Schöner Wohnen:Konfliktpotential

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Inhaltsübersicht

Welche Probleme könnten im Zusammenleben auftauchen, welche Ängste bestehen?

das könnten wichtige Themen für weitere Treffen sein, nur wenige davon wurden bisher besprochen, daher besteht noch viel Klärungsbedarf:

  • Leute dominieren das Projekt, versteckte Hierarchien
    • Falk ist gerade sehr aktiv und setzt am meisten darauf, dass das Projekt möglichtst bald startet. Kim hat den Eindruck, dass der Fortschritt des Projekts stark an Falks Befinden gekoppelt ist. Dadurch dass es den Prozess verlangsamen würde, wenn sie Bedenken äußert , entstehen Hemmungen dies zu tun. Dadurch dass sie sich im Moment nicht um alternative Hausobjekte bemüht, werden diese Hemmungen noch verstärkt.
    • Konflikte durch (scheinbares) Kompetenz-/Erfahrungsgefälle im Projekt (siehe solche Abläufe in anderen Projekten wie Saasen)
    • Intransparenz durch mangelnden Austausch über Vorhaben und Aktionen
    • Verunsicherung durch überhebliche Bemerkungen / Gesten (z.B. abfällige Witzchen, die Andere das Gefühl geben, nicht ernst genommen zu werden)
      • Unsicherheit durch Erwartungsdruck von Anderen, die von vornherein das Projekt scheitern sehen
    • gewünschte Ergänzungseffekte (Einzelkämpfis united) klappen nicht, weil Leute selten im Haus sind
    • Gruppen mit einem höheren Organisationsgrad / Gruppenbindung / G.-Zwang (z.B. K-Gruppen, Linksdruck, Jugendorg. pol. Parteien, Sekten/Esos, Faschos) schaffen sich bzw. eigenen sich Schlüsselpositionen an. (ggf. als schleichender Prozess)
  • nicht genügend Leute für direkte Intervention > Unsicherheit und Lähmung / sich schwach fühlen
    • Desinteresse an Problemen 'Anderer' (sich nicht betroffen fühlen - 'das ist nicht mein Problem, das geht mich nichts an')
  • mangelnde Verantwortung
    • Ungleichgewicht bei Repro(Haus)Arbeit
    • Kaputtwohnen
    • "Besetzung"/Privatisierung des Projekts durch dickfellige Menschen, die es nicht stört, wenn Andere ihr Verhalten nicht OK finden
    • Projektheuschrecken (der Begriff ist problematisch, da er durch die häufige Benutzung in den Massenmedien vorbelastet ist)
  • Projektion von Erwartungen/Wünschen auf andere am Projekt Beteiligte
  • Arbeits-Effizienz-"Wahn" - Leistungsdruck
  • Zusammenleben mit Kindern im Haus (dieser Stichpunkt ist deutlich umstritten!)
  • Aggressives Verhalten, Mobbing
  • Verein und Rechtsformen - und was dadurch an Schwierigkeiten entstehen könnte
  • zu starke Anpassung des offiziellen Projekts, um Förderwürdigkeit zu erlangen?
    • frisst eventuell zu viel Energie und verursacht zu viele Vorgaben für bauliche Gestaltungen
    • Alternative: stärkere Konzentration auf kostenlose Beschaffung von Material und Knüpfen von Kontakten zu alternative Handwerkis
  • Was passiert, wenn das Haus 'gefährdet' wird und nicht 'genügend' Menschen für direkte Intervention vorhanden sind. Das Haus ist für 'die' Leute, nicht Leute für das Haus.
    • Problemfall: alle landen auf ein mal im Knast
    • Haus sollte nie leer stehen. Es sollten Absprachen darüber getroffen werden, wer wann (nicht) da ist. Lieber (vorübergehend) schließen als leer stehen lassen.

