Garten:Hintergrundwissen

Aus Schöner Wohnen
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Zusammenstellung von Hintergrundinformationen aus verschiedenen Quellen (mit Referenzangaben). Ausführungen und Empfehlungen zum Einsatz tierlicher Produkte wurden in der Regel entfernt, da wir hier ein Gartenprojekt ohne Tierausbeutung[1] entwickeln wollen.

Die hier bereit gestellten Hintergrundinformationen spiegeln nicht notwendigerweise unsere Ansichten wider. Wir bzw. das Ökogartenprojekt am Projekthaus ist derzeit noch in einem Entwicklungs- und Selbstfindungsprozess. An einigen Punkten ist für uns bereits offensichtlich, dass wir mit den recherchierten Hintergrundtexten nicht einer Meinung sind. Nach und nach werden wir unsere eigenen Ansichten, Methoden und Erfahrungen auf dieser Website einbauen. In vielen Texten wird das Anlegen eines Gartenteichs empfohlen - wir wollen das hier nicht machen, einerseits, weil wir solche künstlichen Biotope fragwürdig (und arbeitsintensiv) finden, andererseits gibt es sowieso einige Teiche im weiteren Umfeld des Projekthauses. Zudem gibt es die - vage - Idee den unterirdisch durch den Garten geführten Bach eines Tages wieder nach oben zu verlegen - damit hätten wir dann ein Wasserbiotop auch im Ökogarten.


Inhaltsübersicht

Gemüsegarten

Anbauvariationen

Es kann grundsätzlich zwischen Misch- und Zwischenkultur unterschieden werden:[2]

  • Mischkultur: Mischung von Pflanzenarten/Gemüsesorten innerhalb einer Pflanzreihe/Beetes. Der Wechsel von Gemüsesorten in zeitlicher Abfolge innerhalb eines Beetes wird Fruchtfolge genannt.[3]
Vorteile: optimale Flächennutzung, gegenseitige Wachstumsförderung, Erhöhung des Schutzes gegen Krankheiten und "Schädlinge"; kann durch erhöhte Beschattung des Bodens dessen Feuchtigkeit erhöhen und verringert Wachstum ungewünschter Pflanzen ("Unkräuter")
Nachteile: erhöhter Planungsaufwand (Kombinationsmöglichkeiten, Fruchtwechsel, Pflanzenfamilien)
  • Zwischenkultur: Reihen unterschiedlicher Arten nebeneinander auf dem Beet


Welche Pflanzen zusammen passen, hängt vor allem von deren Nährstoffansprüchen ab, denn sie haben oft ein unterschiedliches Nährstoffspektrum. Es kann in Starkzehrer (z.B. Tomaten, Kohl, Sellerie), Mittelstarkzehrer (z.B. Karotten, Salat, Zwiebeln) und Schwachzehrer (z.B. Rote Rüben und alle Kräuter) unterteilt werden. Mischkulturen entnehmen dem Boden anders als Monokulturen Nährstoffe nicht einseitig. Hinzu kommen teilweise unterschiedliche Wurzeltiefen, die dafür sorgen, dass die Pflanzen sich im Boden weniger in die Quere kommen.[3]

Außerdem geben viele Pflanzen sogenannte Phytonzide (Pflanzenwirkstoffe) in den Boden ab, deren Wirkung kann mit unseren Antibiotika verglichen werden. Dadurch können Nachbarpflanze gehemmt oder gefördert werden. Bei dem gemeinsamen Anbau auf einem Beet können somit gegenseitig Erreger und Schädlinge fern gehalten werden. Durch diese gegenseitige Förderung wachsen die Pflanzen gesünder heran, was zu besseren Ernteerfolgen führen kann. Gesunde Pflanzen sind weniger anfällig gegen Pilze, Bakterien und weitere Schädlinge.[3]


Fruchtfolge:

Bei der Fruchtfolge handelt es sich um den wechselnden Anbau von Pflanzen auf dem gleichen Beet. Dieser Fruchtwechsel kann jährlich oder innerhalb einer Vegetationsperiode (Kulturfolge) geschehen. Um einen erfolgreichen Fruchtwechsel durchzuführen, ist die Kenntnis der Pflanzenfamilien sehr hilfreich. Würden jedes Jahr die selben Gemüsesorten intensiv angepflanzt werden, würden dem Boden einseitig Nährstoffe entzogen werden und die Pflanzen würden nicht mehr so gut wachsen.[4][5]
Grundsätzlich gilt beim Fruchtwechsel: auf Starkzehrer folgen Mittelzehrer, auf Mittelstarkzehrer folgen Schwachzehrer. Die Einteilung von Pflanzen in diese Kategorien ist nicht ganz eindeutig möglich, aber hilft grob als Orientierung beim ökologischen Gartenbau. Ein weiterer Vorteil des Wechsels von Gemüsesorten ist die Reduzierung des Krankheitsrisikos, da Erreger sich eher konzentrieren und vermehren, wenn deren Zielpflanze jedes Jahr an gleicher Stelle wächst. Im Idealfall ergänzen sich die Pflanzen in der Fruchtfolge durch ihre biologische Schädlingsabwehr.[5]
Beispiele für Fruchtfolgen stellt der Ökogarten Völklingen bereit.
Beispiele für Pflanzen mit unterschiedlichen Nährstoffansprüchen[5]
Kategorie Beispiele
Starkzehrer
großer Nährstoffbedarf
Kohlarten (z.B. Rot- und Weißkohl, Wirsing, Blumenkohl, Rosenkohl, Chinakohl), Gurken, Kartoffeln, Porree, Sellerie, Kürbis, Zucchini, Tomaten, Rhabarber, Obstbäume
Mittelzehrer
mittlerer Nährstoffbedarf
Zwiebeln, Karotten, Knoblauch, Fenchel, Salatarten, Spinat, Schwarzwurzeln, Radieschen, Kohlrabi, Paprika
Schwachzehrer
wenig Nährstoffbedarf
Rote Rübe, Bohnen (Leguminosen), Erbsen (Leguminosen), Kräuter


Kulturfolge:

Unter Kulturfolge versteht man die Vor-, Haupt-, Zwischen- und die Nachkultur. Schnellwachsende Gemüsearten wie Radieschen, Spinat oder Salat werden als Vorkulturen im Frühjahr, als Zwischenkulturen im Sommer oder als Nachkulturen im Spätsommer eingesät.[4]


Pflanzenfamilien:

Auf keinem Fall soll in einem Beet zwei Jahre hintereinander die gleiche Gemüseart angebaut werden. Jahr für Jahr sollten sich die Pflanzenfamilien im Beet abwechseln. Die Hauptkulturen, wie Kreuzblütler, Doldenblütler oder Leguminosen benötigen eine lange Zeit für ihr Wachstum. Sie sollten nur in dreijährigem Abstand auf Gemüsearten der eigenen Pflanzenfamilie folgen. Auf sandigen Böden sollten sogar fünf Jahre keine Kreuzblütler aufeinander folgen.[4]
Pflanzenfamilien und Gemüsearten
Pflanzenfamilie Gemüsearten
Baldriangewächse Feldsalat
Rauhblattgewächse Borretsch, Beinwell
Doldenblütler Dill, Gurkenkraut, Gartenkerbel, Kerbel, Stangensellerie, Bleichsellerie, Knollensellerie, Gewürzsellerie, Schnittsellerie, Kümmel, Kerbelrübe, Knollenkerbel, Rübenkerbel, Koriander, Karotten, Knollenfenchel, Gemüsefenchel, Pastinake, Petersilie, Wurzelpetersilie, Petersilienwurzel, Anis, Zuckerwurzel, Süßwurzel
Eiskrautgewächse Neuseeländer Spinat
Gänsefußgewächse Blattmangold, Schnittmangold, Stielmangold, Rote Rübe (Rote Bete), Spinat
Gräser Zuckermais, Getreide
Hahnenfußgewächse Schwarzkümmel
Leguminosen
Leguminosen versorgen den Boden mit Stickstoff und schließen im Boden gebundene Phosphate auf[6]
Sojabohne, Linse, Gelbe Lupine, Luzerne (Alfalfa), Feuerbohne (Prunkbohne), Buschbohne, Stangenbohne, Zuckererbse, Markerbse, Palerbse, Inkarnatklee, Weißklee, Bockshornklee, Puffbohne (Dicke Bohne), Ackerbohne (Saubohne)
Kapuzinergewächse Kapuzinerkresse
Knöterichgewächse Buchweizen, Rhabarber, Gartensauerampfer
Korbblütler Estragon, Ringelblume (Tagetes), Echte Kamille, Endivie, Zichorie, Radicchio, Wurzelzichorie, Kaffeewurzel, Treibzichorie, Spargelsalat, Kopfsalat, Eissalat, Pflücksalat, Schnittsalat, Kraussalat, Lattich, Lattichsalat, Schwarzwurzel, Löwenzahn
Kreuzblütler Meerrettich, Kohlrübe (Steckrübe), Schwarzer Senf, Blumenkohl, Rotkohl, Spitzkohl, Weißkohl, Rosenkohl, Kohlrabi, Broccoli, Wirsingkohl, Grünkohl, Pak-Choi, Schnittkohl, Chinakohl, Speiserübe, Mairübe, Meerkohl, Gartenkresse, Ölrettich, Radies, Gelbsenf
Kürbis-Gurkengewächse Wassermelone, Gemüsemelone, Zuckermelone, Gurke, Feigenblattkürbis, Riesenkürbis, Zucchetti (Zucchini), Gartenkürbis, Spaghettikürbis
Liliengewächse Perlzwiebel, Lauch (Porree), Schalotte, Küchenzwiebel, Speisezwiebel, Winterheckezwiebel, Lauchzwiebel, Knoblauch, Schnittlauch
Lippenblütler Anis-Ysop, Ysop, Lavendel, Zitronenmelisse, Pfefferminze, Goldmelisse, Basilikum, Majoran, Oregano, Rosmarin, Salbei, Bohnenkraut, Bergbohnenkraut, Thymian
Malvengewächse Okra
Nachtschattengewächse Gewürzpaprika (Pfefferoni, Spanischer Pfeffer, Cayennepfeffer, Chili), Gemüsepaprika, Tomate, Tomatillo, Kapstachelbeere, Aubergine, Eierfrucht, Kartoffel
Portulakgewächse Winterportulak (Winterpostelein), Sommerportulak
Rosengewächse Erdbeere, Monatserdbeere, Pimpinelle, Himbeeren, Brombeeren
Wasserblattgewächse Bienenfreund (Phazelia)


Hochbeet

Informationen entnommen aus Ökogarten der VHS Völklingen: Beetformen – Hochbeet. 26. März 2012.

