Projekte:Independent Media Center

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Inhaltsübersicht

Independent Media Center

(Falk+, Hauke+)

Die Grundidee des Independent Media Centers (IMC) ist es, Zugang zu unabhängigen Medien wie beispielsweise Indymedia zu ermöglichen. Dazu muss ein ausreichend schneller Internetzugang und softwareseitig mindestens einfach Bildbearbeitungs-, Videoschnitt, Audioschnitt und Office-Programme vorhanden sein. Das Independent Media Center ist als freies Pressezentrum vorstellbar, das "von unten" gleichberechtigt von Menschen, die Medien machen wollen, genutzt werden kann. Es soll die nötige Technik geben, damit mensch journalistisch unterwegs sein kann - z.B. Digitalfotoapparate, Videokameras und Diktiergeräte.

  • Flächenbedarf: ca. 30 m²
  • Inventar:
    • Client-PCs für Internet, Office-Anwendungen - z.B. Indymedia-Nutzung
    • leistungsstarker Layoutcomputer
    • Video- und Audioschnittplätze
    • ausleihbare Notebooks (Aktionscomputer, Mediencomputer)
    • Aktions-UMTS-Flatrate-Karte
    • Aktionshandy mit Flatrate
    • Diktiergeräte
    • Videokamera, Digitalfotoapparate
    • Videorekorder, DVD-Rekorder
    • CD- & DVD-Brenner
    • transportabler Drucker
    • Pinnwände
  • Output:
    • Filmabende mit Indymedia-, KanalB- und ähnlichen Videos
    • Layout-, Radio- und Videoworkshops, Veranstaltungen zu SafeWorks am PC und im Internet (Überwachungs- und Ausspioniergefahr, Schutz davor)
    • Indymedia-Printausgaben
    • lokale Berichterstattung in unabhängigen Medien
    • Bewerbung des Independent Media Centers


Indymedia

Auch wenn der Titel "Independent Media Center" so etwas andeuten sollte, geht es nicht darum, eine weitere Indymedia-Server-Struktur aufzubauen. Dafür wären mehr technisches Know-How und auch personelle Kapazitäten nötig. Ein Wunsch ist es allerdings, auch die Nutzung von Indymedia zu erleichtern und dazu einzuladen. In diesem Zusammenhang steht die Idee, häufiger Infoveranstaltungen mit Videos, die z.B. über Indymedia publiziert wurden (aber auch andere, wie z.B. KanalB-Filme), zu zeigen, Medienworkshops als Einführung in die Nutzung bestimmter Techniken und Medien zu veranstalten, Indymedia-Printausgaben herzustellen und zu verteilen und dazu beizutragen, dass aus der Region mehr über Indymedia als Plattform veröffentlicht wird.

Darüberhinaus bildet sich möglicherweise eine Gruppe von Menschen, die intensiver bei Indymedia einsteigen und in diesem Netzwerk bei der Moderation, technischem Support oder der Weiterentwicklung dieses Medienprojektes mitwirken wollen. Das Independent Media Center ist aber nicht nur für Indymedia da, sondern auch für eigene Video- und Radioproduktionen, für die Zeitungsarbeit und alle anderen journalistischen Aktivitäten. Das IMC soll eine unabhängige, nichtkommerzielle Alternative zu den üblichen Landesfunkhäusern der öffentlich-rechtlichen Sender darstellen.

Printmedien und Layout

Mindestens einen Layout-Computer mit großer Leistungsfähigkeit soll es geben, besser wären drei oder mehr Rechner, damit z.B. parallel an einem Zeitungsprojekt gearbeitet werden kann. Dazu frei verwendbares Layoutmaterial, hochauflösende Scanner, für Layout-Arbeiten ausreichend große Monitore und geeignete Software.

Diese Layoutcomputer sollen in erster Linie für die Gestaltung von Printmedien, zur Bildbearbeitung oder dem Layouten digitaler Medien zur Verfügung stehen. Zeitungsprojekte können hier ihre Ausgaben layouten und für den Druck vorbereiten. Wenn mehrere Redaktionen das IMC nutzen, könnte es nötig werden, zeitliche Vereinbarungen zur Nutzung der Rechner zu treffen. Dabei ist wichtig, dass die offene Nutzbarkeit der Infrastruktur nicht durch weitreichende Vorbelegungen eingeschränkt wird. Es soll möglich sein, dass jemand auch spontan etwas layouten kann.

Video- und Audio-Schnittplätze

Weitere Computer sollen für die Arbeit mit Videodateien und Audiobeiträgen optimiert werden. Diese müssen sehr hohe Rechen- und Speicherkapazitäten haben und über besondere Hardware (z.B. spezielle Video- und Audiokarten) verfügen. Bei der Videoproduktion werden unter Umständen auch DVDs produziert, für deren Produktion geeignete Technik vorhanden sein muss.