Dominanzabbau

Da ein wesentliches Ziel dieses Projektes der Abbau von (versteckten) Hierarchien und Emanzipation aus Unterdrückungsverhältnissen ist, sollte das Erkennen und Bekämpfen von Dominanzen ein zentraler Punkt sein

Dominanz bedeutet, 'dass die einen Individuen gegenüber den anderen Individuen einen höheren sozialen Status haben, worauf letztere unterwürfig reagieren.' (Wikipedia)

'Individuum A schränkt die Rechte und Freiheiten von Individuum B ein und gesteht sich selber diese Rechte und Freiheiten zu, was von B akzeptiert wird. Dominanz ist immer beziehungsspezifisch und ist zeit- und situationsabhängig.'

Formen von Dominanz

  • Wissensvorsprung, dem nicht entgegengewirkt wird
  • Ausübung von Druck als akzeptierte Autorität
  • Beanspruchung von Ressourcen (auch Zeit!) vor Anderen

siehe auch: Eliten

Motivation

Auf dem basisdemokratische Sommercamp auf Lutter gab es eine Diskussion zum Thema Warum sind so wenige Anarchistis über 40 auf dem Camp anzutreffen?. Vielleicht ist das ein nützlicher Input für die Diskussion zur Motivation auch für unser Projekt.

Thesen aus dem ü40-Workshop

  • Beobachtung (in der Workshoprunde): es sind keine Frauen anwesend (mangelndes Interesse?)
  • mensch bekommt das zur Änkündigung passende Publikum (warum kommen immer nur die gleichen zu Workshops?)

ü40

  • in der (A) Szene brechen die älteren Leute irgendwie weg
  • es gibt ein Loch bis zum Rentenalter
  • je älter, desto mehr Bedürfnis nach Struktur / Verbindlichkeit (Haushalt!)
  • Ältere sind zu mehr Verbindlichkeit sozialisiert
  • im Laufe des Lebens häufen sich Verpflichtungen an
  • Frust sammelt sich an > Enthusiasmus lässt nach
  • mit der Erfahrung schlechter Organisation des Camps nimmt Selbstorganisation zu (z.B. eigene Eddings)
    • vielleicht ist "Ego-Organisation" ein besserer Begriff dafür, denn Selbstorganisation bedeutet nicht nur für sich etwas zu organisieren...
  • mit der Erfahrung / dem Alter nimmt die Langeweile z.B. auf Plena zu (immer gleiche Diksussionen)
  • mit dem Alter nimmt die Organisationsbereitschaft ab (Entumutigung durch negative Erfahrungen)
  • die Bereitschaft für Kollektives Leben / Arbeiten sinkt (zu hohe / höhere Ansprüche)
  • es gibt kein inhaltlich spannendes Programm für Fortgeschrittene
  • verlagerung der Energien in private Projekte im eigenen Bekanntenkreis (mit zunehmendem Alter)
  • durch das Verstehen von Herrschaftsmechanismen nimmt der Glaube an Veränderung (-smöglichkeiten) ab; Gegenbeobachtung: Veränderungen passieren ständig

(* Altersweisheit: (A) erfüllt Erwartungen nicht - Revolution findet nicht statt)

  • Ältere bezeichnen sich weniger als Anarchos; Erfahrung: Anarchie allein ist nicht gut und muss mit anderen Inhalten gefüllt werden

u25

  • eine Bewegung > Junge werden aktiv > Manche machen lange weiter
  • Leute um die 20 sind netter
  • jüngere hängen lieber partymäßig ab
  • Alkohol ist abträglich (für Campstimmung und Arbeitsathmosphäre - /bereitschaft)
  • Junge brauchen einen Ort, Fehler Selber (nochmal) machen zu können
  • Anarcho-Mode ist eine Jugendkulur und auf diese beschränkt ("Ich will nicht Teil einer Jugendbewegung")
  • "Wer mit 20 kein Anarchist gewesen ist, aus dem wird nie ein guter Demokrat." Herbert Wehner (Beruhigenderweise werden nicht alle Anarchistis Demokratis)

Camp

  • Menschen zum 1. Mal auf dem Camp fühlen sich allein gelasssen (und kommen nicht wieder)
  • Szene ist schwer zugänglich für Neue (in der Midlifecrisis)
  • (A)-Camps sind frustig und mensch gibt sich das nicht gern / oft
  • Fehler werden seit 20 Jahren wiederholt
  • es gibt wenig Kontinuität / Austausch zwischen den Orgateams