Wer die Vorteile kennt, wird wohl nicht mehr auf ein Hochbeet verzichten wollen. Das Arbeiten in einer Höhe von 90 cm schont den Rücken! Das Hochbeet ist ca. 1 m breit, die Länge beliebig.

Die Umfassung kann mit Holz (Nadelholz am besten) oder Bohlen erfolgen. Auch Grassoden sind möglich. Ein gemauertes Hochbeet ist die Luxusausführung. Wir haben nach Rundholz, Buchenbalken, Holzbohlen zu guter letzt Pflanzsteine als Umrandung gewählt.

Der Vorteil liegt einmal in der für viele, viele Jahre stabilen Fassung, zum anderen kann man rundherum wunderbar Kräuter anpflanzen. Die Ausrichtung sollte in Nord-Südrichtung erfolgen, eine leichte Schrägung in Richtung Sonne erfolgen. Dadurch wird die Sonneneinstrahlung erhöht.

Der Boden muss gegen Wühlmäuse abgedichtet sein. Im Ökogarten haben wir Porotonsteine verwandt. Wer diese Kosten sparen möchte, sollte dennoch zumindest einen dichten, rostfreien Draht einbringen (sackt nach mehreren Jahren durch). Die Füllung erfolgt in Schichten: grobes Gehölz (Sie werden staunen, was da reinpasst), zum Ausfüllen der Hohlräume kleingehäckseltes Holz, dann 10 cm komprimierte Laubschicht, 15 cm komprimierte Schicht mit frischem Pferdemist, zum Abschluss 20 cm Gartenerde. Das Hochbeet sackt in jedem Jahr mehrere cm zusammen, die mit Gartenerde aufgefüllt werden. Die Füllung hält mindestens 5 Jahre.

Aufgrund des Pferdemistes sollten im 1. Jahr nur Starkzehrer (Kohl, Tomaten, Sellerie, Porree) gepflanzt werden. Im 2. Jahr gibt es keine Einschränkungen. Das Hochbeet stellt keine Barrieren für Schnecken dar, deshalb müssen auch hier die üblichen Methoden wie der Anbau einer Einwanderungsschranke sowie das Absammeln angewandt werden.

Hochbeete müssen stärker gegossen werden. Aufgrund der Schwerkraft läuft das Wasser schneller ab. Deshalb empfiehlt es sich, unbedingt zu mulchen. Im Ökogarten haben wir eine Wassertonne direkt neben das Hochbeet platziert. Die Hochbeete bilden keine Einwanderungsschranke für Schnecken. Deshalb auch hier die üblichen Methoden anwenden. Zum Beginn der Inbetriebnahme des Hochbeetes Schnecken absammeln, da diese auch in dem eingebrachten Erdreich vorhanden sein können. Im Ökogarten haben wir eine Einwanderungsschranke an den Wänden befestigt. Dies ist ein gebogenes Zinkblech.


Hügelbeet

Informationen entnommen aus Ökogarten der VHS Völklingen: Beetformen – Warmbeet. 26. März 2012.

Im November fallen viel Laub und sonstige Pflanzenabfälle im Garten an, die wir alle in das Hügelbeet einbauen können. Daher ist jetzt die beste Zeit für den Hügelbeetbau. Es kommt hinzu, dass durch die nun häufigen Niederschläge die Materialien gut angefeuchtet sind. Trockenes Material sollte nicht eingebaut werden, da es sonst im kommenden Sommer zu Wasserversorgungsschwierigkeiten auf dem Hügel kommt.

Die Breite des Hügels beträgt etwa 180 cm, die endgültige Höhe liegt bei 90 cm. Zunächst bringen wir 30 cm hoch grobes Astmaterial (z. B. Holz-, Baumschnittabfälle, Pflanzenabfälle, Tomaten- und Sonnenblumenstengel) als Kern ein (Schicht 1). Darauf wird als Stützschicht eine Schicht aus Grassoden aufgelegt (Schicht 2), die Soden mit der Grasnarbe nach unten. Auf diese folgt eine 10 - 20 cm hohe Laubschicht (Schicht 3). Danach legen wir eine 10 cm hohe Schicht aus noch nicht ausgereiftem Kompost als Wärme- und Nährstofflieferant für den Winter auf (Schicht 4). Darauf geben wir eine 10 cm hohe Schicht aus Reifkompost (Schicht 5). Den Abschluss bilden etwa 10 cm humusreiche Gartenerde (Schicht 6). Bei saurem Boden (PH-Wert sollte bestimmt werden) arbeiten wir in diese letzte Schicht kohlensauren Kalk ein.

Das Hügelbeet kann man auf seinem Grat mit einer Wasserinne versehen. Dadurch ist das Gießen im Sommer einfacher. Auf jeden Fall sollte auch das Hügelbeet wie alle anderen Beete gemulcht werden. Dadurch wird das Wasser besser gehalten und eine Ausschwemmung des Gartenbodens erfolgt in geringerem Maße. Das Hügelbeet kann drei Jahre Verwendung finden. Es sackt von Jahr zu Jahr immer mehr ein. Zu Beginn sollten Starkzehrer angebaut werden, im zweiten Jahr Mittelstarkzehrer.

Vorsicht: Der Holzkern ist zuweilen beliebtes Brutrevier der Wühlmaus. Da das Hügelbeet von allen Seiten zugänglich ist, nutzt der Einbau eines Drahtes zur Abschirmung nichts. Im Sommer muss kräftig gegossen werden. Wenn Tomaten eingepflanzt werden, sollten diese dann auf der Mitte des Hügels platziert werden. Im Ökogarten haben wir nach mehreren Jahren den Bau von Hügelbeeten eingestellt und haben uns voll und ganz auf das Hochbeet konzentriert, das wir bis heute betreiben.


Kräuterspirale herb spiral


Informationen entnommen aus Ökogarten der VHS Völklingen: Kräuter im Ökogarten – Aufbau einer Kräuterspirale. 26. März 2012:
Die Kräuterspirale sollte einen Durchmesser von 2,5 bis 5 m haben. Die höchste Stelle, 80 cm bis 1,10 m, sollte nach Norden, die niedrige nach Süden ausgerichtet sein. Die Windungen der Spirale werden mit Steinen aufgeschichtet. Dabei sollte man in der Region vorkommende Steine verwenden. Auch Kalksteine können Verwendung finden.

Die Fläche wird mit dem Spaten ausgehoben und eingeebnet. Wir haben zunächst die Umrandung mit den Steinen gelegt. In den inneren Kern kann man kalkhaltigen Bauschutt oder Kalksteine einfüllen. An der flachen Stelle läuft die Kräuterspirale in einen kleinen Teich aus, der mit einer Folie gestaltet wird. Dieser Bereich wird natürlich tiefer ausgehoben.

Nun werden die Steine aufeinander geschichtet. Unebenheiten kann man mit Sand oder Erde ausgleichen. Wenn die Spiralwände wachsen, den Innenteil immer mit auffüllen, damit die Mauer nicht zusammenbricht. Die obersten 20 cm sollten mit Gartenerde aufgefüllt sein, darauf eine 1 cm dicke Schicht aus Reifkompost.

Bepflanzung der Kräuterspirale
An der obersten Stelle werden die südländischen, Sonne liebende Kräuter wie Thymian, Rosmarin, Lavendel, Oregano gesetzt. Diese Kräuter vertragen eher die Trockenheit als andere. In der Spirale abwärts folgen dann die anderen Kräuter wie Pimpinelle, Weinraute, Eberraute, Liebstöckel, Sauerampfer. In den Teich setzen wir Brunnenkresse.


Warmbeet

Informationen entnommen aus Ökogarten der VHS Völklingen: Beetformen – Warmbeet. 26. März 2012.

Das Warm- oder Frühbeet eignet sich mit seiner selbsterzeugten biologischen Wärme in unserem Klima für eine Frühkultur von Gemüse ab Februar. Im Ökogarten Völklingen benutzen wir das Frühbeet auch zur Anzucht unserer Gemüsepflanzen für die anderen Beete.

Wir können uns ein solches Beet selbst bauen, wenn wir 3 cm starke Holzbohlen verwenden. Das Holz wird vor dem Einbauen mit einem ungiftigen Holzimprägniermittel (erhältlich im Fachhandel) gut getränkt; dieses erfolgt am besten durch ein zweimaliges Anstreichen. Im Ökogarten haben wir den Rahmen des Warmbeetes gemauert. Zum Abdecken sollte man Glasscheiben verwenden. Diese sollten möglichst dicht abschließen. Die Glasabdeckung kann mit alten Fenstern erfolgen. Aber auch mit einer stärkeren Folie kann man den Deckel aus Folie und Holzrahmen bauen. Die Folie sollte allerdings lichtdurchlässig sein, sonst schießen die Pflänzchen in dem Anzuchtbeet in die Höhe.

Um sicher zu gehen, dass keine Wühlmäuse ins Warmbeet einziehen, können wir den Boden mit Porotonsteinen auslegen. Die beigefügte Zeichnung vermittelt die Maße und das Beschicken des Warmbeetes mit Kompost und der Gartenerde: Den humusreichen Gartenboden hebt man im Warmbeet aus (wird später wieder eingebracht) und füllt beginnend mit einer Laubschicht von 10 cm auf. Die Laubschicht isoliert nach unten ab. Dann folgt eine 10 cm Schicht mit Kompost und füllt mit etwa 10 - 12 cm humusreicher Gartenerde locker auf. Darauf legt man ca. 5 cm Gartenerde, die gut mit Reifkompost vermischt wurde (Saat- und Pflanzschicht). Alle Schichten werden locker eingetragen, damit der Kompost in der untersten Lage genügend Luft für den Abbau und die damit verbundene Wärmeproduktion erhält. Ein frisch beschicktes Warmbeet sollte man niemals betreten.

Wir packen das Warm- oder Frühbeet bereits im Februar. Frühbeete müssen belüftbar sein, schattierbar und gegen Kälte abdeckbar (z. B. mit dem Glasdeckel) sein. Bei Bedarf müssen die Kulturen im Frühbeet gegossen werden.

Im Warm- oder Frühbeet herrscht durch die beim Abbau des Komposts auftretende Wärme eine Temperatur von durchschnittlich 10° C, die bei den Treibsorten ausreicht, um ein Wachstum der Pflanzen zu fördern. Anfang April können dann die ersten Salatköpfe oder Radieschen aus dem Warmbeet geerntet werden. Die Anzucht der Pflänzchen für die anderen Beete erfolgt ebenfalls im Frühbeet.

