

Brutvögel der Hecke - wie sie nisten, was sie fressen:

Rebhuhn: Bodenbrüter; Sämereien, Kleininsekten
Fasan: Bodenbrüter; Körner, Samen, Grünzeug, Kleintiere
Turteltaube: Nest in höheren Sträuchern; Körner
Neuntöter: Nest in Dornsträuchern; größere Insekten
Heckenbraunelle: Nest im dichten Geäst; Kleininsekten
Feldschwirl: Nest dicht überm Boden; Insekten
Gelbspötter: Nest im dichten Geäst; Insekten
Gartengrasmücke: Nest niedrig im Gebüsch; Insekten
Mönchsgrasmücke: Nest niedrig im Gebüsch; Insekten, Beeren
Dorngrasmücke: Nest niedrig im Gebüsch; Insekten, Beeren
Zilpzalp: Backofennest im Gras; Insekten
Rotkehlchen: Nest in Bodenhöhlungen; Insekten, Beeren
Amsel: Nest im höheren Geäst; Insekten, Würmer, Beeren
Goldammer: Nest im Gras oder niedrigen Gebüsch; Samen, Insekten
Girlitz: Nest im höheren Gebüsch; Sämereien, Pflanzen
Grünling: Nest gern im Efeu; Sämereien, Knospen, Insekten
Hänfling: Nest in Büschen; Sämereien von Ackerkräutern

Die Pflege der Hecke

Informationen entnommen aus Jörg Bergstedt: Bedeutung Schutz Neuanlage ... von Hecken und Feldgehölzen. für die mitarbeiter der landbauaussenstellen. Landwirtschaftskammer Hannover.

Die Pflege an Hecken, d.h. das regelmäßige Zurückschneiden oder Stutzen, ist Grundvoraussetzung, damit die Hecke vorteilhaft auf die Umgebung wirken kann.

Vor allem entstehen durch jeden Schnitt neue Nistquirle für Singvögel, die Deckungsmöglichkeiten für Niederwild nehmen im dichten Unterholz zu und zudem wird die Windabbremsung gesteigert.

Je nach Heckentyp ist die Art und der zeitliche Abstand der Eingriffe unterschiedlich.

Die verschiedenen Heckenformen

Baumhecke:

  • besteht aus Sträuchern und Bäumen
  • 2-5-reihiger Aufbau möglich
  • bietet optimalen Windschutz
  • produziert Nutzholz
  • gliedert und schirmt ab
  • kann Schatten werfen
  • gezielte Pflege zur Nutzholzgewinnung nötig

Niederhecke:

  • besteht vornehmlich aus niederen Sträuchern
  • ist meist 2-reihig aufgebaut
  • braucht wenig Platz
  • wirft kaum Schatten
  • als Wilddeckung geeignet
  • bietet kaum Windschutz
  • benötigt fast jährlich Pflege

Hochhecke:

  • besteht aus niederen und hohen Sträuchern bzw. kleinen Bäumen
  • ist meist 3-reihig aufgebaut
  • bietet Windschutz
  • gliedert und schirmt ab
  • liefert Brennholz
  • kann Schatten werfen
  • benötigt weniger Pflege als die Niederhecke

Der Aufbau einer Hecke

Eine Hecke, die Lebensraum für möglichst viele Pflanzen und Tiere sein soll, muss in verschiedenen Stufen aufgebaut sein. Nicht nur die unterschiedlich schnell und hoch wachsenden Pflanzen können dann nebeneinander Platz finden, sondern vor allem die Tiere können mit ihren jeweils anderen Ansprüchen an den Lebensraum artenreich vorkommen.

Überhälter

Arten: Die am häufigsten anzutreffenden Arten sind

  • Stieleiche - Quercus robur
  • Vogelkirsche - Prunus avium

Daneben sollten gepflanzt werden:

  • Bergahorn - Acer pseudoplatanus
  • Feldulme - Ulmus campestris
  • Flatterulme - Ulmus effusa
  • Holzapfel - Pirus malus
  • Holzbirne - Pirus communis
  • Traubeneiche - Quercus petraea

Bedeutung: Überhälter sind höhere Bäume, die nicht, wie die Büsche, alle 7 bis 10 Jahre auf den Stock gesetzt werden. Sie ragen deshalb über die Buschreihe heraus. Die Bäume bieten Greifvögeln, Eulen und Tauben Nist- und Schlafplätze. Sie haben eine große Bedeutung für die Windbrechung sowie als besondere Elemente für die Gliederung des Landschaftsbildes.

Anpflanzung: Die Arten sind in der Mittelreihe der Hecke einzupflanzen, in unregelmäßigen Abständen. Auf der Strecke von 100 m Hecke können beispielsweise zwei Einzelbäume und zwei direkt nebeneinander stehende Bäume gepflanzt werden.

Pflege: Bei der Pflege der Hecke (Auf-den-Stock-setzen) müssen diese Bäume stehen bleiben. Möglich ist der Baumschnitt, vor allem bei weit ins Feld ragenden Ästen.

(Aufbau und Vorteile)

  • Auflockerung der Heckenhöhe
  • besonders starke Raumgliederung
  • Windbrechung
  • Nistplätze (Greifvögel, Eulen, Tauben, Höhlenbrüter)
  • Schlafplätze (Eulen, Fasan, ...)
  • Nutzholz, Früchte
Hohe Büsche

Arten: Schnellwachsende und bis ca. 5 m hohe Büsche bzw. auch höhere Bäume.