Die Video- und Audioschnittplätze stehen in erster Linie für diese spezielle Nutzung zur Verfügung. Sollte gerade kein Bedarf an den Schnittplätzen bestehen, können sie auch für Office-, Internet- und andere Arbeiten genutzt werden und erweitern damit den Rechnerpool des Mediencenters.

Ausleihbare Infrastruktur

Um Medienarbeit und unabhängigen Journalismus zu ermöglichen und zu unterstützen, soll es einen Fundus an Videokameras, Fotoapparaten, Speichermedien, Diktiergeräten und anderer nützlicher Technik geben. Hinzu kommen einzelne besondere Ausstattungen für die mediale Begleitung z.B. von größeren Aktionen oder für längere Recherchephasen. Hier ist u.a. an Flatrate-Handys, Medienlaptops und UMTS-Internet-Flatrates gedacht.

Ein Teil dieser Infrastruktur ist hochempfindlich und nur mit großem Aufwand wiederzubeschaffen, wenn sie beschädigt oder verloren gegangen sein sollten. Den NutzerInnen muss diese Problematik vermittelt werden und Überlegungen getroffen werden, wie die - fast unvermeidlich zu erwartenden - Verluste ausgeglichen bzw. ersetzt werden können. Auch der Ausleihmodus ist zu klären und Transparenz darüber herzustellen.

Veranstaltungen und Eigenwerbung

Von den im Independent Media Center arbeitenden Leuten können hier auch Workshops z.B. zu Sicherheitsproblemen beim Nutzen von Internet und Computern, zur Verwendung von spezieller Software, zu Medienpolitik oder ähnlichen Themen veranstaltet werden. Vor allem, wenn dazu Computer (beispielsweise zu Präsentations- oder Übungszwecken) gebraucht werden, bietet sich die Nutzung des IMC regelrecht an. Auch die Seminar- und Veranstaltungsräume im Haus können dafür mitgenutzt werden.

Damit viele Leute wissen, dass sie hier aktiv werden können, soll durch Flyer und ähnliches auf das Independent Media Center aufmerksam gemacht und über seine Ressourcen informiert werden. Auch die Veranstaltungen, die von hier ausgehen, können helfen, dass das IMC bekannter wird.

Selbstverwaltung

Wie andere Projekte im Haus wird auch das IMC selbstverwaltet organisiert. Es ist ein eigenständiges Projekt und eine Offene Plattform[1] mit inhaltlicher Rahmenvorgabe - innerhalb dieser Rahmensetzung gelten die Prinzipien Offener Räume[2]. Die Menschen, die die Infrastruktur des IMC nutzen oder verändern wollen, sollen möglichst "auf gleicher Augenhöhe"[3] miteinander umgehen. Über Änderungen, die auch andere betreffen, sollte Transparenz hergestellt und bei Konflikten mit anderen Ideen oder Bedürfnissen offen darüber verhandelt werden.

Auch unter MedienaktivistInnen und unabhängigen JournalistInnen ist häufig eine Verhaltensweise anzutreffen, die schwer mit emanzipatorischen Zielen vereinbar ist: Ungeduldigkeit, die in zu wenige Bereitschaft, sich mit kommunizierten Problemen anderer NutzerInnen der Infrastruktur auseinanderzusetzen, mündet. Überbewertung der Wichtigkeit der eigenen Tätigkeiten im Vergleich zu anderen Dingen, die schnell dazu führt, dass Reproduktionsarbeiten (z.B. Verbrauchsmaterial heranschaffen, Müll wegbringen, aufräumen) auf Andere abgeschoben werden. Darüberhinaus fehlt es in Offenen Projekten häufig an der Bereitschaft oder schon an dem Bewusstsein, dass auch Kurzzeit-NutzerInnen sich an der Pflege und Verbesserung der Infrastruktur beteiligen sollten, damit Selbstorganisation funktioniert. Für diese Probleme wird nicht nur im Independent Media Center nach kreativen Lösungen zu suchen sein.

Bestimmte Ressourcen wie ausleihbare Geräte werden gewiss häufiger zur gleichen Zeit von mehreren Leuten gebraucht, so dass hier Konflikte vorprogrammiert sind. Wie sich die NutzerInnen organisieren ist ihnen überlassen - es könnten Ausleih-Terminkalender eingerichtet werden, Prioritäten vereinbart werden oder mehr Geräte beschafft werden, um den Bedarf zu decken. Wichtig ist, dass Vereinbarungen nicht auf ewig getroffen sind, sondern verhandelbar bleiben und dass darauf geachtet wird, dass auch neu hinzukommende Menschen relativ leicht einsteigen können.

Vernetzung

Das Independent Media Center kann in Absprache mit den anderen NutzerInnen von den verschiedenen Braunschweiger Gruppen und Organisationen für ihre Projekte und z.B. Öffentlichkeitsarbeit genutzt werden. Es bietet sich für kleine Zeitungsprojekte, Radiogruppen oder VideoaktivistInnen als Arbeitsort regelrecht an.


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