Später kann das Frühbeet bis zu Vegetationsende als normales Beet Verwendung finden. Im Herbst und Winter haben wir auch Wintergemüse eingeschlagen. Allerdings hierbei aufpassen, dass die Temperaturen nicht zu hoch werden und ab und zu die Glasdeckel zum Lüften anheben.


Anbau und Ernte

Karotten

Informationen entnommen aus Ökogarten der VHS Völklingen: Gemüse im Ökogarten – Möhren, Karotten (Daucus carota). 26. März 2012.

Karotten gehören zu den Doldenblütlern (siehe Wilde Möhre) und lieben in der Regel einen lockeren Boden. Es gibt auch Sorten, die mit lehmigem Boden zurechtkommen. Im Ökogarten haben wir die Erfahrung gemacht, dass bei Verdichtung des Bodens die Wachstumsspitze der Wurzel sich teilt und die Ernte eingeschränkt wird. Wenn ein Garten mit schwerem Boden angelegt wird oder man die Bodenstruktur in Beeten neu aufbauen will, ist eine Einbringung von Sand, der mit der Gartenerde gut durchmischt werden sollte, sinnvoll. Über Winter sollten die Beete leicht mit Kompost versorgt und abgemulcht sein. Vom sommerlichen Grillen gesammelt, streuen wir im Herbst Holzasche auf die für die Karotten vorgesehenen Beete. Karotten lieben Kalium, das in der Holzasche vorhanden ist. Auch die Zugabe von Steinmehl ist sinnvoll.

Wir haben die Karotten oft in Mischkultur mit Knoblauch und Zwiebeln angebaut. Der gegenseitige Nutzen ist legendär: Beide sollen Schädlinge voneinander fernhalten, so die Zwiebeln die Möhrenfliege und die Karotten die Zwiebelfliege. Die Erfahrungen zeigen, dass dies nur eingeschränkt möglich ist, dass die Fliegen insbesondere aufgrund eines Wurzelmusters anfliegen. Eine Abdeckung mit Flies wäre dann ratsam. Weitere Vorteile dieser Mischkulturen finden im Boden statt. Durch Wurzelausscheidungen wird das Wachstum des Partners gefördert. Man kann Karotten ruhig dicht säen. Mit einer Markiersaat Radies kann man die Reihen der spät auflaufenden Karotten erkennen. Später dann die Karotten vereinzeln.

Wenn die ersten Triebspitzen der Karotten ans Licht kommen, sind sie eine gern gesehene Beute für Schnecken. In diesem Fall die beschriebenen Einwanderungsschranken einsetzen. Zu Beginn die Saatreihe nur dünn mulchen. Lieber öfters und sehr dünn mulchen, damit an den Wurzelhälsen keine faulenden Stellen entstehen können. Möhren gedeihen gut, wenn der Boden gleichmäßig feucht gehalten wird. Dies gelingt mit einer Mulchschicht und regelmäßigem Gießen. Stoßgüsse sollten vermieden werden, die Möhren können aufplatzen, da sie das angebotene Wasser reichlich aufnehmen. Das gleiche kann man nach starken Regenschauern beobachten.

  • Mischkulturpartner im Biogarten: Zwiebeln, Knoblauch, Mangold, Erbsen, Salat
  • Pflanzenabstand in der Reihe: Normal aussäen, später auf 5 cm vereinzeln, Markiersaat Radies
  • Abstand der Reihen: 30 cm
  • Nährstoffansprüche: Mittelstarkzehrer
  • Sorten (im Ökogarten eingesetzt): Nantaise (frühe Sorte), Lange , rote Stumpfe (späte Sorte)
  • Aussaat: 1. Aussaat im zeitigen Frühjahr, 2. Aussaat im April[7]
  • Ökogarten-Empfehlungen: Nachsaaten, Markiersaat Radies, Mischkultur mit Zwiebeln


Kartoffeln

Informationen entnommen aus Ökogarten der VHS Völklingen: Gemüse im Ökogarten – Kartoffeln. 26. März 2012.

Kartoffeln (Solanum tuberosum) gehören wie die Tomaten zu den Nachtschattengewächsen (Solanaceae). Wir haben im Ökogarten schon die unterschiedlichsten Arten des Kartoffelanbaus ausprobiert. Kartoffeln sind in unserem Nahrungsplan unverzichtbar. Unzählige Gerichte kann man mit den Erdäpfeln zaubern.

Das Beet für die Kartoffeln sollte im Herbst gut abgemulcht sein. Kartoffeln lieben lockeren und humusreichen Boden. Somit ist das Aufbringen von halbreifem Kompost sinnvoll. Wer den nicht hat, kann mit Rhizinusschrot nachhelfen. Dieses Düngemittel gibt nach und nach seine Nährstoffe in den Boden ab. Ebenso sollte Kalium mit Gesteinsmehl oder Holzasche (oder beidem) auf den für die Kartoffeln vorgesehenen Boden gestreut werden.

Die Kartoffeln werden in Obststeigen im Keller vorgekeimt. Dabei ist es wichtig, dass durchaus Licht auf die Setzkartoffeln fällt (hellen Raum wählen). Die Knollen können dabei leicht grün werden. Dies ist natürlich bei den Erntekartoffeln zu vermeiden und gilt nur für die Setzkartoffeln. Man kann größere Setzkartoffeln auch durchschneiden. Im Ökogarten haben wir uns meistens Setzkartoffeln vom Biobauer besorgt.

Nach vielen Experimenten haben wir uns entschieden, die Kartoffeln in die Furchen zu legen und danach direkt anzuhäufen. Das gesamte Beet wird ab diesem Zeitpunkt ständig abgemulcht. Dadurch hält sich die Feuchtigkeit in der Gartenerde, die die Kartoffeln brauchen. Die Einsaat von Ringelblumen an einigen Stellen fördert das Bodenleben. Bei sehr trockenem Wetter sollten auch Wassergaben erfolgen. Die Ernte, dieses kann man im professionellen Kartoffelanbau verfolgen, steigt oder fällt schwächer aus, proportional den in der Vegetationsperiode fallenden Regenschauern. Die Kartoffeln werden vorsichtig mit der Grabegabel geerntet. Dabei beginnen wir schon 20 cm von der Pflanze entfernt, da die Kartoffeln nach allen Seiten Knollen ausbilden.

Kartoffelkäfer werden abgesammelt. Im Frühjahr wird durch das Überbrausen der Beete mit Schachtelhalmbrühe die Widerstandskraft der Pflanzen gestärkt. Allerdings ist dies keine Garantie gegen den Befall von Kartoffelkäfern. Die Pflanzen beobachten. Wenn der erste Kartoffelkäfer fliegt, an den Blattunterseiten nach den gelben Eiern suchen und diese entfernen. Wie gesagt, ansonsten Handschuhe anziehen und absammeln. Übrigens: Schauen Sie sich mal die schönen Blüten der Kartoffeln etwas näher an. Die daraus entstehenden tomatenähnlichen, grünen Beeren sind giftig.

Die Anbaumethode nach Ruth Stout beruht auf dem Abmulchen der Beete mit Stroh. Schon nach dem Legen der Kartoffeln wird eine dicke Strohschicht aufgebracht und immer wieder nachgemulcht. Bei der Ernte lagen einige Kartoffeln direkt unter der Strohschicht. Unser Ergebnis: Die Ernte war geringer und viele Kartoffeln waren durch Schneckenfraß befallen, was wir bei unserer beschriebenen Methode nur vereinzelt feststellen konnten. Vielleicht muss man auch über mehrere Jahre diese Methode anwenden, um Erfolg zu haben. Wir sind nach dem Versuch wieder zu unserer üblichen Anbaumethode gewechselt.

Ein befreundeter Ökogärtner hat eine gute Lagermethode praktiziert. Er hat eine Waschmaschinentrommel in die Erde eingegraben und die Kartoffeln dort eingebracht. Mit einem Deckel und einer dicken Decke versehen, konnte er mitten im Winter frische Kartoffeln aus der Trommel entnehmen.

  • Mischkulturpartner im Biogarten: Kohl, Ringelblumen, Kapuzinerkresse
  • Pflanzenabstand in der Reihe: 30 – 40 cm
  • Abstand der Reihen: 40 cm
  • Nährstoffansprüche: Mittelstarkzehrer
  • Sorten (im Ökogarten eingesetzt): Désirée, Granola
  • Pflanzung: Vorkeimen ab März; Auspflanzung Mitte April[7]
  • Ökogarten-Empfehlungen: Kartoffeln direkt nach dem Legen anhäufen, Boden immer abmulchen, Kartoffelkäfer absammeln


Knollenfenchel

Informationen entnommen aus Ökogarten der VHS Völklingen: Gemüse im Ökogarten – Knollenfenchel. 26. März 2012.

Entweder man mag ihn oder nicht! Für uns im Ökogarten Völklingen war der Fenchelanbau nicht wegzudenken. Das ideale Gemüse für den Herbst und Winter. Hat man genügend Ernte, kann man die Knollen gut einfrieren. Durch seine ätherischen Öle ist der Fenchel ein sehr gesundes Gemüse.

Fenchel kommt ursprünglich aus dem Mittelmeerraum und ist ein Doldenblütler. Man sollte für ihn ein sonniges Plätzchen suchen. Der Boden sollte locker und mit Kompost versorgt sein.

Im Ökogarten haben wir den Fenchel vorgezogen. Die Aussaat erfolgte Anfang Juli. Ein zu frühes Ausbringen lässt den Fenchel oft zur Blüte austreiben. Fenchel eignet sich als Nachkultur von Kartoffeln oder Erbsen (Boden mit Stickstoff angereichert). Wir haben den Fenchel auch des Öfteren auf dem Hochbeet angebaut. Beim Pflanzen ist darauf zu achten, dass die Pflänzchen nicht zu tief gesetzt werden. Der Spross sollte leicht beweglich sein. Nur so können sich die Knollen entwickeln. Die Ernte erfolgt je nach Aussaat Ende Oktober oder November. Da in dieser Vegetationsperiode die Wintersalate an der Reihe sind und gute Mischkulturpartner darstellen, haben wir den Fenchel in Mischkultur zu Zuckerhut und Feldsalat angebaut.

  • Mischkulturpartner im Biogarten: Feldsalat, Radicchio, Zuckerhut, Endivien
  • Pflanzenabstand in der Reihe: 25 cm
  • Abstand der Reihen: 40 cm
  • Nährstoffansprüche: Mittelstarkzehrer
  • Sorten (im Ökogarten eingesetzt): Perfektion, Selma
  • Aussaat: Anfang Juli
  • Ökogarten-Empfehlungen: Pflänzchen vorziehen, nicht zu tief setzen


Kohlpflanzen

Informationen entnommen aus Ökogarten der VHS Völklingen: Gemüse im Ökogarten – Kohlpflanzen. 26. März 2012.