Die häufigsten Arten sind

  • Faulbaum - Rhamnus frangula
  • Feldahorn - Acer campestre
  • Hainbuche - Carpinus betulus
  • Hasel - Corylus avellana
  • Pfaffenhütchen - Euonymus europaeus
  • Rote Heckenkirsche - Lonicera xylosteum
  • Salix-Arten (Weiden)
  • Schwarzer Holunder - Sambucus nigra
  • Sorbus-Arten
  • Spätblühende Traubenkirsche - Prunus serotina
  • Traubenkirsche - Prunus padus
  • Viburnum-Arten
  • Zitterpappel - Populus tremula

Bedeutung: Die hohen Büsche bilden den Kernbereich einer Hecke. Sie liefern damit sowohl den größten Beitrag zur Abbremsung des Windes als zur Nutzholzgewinnung. Durch ihre starke Verzweigung sind sie Brutstätte für viele Vögel und liefern zudem Samen und Nektar als Nahrung.

Anpflanzung: Die aufgezählten Arten bilden jeweils die mittleren Reihen einer Hecke, d.h. bei drei Zeilen die eine mittlere, bei fünf Zeilen die drei mittleren usw.

Um zu verhindern, dass einige Arten verdrängt werden, sind jeweils 5 Exemplare einer Art zu einer Gruppe zusammen zu pflanzen.

Pflege: Die Büsche werden alle 7 bis 10 Jahre "auf den Stock gesetzt", d.h. Zurückschneiden bis auf den Stammansatz.

Wenn Überhälter gepflanzt sind, so müssen sie stehen bleiben.

Mantelzone

Arten: In der Mantelzone wachsen niedrige Büsche:

  • Brombeere - Rubus fruticosus
  • Geißblatt - Lonicera caprifolium
  • Hartriegel - Cornus sanguinea
  • Hundsrose - Rosa canina
  • Kornelkirsche - Cornus mas
  • Liguster - Ligustrum vulgare
  • Öhrchenweide - Salix aurita
  • Sanddorn - Hippophae rhamnoides
  • Schlehdorn - Prunus spinosa
  • Schwarzweide - Salix nigricans
  • Traubenholunder - Sambucus racemosa
  • Waldrebe - Clematis vitalpa
  • Weißdorn - Crataegus-Arten

Bedeutung: Dank starker Blüten- und Fruchtbildung ist die Mantelzone Nahrungsquelle für viele Vögel, Insekten usw. Die oft sehr dicht verzweigten und dornigen Büsche sind als Brutplätze besonders geeignet. Niederwild findet hier gute Deckung.

Holznutzung ist nicht möglich.

Anpflanzung: Um eine möglichst vielfältige Mantelzone zu erhalten, sollten die für den jeweiligen Boden brauchbaren Pflanzen auch verwendet werden. Die Mantelzone bildet immer nur die äußeren Reihen einer Hecke. Die Büsche sind jeweils zu fünft oder zu dritt zu pflanzen.

Pflege: Alle 7 bis 10 Jahre auf den Stock setzen.

Saumzone

Arten: Bodendeckende Büsche wie

  • Besenginster - Sarothamnus scoparius
  • Brombeere - Rubus fruticosus
  • Himbeere - Rubus idaeus
  • Kriechweide - Salix repens

und verschiedene Hochstauden (Weiderich etc.), Blumen, Gräser usw.

Bedeutung: Die Saumzone ist Nahrungsgebiet für viele Arten. Schalen- und Niederwild sucht sie als Äsungsfläche auf, Sämereien sind Nahrung für Vögel und Kleinsäuger und die Blüten werden von verschiedenen Insekten aufgesucht. Bodenbrüter (Rebhuhn!) leben hier ebenso wie Amphibien, Reptilien und Insekten. Auf Sonnen- und Schattenseite entwickeln sich unterschiedliche Lebensgemeinschaften.

Anpflanzung: Die Saumzone ist die gehölzfreie Randzone. Sie kann aber auch, in geringem Maße, mit Gehölzen bepflanzt sein. In unterschiedlichen Abständen können Gruppen zu je 3 Pflanzen der aufgezählten Pflanzen eingepflanzt werden. Die übrige Fläche bleibt als Selbstentwicklungsfläche frei. Nur in besonderen Fällen (z.B. Hangsicherung) ist eine Ansaat vorzunehmen.

Pflege: Eventuell Zurückschneiden.

Durchforsten

  • bei Baumhecken
  • einzelne Bäume und Büsche werden geschlagen
  • nur abschnittsweise, kein Radikalschlag

Überhälter: Bäume, die als Überhälter stehen bleiben sollen, müssen von den Pflegemaßnahmen ausgenommen werden.

Holzeinschlag nach Möglichkeit gleichmäßig über die Heckenlänge verteilen.

Auf den Stock setzen

  • vorwiegend bei Hochhecken
  • alle 7-10 Jahre
  • nur abschnittsweise, kein Radikalhieb

Überhälter: Bäume, die als Überhälter stehen bleiben sollen, müssen von den Pflegemaßnahmen ausgespart werden.

Holzeinschlag entweder gleichmäßig über die Heckenlänge verteilen oder abschnittsweise, z.B. in drei Arbeitsgängen (3., 6. und 9. Jahr nach letztem Schnitt).

Zurückschneiden

  • vorwiegend bei Niederhecken
  • alle 1-3 Jahre

Hecken dieses Typs sollten möglichst mindestens an einigen Stellen höhere Büsche oder kleine Bäume aufweisen, um den darauf spezialisierten Tierarten Lebensraum zu bieten.

Diese Pflanzen müssen dann von den Pflegemaßnahmen ausgespart werden.