Kohlpflanzen sind Starkzehrer, das heißt sie benötigen viele Nährstoffe. Dies ist verständlich, wenn wir daran denken, dass die Kohlpflanzen ein große Blattmasse entwickeln sollen. Im Herbst versorgt man das Beet, das für Kohlpflanzen vorgesehen ist, mit halbreifem Kompost. Über Winter werden die Humusbestandteile abgebaut und stehen für die Vegetationszeit den Pflanzen zur Verfügung. Eine Zwischendüngung mit Brennnesseljauche oder Rhizinusschrot kann während der Vegetationszeit erfolgen. Unsere Regel im Ökogarten: Die Pflanzen beobachten, immer gezielt düngen. Auf unseren Hoch- und Hügelbeeten wurden und werden Kohlpflanzen ständig angebaut. Hierbei ist zu beachten, dass die Hochbeete nach mehreren Jahren nicht mehr den Nährstoffvorrat zur Verfügung stellen können. Weiterhin ist das ausreichende Gießen noch dringlicher (siehe Schwerkraft, Wasser zieht nach unten).

Eine zweite Regel: Kräftig gießen. Die Ernte erfolgt direkt proportional mit der zur Verfügung stehenden Wassermenge. Unser Fazit: Lieber seltener und kräftig als häufiger und sparsam gießen.

Da alle Kohlpflanzen Kreuzblütler sind, werden sie von der Kohlhernie befallen. Die Krankheit wird von einem Pilz verursacht. An den Wurzelenden führt das Wachstum des Pilzes zu Wucherungen, das Wachstum der Kohlpflanze wird dadurch stark beeinträchtigt oder kann sogar zum Totalausfall der Ernte führen. Im Ökogarten streuen wir in die Pflanzlöcher der Kohlsetzlinge Kalk, der ein alkalisches Milieu erzeugt und das Pilzwachstum zurückdrängt. Man sollte darauf achten, dass auch andere Kreuzblütler wie Radies oder Mairüben die Krankheit übertragen können. In jedem Fall sollte man das Beet für Kohlpflanzen im nächsten Jahr wechseln.

Die befallenen Wurzeln vorsichtig ausgraben, um den Pilz zu beseitigen. Achtung Grünsaat Senf: Keine Kohlpflanzen auf ein Beet, auf dem Senf als Grünsaat angebaut wurde, setzen, denn Senf ist auch ein Kreuzblütler und kann die Kohlhernie ebenso übertragen. Fazit: Der Boden sollte für Kohlpflanzen leicht alkalisch sein.

Wir haben die Kohlpflanzen im Ökogarten Völklingen immer vorgezogen. Bei der Pflanzung sollte man daran denken, dass die erntereifen Kohlpflanzen wie Weißkohl, Rotkohl oder Wirsing viel Platz benötigen. Bei den genannten Kohlsorten sind 50 cm Abstand einzuhalten. Wir haben bei der Pflanzung zwischen die Kohlpflänzchen Salate gesetzt. Nach deren Ernte hatten die Kohlpflanzen dann genügend Platz, sich auszubreiten.

Im Ökogarten hat sich Sellerie als Mischkulturpartner bewährt. Durch seinen Geruch soll er Kohlweißlinge vom Anflug fernhalten. Wir haben die Beete zudem mit kleingeschnittenen Wermut- und Rainfarnpflanzen gemulcht, um den Kohlweißling abzuwehren. Wir haben die Kohlpflanzen nach dem Mondkalender angebaut. Es gibt Versuchsreihen mit Kohlrabi, die die Einflüsse des Mondes auf den Erfolg der Ernte nachweisen.

Grünkohl und Rosenkohl vertragen leichten Frost. Sie entwickeln sogar mehr Geschmacksstoffe, wenn sie Frost hinter sich haben. Beim Grünkohl kann man die äußeren Blätter ernten und das Herz stehen lassen. Im Frühjahr treibt er wieder aus. Die zarten Sprosse können dann Verwendung finden. Auch der Rosenkohl wird nach und nach geerntet. Chinakohl wird von Schnecken sehr oft befallen, beim Anbau also die richtigen Maßnahmen ergreifen.

Im Ökogarten ernten wir beim Brokkoli die noch geschlossenen Blüten. Die Pflanze sollte stehen bleiben, denn der Brokkoli treibt in den Blattachseln immer wieder neu aus.

Bei manchen Kohlpflänzchen ist der untere Stiel verdickt. Diese Pflänzchen vernichten, denn die Wucherung rührt von dem Kohlgallenrüssler her, einem Käfer, dessen Larve sich vom Pflanzensaft ernährt. Bei Befall kommt es in der Regel zum Totalausfall der Ernte.

  • Mischkulturpartner im Biogarten: Salat, Sellerie, Tomaten
  • Pflanzenabstand in der Reihe:
    • Weißkohl, Wirsing, Rotkohl, Blumenkohl, Rosenkohl, Grünkohl, Brokkoli: 50 cm
    • Kohlrabi, Chinakohl: 30 cm
  • Abstand der Reihen: 50 cm, Kohlrabi und Chinakohl 40 cm
  • Nährstoffansprüche: Starkzehrer, Kohlrabi Mittelstarkzehrer
  • Sorten (im Ökogarten Völklingen eingesetzt): Weißkohl: Marner früh; Braunschweiger Wirsing: Marner früh; Rotkohl: Marner Frührot und Marner Lagerrot; Blumenkohl: Erfurter Zwerg; Kohlrabi: Delikatess, Blauer Speck, Superschmelz; Grünkohl: Grüner Krauser
  • Aussaat und Pflanzung:
    • Blumenkohl Aussaat zur Vorkultur im März; Pflanzung zwischen Mai und Juli[8]
    • Rosenkohl: Aussaat im April, Pflanzung vor Mitte Juni[7]
    • Kohlrabi: ab Mitte April auspflanzen[7]; Aussaat ab März[8]
    • Rotkohl, Wirsing: späte Sorten ab Mitte April aussäen[7]
    • Weißkohl: Aussaat April-Juni: Pflanzung im Mai-Juli[8]
    • Grünkohl: Mitte April bis Mai aussäen; vor Mitte Juli auspflanzen[7]
    • Brokkoli: Aussaat ab April; Pflanzung ab Mai[8]
  • Ökogarten-Empfehlungen: Ausreichend Nährstoffe zur Verfügung stellen, kräftig gießen, Mischkultur mit Sellerie, nicht zu dicht setzen, Algenkalk in die Pflanzlöcher streuen


Kräuter

Informationen entnommen aus Ökogarten der VHS Völklingen: Kräuter im Ökogarten. 26. März 2012.

Damit man Kräuter immer frisch ernten kann, sollte man Nachsaaten planen. Manche Kräuter wie Thymian oder Salbei wachsen als Stauden. Manche Kräuter wie Bohnenkraut oder Basilikum sind einjährig. Allerdings kann man sich die Kräuter selbst aussäen lassen. Besonders aromatisch sind die Kräuter, wenn wir sie kurz vor der Blüte ernten. Dann sind die meisten ätherische Öle freigesetzt und können ihre optimale Wirkung erzielen. Dies ist insbesondere für den Einsatz der Kräuter als Heilmittel wichtig zu wissen. Natürlich kann man Kräuter auch trocknen. Dies sollte schonend erfolgen.

Zum Abschluss eines Beetes am Beetrand können unterschiedliche Stauden wie Zitronenmelisse, Weinraute, Estragon, Borretsch, Thymian, Salbei, Liebstöckel gesetzt werden. Pfefferminze erhält einen eigenen Platz, da die Pflanzen über Wurzelausläufer sich vermehren und überall hin vordringen. Auch Rosmarin erhält einen besonderen Platz. Da die mehrjährige Staude nicht winterfest ist, muss sie über Winter ausgraben und untergestellt oder mit Stroh gut gegen die Kälte geschützt werden. Auch der Meerrettich wird am Beetrand gesetzt und bekommt genügend Platz, sich auszubreiten. Eine eigene Fläche kann zusätzlich nur zum Anbau von Kräutern dienen. Auch ein Anzuchtbeet für Kräuter kann eingesetzt werden.

Licht- und Dunkelkeimer
Wenn Kräuter beim Keimen Licht benötigen, spricht man von Lichtkeimern. Die Samen nur auf die Erde ausstreuen, nicht einarbeiten. Dazu gehören: Basilikum, Bohnenkraut, Gartenkresse, Oregano, Estragon, Majoran, Thymian und Zitronenmelisse. Dunkelkeimer sind Borretsch und Koriander. Sie werden bei der Aussaat mit Erde bedeckt.

Anbauvoraussetzungen
Wie aus der Aufzählung für Licht- und Dunkelkeimer ersichtlich ist, lieben die meisten Kräuter einen sonnigen Platz im Garten. Auch auf der Fensterbank oder dem Balkon sollte ein Sonnenplatz ausgesucht werden.

Da alle Kräuter Schwachzehrer sind, das heißt mit wenig Nährstoffen zufrieden sind, ist eine Düngung nicht notwendig. Eine 1 cm dicke Schicht von Reifkompost ist sinnvoll. Auch das Kräuterbeet sollte man abmulchen. Auf diese Weise werden genügend Nährstoffe zugeführt.

Eine Bewässerung ist wie bei anderen Pflanzen notwendig. Nicht über die Blätter, sondern am Fuße der Pflanzen gießen.


Lauch (Porree)

Informationen entnommen aus Ökogarten der VHS Völklingen: Gemüse im Ökogarten – Lauch (Porree). 26. März 2012.

Im Herbst zuvor kann eine Kompostschicht aufgetragen werden. Auch das Streuen von Rhizinusschrot erhöht den Nährstoffgehalt.

Eine zweite Aussaat im Mai für den Winterporree ist empfehlenswert. Eine weitere Methode haben wir im Ökogarten Völklingen ausprobiert: Direkt nach dem Setzen der Porreepflänzchen werden die Reihen angehäuft. Im Verhältnis zur „Lochmethode“ war bei der Ernte kein gravierender Unterschied erkennbar.

Eine große Sorge bereitet im Biogarten die Lauchmotte. Die Eier werden an die Porreepflanze gelegt, die Larve frisst sich durch die Blätter. Da die Made sich im Blatt bewegt, zeigen sich Gegenmaßnahmen wie Besprühen mit Rainfarnbrühe nach unserer Erfahrung wenig erfolgreich. Unternimmt man keine Gegenmaßnahme, ist die Porreepflanze verloren. Ein tiefes Abschneiden der befallen Blätter hat sich bewährt. Wir retten dann zumindest den Rest der Pflanze, sie treibt aus dem Herz neu aus und kann noch weiterwachsen. Noch besser ist der Anbau unter einem Vlies. Damit haben wir gute Erfolge erzielt. Das Vlies sollte direkt nach dem Setzen der Pflänzchen angebracht werden. Damit es nicht auf den Pflanzen aufliegt, haben wir eine Unterkonstruktion aus Holz gebaut. Allerdings ist diese sehr aufwändig.

  • Mischkulturpartner im Biogarten: Karotten, Kohl, Sellerie, Tomaten, Salat
  • Pflanzenabstand in der Reihe: 15 cm
  • Abstand der Reihen: 30 cm
  • Nährstoffansprüche: Starkzehrer
  • Sorten (im Ökogarten eingesetzt): Elefant, Genita
  • Aussaat und Pflanzung: April/Mai Aussaat; Mai/Juni Auspflanzen[8]
  • Ökogarten-Empfehlungen: Porreepflänzchen in tiefe Löcher setzen, nach und nach düngen, Vlies gegen Lauchmotte einsetzen


Mangold

Informationen entnommen aus Ökogarten der VHS Völklingen: Gemüse im Ökogarten – Mangold (Beta vulgaris). 26. März 2012.

Mangold ist in unseren Gärten eher selten zu finden. Warum, verstehen wir Ökogärtner aus Völklingen nicht. Mangold kann wie Spinat in der Küche zubereitet werden und ist sehr vitaminreich. Seine großen Blätter sind auch viel einfacher zu waschen und zu säubern. Wir können zwischen dem Stiel- oder Rippen-Mangold und dem Blattmangold unterscheiden. Im Ökogarten haben wir den Stiel-Mangold ausgewählt. Der Stiel schmeckt etwas bitter und wird zuweilen nicht mit verwendet.

Mangold ist ein Mittelstarkzehrer. Wir haben im Herbst das vorgesehene Beet mit Kompost versorgt. Mangold kann in Mischkultur zu Bohnen und anderen Hülsenfrüchten, aber auch zu Karotten und Radies angebaut werden. Im Ökogarten haben wir den Boden tiefgründig gelockert. Die Beete sind während der Vegetationszeit gemulcht. Da der Mangold eine große Blattmasse entwickelt, empfehlen wir, ständig nach Schnecken Ausschau zu halten. Beim Mangold kann man die äußeren Blätter ernten und das Herz weiter wachsen lassen. Wichtig beim Mangold: Ausreichend gießen. Die große Blattmasse verlangt nach einer ausreichenden Bewässerung.

Übrigens: Im Biogarten haben wir Mangoldsamen selbst gewonnen. Ein oder zwei Mangoldpflanzen stehen lassen und über Winter mit Laub abdecken. Im zweiten Jahr treibt der Mangold zur Blüte aus.

  • Mischkulturpartner im Biogarten: Buschbohne, Kohl, Karotten, Radieschen, Rettich, auch Salat
  • Pflanzenabstand in der Reihe: in der Reihe aussäen, nach und nach vereinzeln, 40 cm Abstand
  • Abstand der Reihen: 30 cm
  • Nährstoffansprüche: Mittelstarkzehrer
  • Sorten (im Ökogarten eingesetzt): Glatter Silber
  • Aussaat: im späten Frühling/Frühsommer möglich[7]
  • Ökogarten-Empfehlungen: Nachsaaten, ausreichend gießen, nach Schnecken absuchen, Samen gewinnen


Rote Rübe

Informationen entnommen aus Ökogarten der VHS Völklingen: Gemüse im Ökogarten – Rote Bete (Beta vulgaris). 26. März 2012.

Rote Rüben gehören zu den Schwachzehrern, das heißt, sie benötigen wenig Nährstoffe. Im Ökogarten genügt die Mulchmasse, die ständig nachgelegt wird. Bei Überdüngung werden die Nitrate sogar gespeichert, was sie für den Verzehr untauglich macht. Solche Nitrat-Ablagerungen kann man an weißen Streifen in der Frucht erkennen. Der Boden sollte locker sein und keine Verdichtungen vorweisen. Trifft die Wurzel auf einen Gegenstand, weicht sie aus, was am Wachstum sichtbar wird. Rote Rüben gehören zu den Wurzelpflanzen und sollten nach dem Mondkalender ab Mitte April entsprechend ausgesät werden. Wir haben die Roten Rüben im Ökogarten direkt an Ort und Stelle gesät, um später zu vereinzeln, das heißt durch Auszupfen von Pflänzchen Platz zu schaffen. Da die Rote Rübe eine Pfahlwurzel mit zarten Seitenwurzeln besitzt, ist ein Versetzen zwar möglich, allerdings braucht die Pflanze eine zeitlang, um sich davon zu erholen. Bei sonnigem Wetter raten wir davon ab.

Rote Rüben sind sehr anspruchslos, sollten allerdings regelmäßig gewässert werden. Die Mulchdecke hält zudem die Feuchtigkeit. Im Ökogarten werden die Roten Rüben über die ersten Winterwochen im Frühbeet mit Stroh eingemietet und mit Gläsern abgedeckt. Das grüne Laub wird dabei entfernt, eine Verletzung der Knolle ist zu vermeiden, da sonst der Saft austreten kann. Rote Bete sind sehr verletzungsanfällig. Wir empfehlen auch durchaus den Genuss von rohen Früchten, die als Salat Verwendung finden können.

Wer für das nächste Jahr Samen ernten möchte, kann früh gesäte Exemplare am Beetrand ausreifen lassen. Dies gelingt ohne Probleme. Wir haben auch schon ein Exemplar im Blumentopf überwintert und im Frühjahr dann wieder gepflanzt.

  • Mischkulturpartner im Biogarten: Buschbohnen, Erbsen, Kohlrabi, Salate, Fenchel
  • Pflanzenabstand in der Reihe: 25 cm
  • Abstand der Reihen: 10 cm
  • Nährstoffansprüche: Schwachzehrer
  • Sorten (im Ökogarten eingesetzt): Rote Kugel, Forono
  • Aussaat: Ende April; für Wintergebrauch auch noch im Juni[7]
  • Ökogarten-Empfehlungen: An Ort und Stelle in lockeren Boden aussäen, ausreichend gießen, guter Mischkulturpartner


Salat

Informationen entnommen aus Ökogarten der VHS Völklingen: Gemüse im Ökogarten – Salate. 26. März 2012.

Salate sind gute Mischkulturpartner. Man kann sie auch im Laufe des Gartenjahres mehrfach aussäen und ernten. Im Ökogarten säen wir alle 4 Wochen unterschiedliche Salate in die Beete oder ins Frühbeet. Somit können die Salatpflänzchen am Ort vereinzelt oder in andere Beete versetzt werden. Insbesondere, wenn im Beet nach der Ernte z. B. eines Kohlrabi oder Kohlkopfes ein Platz frei wird, lockern wir die Erde und setzen Salate an diese Stelle. Ein zu frühes Aussäen bringt die Salate zum Austreiben. Wir berücksichtigen i.d.R. die Aussaat nach dem Mondkalender. Im Ökogarten Völklingen haben wir viele Erfahrungen mit Hochbeeten. Auch hier ist der Salat ein gerne gesehener Mischkulturpartner und schließt die Lücken. Das Hochbeet ist so vor Austrocknung geschützt.

Da Salate Mittelstarkzehrer sind, genügen normal mit Kompost versehene und gemulchte Beete. Salatpflanzen muss man allerdings regelmäßig an den Wurzeln gießen. Da Schnecken Salate lieben, ist ein regelmäßiges Absuchen der Schnecken erforderlich. Salatabfälle können wir am Beetrand auch als Schneckenköder liegen lassen.

Die Schnecken lassen sich dort bequem absammeln. Auch die „Scheckeneimer“ sind insbesondere bei Salatpflanzen im Einsatz. Wer seinen eigenen Bio-Samen ziehen möchte, lässt den einen oder anderen Salatkopf am Beetrand stehen. Die „schießenden“ Salate liefern reichlich Nachschub für das nächste Jahr. Die blühenden Salate werden bis zu 1,5 m hoch und müssen oft gestützt werden.

Jeder Salat schmeckt anders. Hier heißt es auszuprobieren, was man mag. Allerdings gedeihen manche Salate nur gut zu bestimmten Zeiten wie der Zuckerhut, Radicchio oder Winterendivien. Diese Salate sind für die Nachkultur nutzbar und vertragen leichten Frost. Ein besonderer Fall ist der Chicorée. Dieser Salat kann über den Winter verspeist werden, nachdem er in einem Eimer Sand im warmen Keller getrieben ist. Ebenso kann man im Garten auch Löwenzahn anbauen. Die Ernte sollte im zweiten Jahr erfolgen, denn im ersten Jahr sammeln die angehäufelten Pflanzen Nährstoffe. Feldsalat haben wir auch als Grünsaat verwandt. Man kann den Feldsalat auch ausblühen lassen, im nächsten Jahr ist die Ernte gesichert.

  • Mischkulturpartner im Biogarten: Radies, Rettich, Bohnen, Erbsen, Gurken, Karotten, Zwiebeln
  • Pflanzenabstand in der Reihe: in der Reihe aussäen, nach und nach vereinzeln, große Salatköpfe brauchen 50 cm Abstand
  • Abstand der Reihen: auf Lücke setzen, ebenfalls 50 cm
  • Nährstoffansprüche: Mittelstarkzehrer
  • Sorten (im Ökogarten eingesetzt): Hohlblättriger Butter (Schnittsalat), Maikönig, Trotzkopf, Lollo Rosso, Roter Eichblattsalat, Kagraner Sommer, Zuckerhut, Endivien Bubikopf und Frisée, Radicchio, Eissalat Laibacher Eis, (Winter)Endivien, Feldsalat
  • Aussaat und Pflanzung:
    • Kopfsalat: Wintersalat ab August bis September aussäen; im Oktober auspflanzen[7]
    • Endivien: Aussaat ab Juli[7] bzw. ab Juni[8]; Pflanzung ab Juli[8]
    • Feldsalat (Rapunzel): Aussaat ab Mitte Juli[8] bzw. ab Ende August[7]
  • Ökogarten-Empfehlungen: Nachsaaten gießen, Schneckenbarrieren einsetzen, nach Schnecken absuchen, nicht zu früh säen, Samen gewinnen


Schwarzwurzel

Informationen entnommen aus Ökogarten der VHS Völklingen: Gemüse im Ökogarten – Schwarzwurzeln. 26. März 2012.

Schwarzwurzeln gehören zu den Korbblütlern. Man kann dies gut erkennen, wenn man eine Gemüsepflanze zur Blüte austreiben lässt. Die gelben Blüten sind am Beetrand durchaus ein Schmuckstück.

Schwarzwurzeln lieben humosen, vor allem lockeren Boden und müssen reichlich gegossen werden. Ist der Boden verdichtet, teilen sich die Wurzelspitzen und die Ernte fällt geringer aus. Schwarzwurzeln sind gegen Nematoden (Wurzelälchen) anfällig. Deshalb als zweite Tracht nicht nach Karotten anbauen. Schwarzwurzeln können auch bei Frost im Boden bleiben. Ist es frostfrei, kann man weiterernten. Auch das Einschlagen im abgedeckten Frühbeet über Winter haben wir erfolgreich im Ökogarten durchgeführt.

Im Ökogarten haben wir zur Erntezeit im Oktober neben der Schwarzwurzelreihe einen Graben ausgehoben und die Wurzeln dann nach außen in den Graben gedrückt. So kann man die Wurzel unverletzt ernten. Schwarzwurzeln enthalten einen Milchsaft, die Hände verfärben sich bei dem Schälen braun. Es ist recht einfach, Samen zu gewinnen. Dazu einige Pflanzen ausblühen lassen und den Samen später ernten.

  • Mischkulturpartner im Biogarten: Salat, Porree, Kohl
  • Pflanzenabstand in der Reihe: 5 cm
  • Abstand der Reihen: 30 cm, besser in Mischkultur
  • Nährstoffansprüche: Mittelstarkzehrer
  • Sorten (im Ökogarten eingesetzt): Hoffmann's Schwarzer Pfahl
  • Aussaat: April, spätestens Mai[8]
  • Ökogarten-Empfehlungen: Boden vor Aussaat tiefenlockern, in Mischkultur anbauen, Samen selbst ziehen


Sellerie

Informationen entnommen aus Ökogarten der VHS Völklingen: Gemüse im Ökogarten – Sellerie. 26. März 2012.

Sellerie gehört zu den Doldenblütlern. Sellerie ist ein Starkzehrer und braucht ein nährstoffreiches Beet. Am besten im Herbst das Beet, das für den Sellerieanbau des nächsten Jahres vorgesehen ist, mit einer 5 cm dicken Kompostschicht versehen. Auch das Bestreuen mit Steinmehl oder Holzasche (Zufuhr von Kalium) ist empfehlenswert. Da Sellerie gegen Kälte empfindlich ist, haben wir im Ökogarten die Pflänzchen ab März vorgezogen. Auch das Pikieren kann 1-2 mal vollzogen werden. Ab Mai geht es dann ins Gartenbeet. Die Selleriepflänzchen dürfen nicht zu tief gesetzt werden, der Spross muss beweglich bleiben. Setzt man den Sellerie zu tief, gibt es mehrere Austriebe.

Sellerie ist ein guter Mischkulturpartner. Insbesondere hat sich im Ökogarten die Mischung von Kohl, Porree, Tomaten bewährt. Wir sollten beim Anbau auf genügend Abstand achten. 50 – 70 cm Platz sollte zwischen den Pflanzen sein. In die Lücken setzten wir Salat, der nach der Ernte für den Sellerie und die Kohlpflanzen Platz macht. Sellerie vertreibt wegen seines starken Geruches bei seinem Nachbarn Kohl den Kohlweißling. Dessen Larven können Kohlpflanzen sehr stark schädigen. Wenn Sie Samen gewinnen wollen, lassen Sie den Sellerie austreiben.

Während der Wachstumsphase entfernen wir die unteren Blätter am Spross, damit eine dicke Knolle entstehen kann (siehe Fotos). Das Beet bleibt die Vegetationszeit über gemulcht, allerdings bleibt der untere Sprossteil frei (5 cm Durchmesser). Da Sellerie Kalium benötigt, ist das Mulchen mit Beinwell oder Comfrey ratsam. Wie erwähnt, ist auch eine Versorgung mit Holzasche oder Gesteinsmehl während der Vegetationsperiode sinnvoll. Eine Düngung mit Brennnesseljauche (1:10 verdünnt) kann ebenso angewendet werden.

Sellerie ist ein Würzmittel und aus der Herstellung einer Suppe oder Soße kaum wegzudenken. Uns schmeckt er roh am besten: als Selleriesalat.

  • Mischkulturpartner im Biogarten: Kohl, Porree, Tomaten, Salat
  • Pflanzenabstand in der Reihe: 40 cm
  • Abstand der Reihen: 40 cm
  • Nährstoffansprüche: Starkzehrer
  • Sorten (im Ökogarten eingesetzt): Magdeburger Markt, Monarch
  • Aussaat und Pflanzung: Aussaat im März; Pflanzung von Mai bis Juni[8]
  • Ökogarten-Empfehlungen: Pflänzchen vorziehen, Pflänzchen nicht zu tief setzen (Spross muss beweglich bleiben), untere Blätter entfernen, mit Holzasche düngen und mit Beinwell mulchen


Stangenbohnen

Informationen entnommen aus Ökogarten der VHS Völklingen: Gemüse im Ökogarten – Stangenbohnen. 26. März 2012.

Will man einen großen Ertrag an Bohnen im Biogarten einbringen, sollte man neben Buschbohnen auch Stangenbohnen anbauen. Bohnen gehören zu den Leguminosen und reichern mit den Knöllchenbakterien Stickstoff aus der Luft im Boden an. Sie benötigen dennoch etwas mehr Nährstoffe als die Buschbohnen. Der Boden sollte locker sein. Suchen Sie ein sonniges Plätzchen in Ihrem Garten. Denken Sie auch daran, dass Stangenbohnen mehr Platz benötigen. Zwischen den Stangen sollten ca. 50 cm Platz sein. Nach dem Setzen der Stangen Boden lockern und im Umkreis um die Stange (ca. 10 cm Abstand) einen Ring mit 7 – 8 Samen legen. Wir beobachten den Wuchs und säen nach Ausfall durch Schneckenfraß sofort nach. Der Boden sollte auch hier abgemulcht sein. Bei Trockenheit die Stangenbohnen ausreichend gießen. Im Ökogarten haben wir die ersten Bohnen hängen gelassen. Diese konnten dann ausreifen. Wenn das Laub und die Schoten verwelkt sind, können die Samen für das nächste Jahr geerntet werden.

Wir haben im Ökogarten viele Methoden der Rank-Hilfen ausprobiert: Stahlstangen, Fichtenholzstangen. Dabei haben wir zwei gegenüberliegende Stangen auch schräg gestellt und mit der horizontalen Stange gefestigt. Außergewöhnlich war eine Rank-Hilfe von Schnüren, die an einem Holzgerüst befestigt waren. Der Vorteil hierbei: die Windbruchgefahr ist hier minimiert. Als ein Ökogärtner ein Wagenrad auf einem Holzstamm montierte und Seile am Boden befestigte, war das Staunen groß. Auf jeden Fall sollten Sie auch die Höhe von 2 m nicht überschreiten, da ein Ernten bei größerer Höhe nur noch mit Leiter möglich ist.

Wenn die Stangenbohnen ihr Laub voll ausgebildet haben, stellen Sie auch einen Windschutz für empfindliche Pflanzen dar. Allerdings ist die eine oder andere Stange bei uns im Ökogarten unter der Windlast auch schon mal abgebrochen oder umgeknickt (Eisenstange).

Was Witterung als auch Wind betrifft, haben sich die Blumenbohnen am wenigsten empfindlich gezeigt.

  • Mischkulturpartner im Biogarten: Endivien, Gurken, Kapuzinerkresse, Kohl, Kopfsalat
  • Pflanzenabstand in der Reihe: 50 cm
  • Abstand der Reihen: 50 cm
  • Nährstoffansprüche: Mittelstarkzehrer
  • Sorten (im Ökogarten eingesetzt): Neckarkönigin, Blauhilde, Blumenbohne (Feuerbohne)
  • Ökogarten-Empfehlungen: Nicht bei Feuchtigkeit ernten, Bohnenkraut und Kapuzinerkresse dazwischen säen, Wurzeln im Boden lassen, Laub darüber abschneiden, damit mulchen oder kompostieren, Samen selbst ziehen


Tomaten

Informationen entnommen aus Ökogarten der VHS Völklingen: Gemüse im Ökogarten – Tomaten. 26. März 2012.

Als wir vor 26 Jahren den Ökogarten in Betrieb genommen haben, standen die Tomaten mit als wichtiges Gemüse auf den ersten Beetplänen. Wir konnten die Tomaten damals noch auf freiem Feld in Mischkultur anbauen. In den letzten Jahren kann aufgrund des klimatischen Wandels (d.h. mehr Feuchtigkeit, weniger Sonnentage) der Anbau nur noch im Tomatenhaus oder an ganz besonders geschützten Stellen geschehen. Dazu haben wir ein Tomatenhaus gebaut. Aber auch hier müssen wir darauf achten, dass feuchter Wind nicht eindringen kann. Die Braunfäule ist sonst nicht zu vermeiden.

Da Tomaten zu den Starkzehrern gehören, düngen wir die Beete, die für die Tomaten vorgesehen sind, mit halb verrottetem Kompost. Eine Schaufel Holzasche oder Gesteinsmehl auf das Tomatenbeet verteilt, führt das notwendige Kalium zu. Die Tomaten ziehen wir zu Hause an der Fensterbank und nach und nach im Freien vor. Wir verwenden nur kräftige Pflanzen. Schwache Pflanzen sind für Krankheiten sehr viel anfälliger. Der Anbau erfolgt im Tomatenhaus, das regen- und windgeschützt ist. Der Boden bleibt über die gesamte Vegetationsdauer gemulcht. Tomaten brauchen eine Kletterhilfe, einen Tomatenstab. Tomaten müssen mit der Brause (wegen des breiten Wurzelbereiches) regelmäßig kräftig gegossen werden. Eine Zwischendüngung mit Brennnesseljauche (1:10 verdünnt), Kompost oder Rhizinusschrot ist in Abständen zu empfehlen. Die Düngung richtet sich nach dem Wuchs. Der erfahrene Ökogärtner sieht gleich, wann eine Pflanze Nährstoffe braucht. Eine Überdüngung ist ebenso zu vermeiden.

Die Geiztriebe müssen entfernt werden

Tomaten können drei Jahre lang am gleichen Platz angebaut werden. Lediglich müssen die notwenigen Nährstoffe zugeführt werden. Während der Vegetationsperiode müssen die Geiztriebe entfernt werden. Die Kraft geht somit in die verbleibenden Fruchtansätze und führt zu besserer Ernte.

  • Mischkulturpartner im Biogarten: Kohl, Sellerie, Knoblauch, Radies, Rettich, Kapuzinerkresse im Tomatenhaus
  • Pflanzenabstand in der Reihe: 80 cm
  • Abstand der Reihen: 80 cm
  • Nährstoffansprüche: Starkzehrer
  • Sorten (im Ökogarten eingesetzt): Roma, Goldene Königin, Marmande (Fleischtomate), Benarys Gartenfreude (Kirschtomaten)
  • Pflanzung: im Mai[7]
  • Ökogarten-Empfehlungen: Boden mit Kompost und Holzasche vorbereiten, im Tomatenhaus anbauen


Zusammen passende Pflanzen

Mischkulturlisten sind das Ergebnis zahlreicher Erfahrungswerte von vielen Biogärtnern. Früher wurde dieses Wissen von Generation zu Generation übergeben. Es gibt in der Fachliteratur teils recht unterschiedliche Zusammenstellungen. Am besten mensch probiert aus und sucht sich heraus was im eigenen Gartenprojekt am besten funktioniert.[3] Eine Übersicht von gut miteinander kombinierbaren Pflanzenarten gibt die Mischkulturtabelle des Projekts "Freeware Kiel", auf dessen Website auch weitere Informationen zu den Pflanzenfamilien, Böden und spezifischen Aspekten bereit gestellt werden. Auch Beispielpflanzpläne einiger Kombinationen sind dort mit Angaben zu Zeitpunkt, Abständen und Fruchtwechsel zu finden.

Rot markiert sind strittige Kombinationen - einige Quellen behaupten diese Pflanzen würden zusammen passen, andere sagen das Gegenteil.

Rhabarber ist eine mehrjährige Pflanze und bleibt bis zu 8 Jahren am selben Standort.[6]
Tomaten enthalten gegenüber anderen Pflanzen überdurchschnittlich viel Kalium. Beim Anbau auf dem gleichen Beet wird dem Boden das Kalium entzogen. Nur durch die Zugabe von z. B. Holzasche kann man das Defizit beseitigen und die Pflanzen am gleichen Ort anbauen. In der Regel sollten auch hier drei Jahre nicht überschritten werden.[5]


Ökologischer Pflanzenschutz

Anlocken von Insekten:

  • Borretsch lockt Insekten für insektenbestäubte Pflanzen wie z.B. Gurken und Zucchini an[10]

Allgemein:

  • Duftstoffe des Dill halten Schädlinge von Karotten, Kohl und Roter Rübe ab und fördert die Keimfähigkeit der Karotten[10]
  • Knoblauch hat bakterizide und fungizide Wirkung bei Erdbeeren und Rosen[10]
  • Ringelblume schützt Erdbeeren, Kartoffeln, Kohl und Tomaten vor Viren[10]

gegen Ameisen:

  • Lavendel schützt Rosen[10] und anderen Pflanzen vor Blattläusen und hält Ameisen fern[3]

gegen Amseln:

  • Knoblauch bei Lilien, Rosen und Tulpen hilft zur Mäuseabwehr und zum Vertreiben der Amseln[3]

gegen Bohnenlaus:

  • Ringelblumen gegen Bohnenlaus bei Bohnen[6]
  • Bohnenkraut[10] und Kapuzinerkresse verhindern den Befall der schwarzen Bohnenlaus bei Bohnen[6]; Duftstoffe des Bohnenkrauts fördern das Wachstum und Aroma der Bohnen[10]

gegen Erdflöhe:

  • Salat und Kohlrabi im Wechsel -> Salat hält Erdflöhe ab[6]
  • Salat schützt Radieschen und Rettich vor Erdflohbefall[3]
  • Schnittsellerie als Voraussaat bei Kohl; später Schnittsellerie stehen lassen: Schutz vor Raupen und Erdflöhen; Abwehr von Kohlweißlingen[3]

gegen Kräuselkrankheit:

  • Meerrettich wirkt bei Pfirsich und Kirsche gegen Kräuselkrankheit[10]

gegen Mäuse:

  • Knoblauch bei Lilien, Rosen und Tulpen hilft zur Mäuseabwehr und zum Vertreiben der Amseln[3]

gegen Mehltau:

  • Kerbel in Salatreihen bewirkt Abwehr von Läusen, Mehltau und Schnecken im Salat[3]
  • Basilikum schützt Gurken, Tomaten und Kohl vor frühem Mehltau[10]; Basilikum lockt auch Bienen an[3]
  • Pfefferminze schützt Wein vor Mehltau[10]

gegen Möhrenfliege:

  • Karotten-Mischkultur mit Zwiebel und/oder Knoblauch vertreibt die Möhrenfliege[6]
  • Zwiebel und Schalotte schützen zusammen mit Erdbeeren und Karotten bedingt vor Möhrenfliegen[10]
  • Gelbe Rüben und Zwiebeln bewirken eine gegenseitige Abwehr von Zwiebel- und Möhrenfliege[3]
  • Majoran schützt Karotten vor der Möhrenfliege[3]
  • Rosmarin wirkt zusammen mit Karotten und Kohl gegen Kohlweißling und Möhrenfliege[10]
  • freie, windige Lagen wählen oder mit Netz abdecken; keine frische Düngung; nur alle sechs Jahre an derselben Stelle anbauen (Karotte "Milan")[13]

gegen Raupen:

  • Eberraute wirkt durch abwehrende Duftstoffe gegen Kohlweißlinge im Kohl[10]
  • Dill gegen Kohlweißling[6]
  • Rosmarin wirkt zusammen mit Karotten und Kohl gegen Kohlweißling und Möhrenfliege[10]
  • Salbei und Pfefferminze schützen Kohl vor Kohlweißlingen[10]
  • Sellerie und Kohl bewirken einen Schutz vor Sellerierost auf der einen und vor dem Befall von Raupen (Kohlweißling!) auf der anderen Seite[3]
  • Tomaten schützen den Kohl (nicht Rotkohl) vor Raupen[3]
  • Schnittsellerie als Voraussaat bei Kohl; später Schnittsellerie stehen lassen: Schutz vor Raupen und Erdflöhen; Abwehr von Kohlweißlingen[3]

gegen Säulenrost:

  • Wermut schützt Johannisbeeren vor Säulenrost[3][10]

gegen Schimmelpilze:

  • Lauchpflanzen zusammen anbauen: Zwiebel, Porree, Knoblauch, Schnittlauch - Schutz gegen Schimmelpilze[3]
  • Zwiebelgewächse zwischen Erdbeeren vertreiben Schnecken und Wühlmäuse; auch gegen den Grauschimmel wirksam[3]

gegen Sellerierost:

  • Sellerie und Kohl bewirken einen Schutz vor Sellerierost auf der einen und vor dem Befall von Raupen (Kohlweißling!) auf der anderen Seite[3]

gegen Spinnmilben:

  • Zwiebel und Schalotte wirken bei Erdbeeren und Karotten gegen Spinnmilben[10]

gegen Weiße Fliege:

  • Basilikum schützt Gurken, Tomaten und Kohl vor weißer Fliege[10]
  • Ringelblume hilft bei Erdbeeren, Kartoffeln, Kohl und Tomaten gegen weiße Fliege[10]

gegen Würmer:

  • Karotten und Zwiebeln wegen der Würmer[12]
  • Erdbeeren mit Senf oder Ringelblume bewirken Abwehr von Nematoden (Fadenwürmer[14])[3]

gegen Zwiebelfliege:

  • Gelbe Rüben und Zwiebeln bewirken eine gegenseitige Abwehr von Zwiebel- und Möhrenfliege[3]

Kräuter sollten sehr dicht bei den Gemüsepflanzen stehen, um die gewünschten Effekte wie Verhinderung von Pilz- oder Schädlingsbefall zu bewirken, denn große Abstände lassen die Wirkung verpuffen. Sie eignen sich sehr gut als Randbepflanzungen, wo sie im Sommer können als "Duftschranken" gegen fliegende Schadinsekten dienen. Aber auch als Grünsaat zwischen die Beetreihen sind sie hervorragend geeignet.[3][15]


Blattläuse

  • Tomaten und Lavendel[10] helfen meines Wissens gegen Läuse[12] (Lavendel bei Rosen nur bedingt)[10]
  • Tomaten und Sellerie schützen Buschbohnen vor Blattlausbefall[3]
  • Kerbel in Salatreihen bewirkt Abwehr von Läusen[10], Mehltau und Schnecken im Salat[3]
  • Brennessel wirkt bei Obstbäumen und Sträuchern gegen Blattläuse und fördert die allgemeine Gesundung[10]
  • Bohnenkraut bewirkt, dass Bohne weitgehend frei von Läusen bleibt[3]
  • Borretsch wirkt bei allen Kohlpflanzen schädlingsabwehrend (Fangpflanze für Läuse)[3]
  • Hafer wirkt gegen schwarze Bohnenlaus an Dicken Bohnen[10]
  • Kapuzinerkresse wirkt gegen Läuse in Jungbäumen und fördert die allgemeine Gesundung[10]
  • Petersilie sorgt bei Zwiebeln und/oder Tomaten für eine allgemeine Abwehr gegen Schädlinge (besonders Läuse)[3]
  • Lavendel schützt Rosen und anderen Pflanzen vor Blattläusen und hält Ameisen fern[3]
  • Gartenkresse, Kapuzinerkresse und Ringelblume gegen Blattläuse und andere Schädlinge[3]
  • Salbei unter Rosen hält Blattläuse ab[3]

Informationen entnommen aus Ökogarten der VHS Völklingen: Biologischer Pflanzenschutz – Blattläuse. 26. März 2012:
Blattläuse schrecken vor keiner Pflanze zurück. So haben wir die Tierchen selbst an der Brennnessel gesehen. Im Ökogarten Völklingen hat sich die genaue Beobachtung bewährt. Sind in der Nähe die Larven des Marienkäfers vorhanden, brauchen wir uns keine Gedanken zu machen und werden in ein, zwei Tagen beobachten, dass von den Blattläusen nichts mehr übrig ist. Auch der Ameisenlöwe, die Larve der Florfliege, ist ein eifriger Blattlausfresser. Unsere Vögel schnappen auch schon mal danach, sind allerdings eher auf Raupen aus. Im Notfall, wenn keine natürliche Regulierung in Sicht scheint, greifen wir zur Stäubepumpe. Mit Kalk oder Gesteinsmehl gefüllt, können wir selbst die Krone von Obstbäumen erreichen. Die Blattläuse haben eine feuchte Körperhaut, deren Poren mit dem Mehl verklebt werden. Je nach Befall und Witterung den Vorgang mehrfach wiederholen. Die Blattläuse sterben ab. Sind Pflanzen stark befallen, streifen wir die Blattlauskolonien auch schon mal mit den Fingern ab. Es empfiehlt sich, Handschuhe anzuziehen.

Absolut bewährt haben sich im Ökogarten die sog. Ohrwurmbehausungen. Ein Blumentopf wird mit Stroh gefüllt und umgedreht. Ein Kartoffelnetz umschließt den gesamten Blumentopf und wird am oberen Ende zusammengebunden. Dort wird eine Aufhängung angebracht. Das Kartoffelnetz verhindert das Herausziehen des Strohs durch hungrige und neugierige Vögel. Die Ohrwürmer übertagen in den Wohnungen und gehen nachts auf Beutefang. Blattläuse sind für sie eine Delikatesse. Man kann den Blumentopf an unterschiedlichen Stellen im Garten mobil einsetzen. Aus unserer Sicht: An jeden Obstbaum gehört eine Ohrwurmbehausung.

Als Behausung für Florfliegen (Goldauge genannt) dient ein Kasten, der an einer Stelle ein Drahtnetz vorweist. Er ist mit Stroh gefüllt. Florfliegen ziehen sich dort gerne über Winter zurück. Wir können die "Goldaugen" auch in unseren Kellerräumen beobachten. Der Name rührt von den großen, golden schimmernden Facettenaugen her. Die Larve der Florfliege, der Ameisenlöwe, ist ein eifriger Blattlausvertilger.


Drahtwürmer

  • Ringelblumen helfen bei Erdbeeren, Kartoffeln, Kohl und Tomaten gegen Nematoden und Drahtwürmer; erhöhen den Ernteertrag[10]

Informationen entnommen aus Ökogarten der VHS Völklingen: Biologischer Pflanzenschutz – Drahtwurm. 26. März 2012:
Der Drahtwurm ist die Larve des Schnellkäfers. Sein Körper ist sehr hart, drahtig halt. Wenn eine Salatpflanze platt am Boden liegt, ist die Ursache schnell geklärt. Am besten direkt die Wurzel ausgraben und den Boden in der Umgebung nach der Larve absuchen. Der Weg führt zur nächsten Pflanze. Der Drahtwurm frisst sich nur ein Stück die Hauptwurzel hoch und zieht dann weiter. Fraßstellen können wir auch an Karotten beobachten. Das Auslegen von Kartoffelscheiben und Karottenstücken haben wir nach mäßigem Erfolg eingestellt.


Frostspanner

Informationen entnommen aus Ökogarten der VHS Völklingen: Biologischer Pflanzenschutz – Frostspanner. 26. März 2012:
Der Frostspanner ist ein Schädling, der insbesondere Obstbäume befallen kann. Wir haben Vieles ausprobiert und konnten keine ausreichend erfolgreiche Methode festmachen. Aufgrund der Klimaverschiebung wandern die Weibchen nicht im Januar, Februar an den Baumstämmen herauf, sondern schon erheblich früher, so dass die Maßnahmen mit Leimringen eigentlich ganzjährig angewandt werden müssten. Weiterentwicklungen wie der Franzring waren auch nur bedingt erfolgreich. Wir haben einen eigenen Abwehrgürtel entwickelt, der von dem Franzring abgeleitet wurde. Der Abstand der um den Baum laufenden Folie von der Rinde muss ca. 1cm breit sein. Am Baum muss ein Weichschaumring eng an den Stamm angebracht werden, um den Weg für die Frostspannerweibchen abzusperren.

Da der Ökogarten Völklingen am Waldrand liegt, haben wir keine Chance, den Einfall von außen zu verhindern. Tritt der Frostspanner in Massen auf, kann er sich an langen Fäden, durch den Wind angetrieben, sehr bequem zum nächsten Baum bewegen. Zuweilen war beim Waldspaziergang ein Regenschirm angebracht, um sich vor den hier abseilenden Raupen zu schützen.

Aus unserer Sicht ist die erfolgreichste Methode, eine ausreichende Anzahl an Nistkästen zu installieren. Die Kohlmeisen putzen diese Schädlinge gerne weg. In einem Jahr haben wir von einem Nistkasten 9 Kohlmeisen ausfliegen sehen. Wir können uns vorstellen, was das Vogel-Elternpaar geleistet hat. Einige Kilogramm Raupen waren hier auf dem Speiseplan.


Kartoffelkäfer

  • Kartoffel-Mischkultur mit Meerrettich vertreibt den Kartoffelkäfer[6]

Informationen entnommen aus Ökogarten der VHS Völklingen: Biologischer Pflanzenschutz – Kartoffelkäfer. 26. März 2012:
Kartoffelkäfer können im Kartoffelbeet großen Schaden anrichten. Insbesondere die roten, dicken und gefräßigen Larven können Totalschaden verursachen. Die Antwort auf die Plage Kartoffelkäfer ist schnell gegeben: Beobachten und Absammeln. Insbesondere schon recht früh auf der Unterseite der Kartoffelblätter nach den gelben Eiern Ausschau halten und entfernen. Diese sind im Paket abgelegt. Auch Larven und ausgewachsene Käfer absammeln.

Übrigens: die Eier der Marienkäfer sehen sehr ähnlich aus. Sie sind auch in Paketen abgelegt. Sie sind etwas rundlicher. Aber im Kartoffelbeet erwarten wir zu allererst die Eier des Kartoffelkäfers.


Kohlhernie

Informationen entnommen aus Ökogarten der VHS Völklingen: Biologischer Pflanzenschutz – Kohlhernie. 26. März 2012:
Wenn die Kohlhernie (Erreger Plasmodiophora brassicae) sich ausgebreitet hat, ist es schwierig, diese Pilzerkrankung an den Kreuzblütlern wie Kohl zu verhindern. Ein Beetwechsel ist in jedem Falle zu empfehlen. Wenn es geht, sollte am gleichen Platz erst nach 4 Jahren wieder Kohl angebaut werden. Bitte daran denken, dass auch andere Kreuzblütler wie Radies, Rettich oder Mairüben ebenfalls erkranken und die Krankheit übertragen können. Auch die Grünsaat Senf gehört zu den Kreuzblütengewächen und kann die Krankheit übertragen.

Da der Pilz sich im alkalischen Milieu nicht ausbreiten kann, streuen wir in das Pflanzloch bei Kohlpflanzen kohlensauren Kalk. Diese Methode hat sich bewährt. Die Ernte ist ordentlich, auch wenn ein leichter Befall erfolgt ist.


Lauchmotte

  • Rettich und Wermut schützen Porree vor Lauchmotten[10]

Informationen entnommen aus Ökogarten der VHS Völklingen: Biologischer Pflanzenschutz – Lauchmotte. 26. März 2012:
Die Larve der Lauchmotte frisst sich als Made durch die Blätter und hinterlässt Gänge. Das Blatt fault an den Stellen. Die Puppe ist bräunlich und Stecknadelkopf groß. Da die obere Hälfte der Blätter bevorzugt wird, bleibt bei starkem Befall nur noch, die Pflanzen an dieser Stelle abzuschneiden, um zumindest den Rest der Porreepflanze ernten zu können.

Was sich gut bewährt hat, ist die Abdeckung des Porreebeetes mit Vlies oder Folie. Trotz aller Umstände war dies die einzige Methode, Porreepflanzen ohne Fraßschäden der Lauchmotte zu ernten. Die überwinternden Motten fliegen im April und Mai, die zweite Generation ab Juli. Besonders in diesen Zeiträumen das Vlies oder die Folie einsetzen.

Eine Mischkultur mit Kohl, Sellerie hat sich bewährt. Hier waren die Fraßschäden weitaus geringer. Auch das Mulchen mit Rainfarn wurde von uns in diesen Beeten durchgeführt.


Pilzerkrankungen

  • Meerrettich wirkt bei Pfirsich und Kirsche gegen Monilia (Pilz)[10]
  • Zwiebel und Schalotte wirken bei Erdbeeren und Karotten gegen Pilzkrankheiten[10]

Informationen entnommen aus Ökogarten der VHS Völklingen: Biologischer Pflanzenschutz – Braunfäule (Krautfäule) und weitere Pilzerkrankungen. 26. März 2012:
Der Befall der Tomatenblätter mit der Braunfäule (Pilz Phytophthora infestans) ist ein natürlicher Abbauprozess. Allerdings sollte dieser nicht zu früh einsetzen. Bei unseren klimatischen Veränderungen haben wir leider nicht mehr die Temperaturkonstanz und trockene Perioden im Sommer. Bei höheren Temperaturen breitet sich der Pilz weniger aus, bei Feuchtigkeit umso besser. Für uns blieb nur die Möglichkeit, ein vor Regen schützendes Tomatenhaus zu bauen. Der Schutz vor Feuchtigkeit ist also in unseren Breitengraden unabdingbar geworden.

Wir fördern die Pflanzen, wenn sie nicht zu dicht gesetzt werden und Luft um die Pflanzen herum zirkulieren kann. Auch gießen wir den Boden mit der Brause und bemühen uns, die Blätter und den Stängel, der auch befallen werden kann, nicht zu benetzen. Zudem Mulchen wir den Boden mit Stroh ab. Auch die Geiztriebe bleiben am Boden als Mulchmaterial liegen.

Sind die unteren Blätter befallen oder auch die eine oder andere Frucht, diese sofort entfernen. Auch beim Kauf der Pflanzen sollte man auf widerstandsfähige Sorten achten.

Ansonsten behandeln wir Pilzerkrankungen mit dem Besprühen von Schachtelhalmtee.


Schnecken

  • von einem Sack Kartoffeln das gelbliche Netz nehmen, zusammenrollen und um das Beet legen... offensichtlich kommen die Schnecken da nicht drüber...[12]
  • Akelei wird von Schnecken gemieden bzw. kann sogar abwehrend wirken[16][17]
  • Kerbel in Salatreihen bewirkt Abwehr von Läusen, Mehltau und Schnecken im Salat[3]
  • Portulakröschen kann Schnecken abwehren[17]
  • Zwiebelgewächse zwischen Erdbeeren vertreiben Schnecken und Wühlmäuse; auch gegen den Grauschimmel wirksam[3]

Informationen entnommen aus Ökogarten der VHS Völklingen: Biologischer Pflanzenschutz – Schneckenregulierung. 26. März 2012:
Schnecken haben einen breiten Lebensraum besiedelt. Sie haben durchaus ihre ökologische Funktion. Schnecken sind Aasfresser, das heißt, sie tragen zur Hygienisierung als "Gesundheitspolizei" bei. Zudem verwerten sie zahlreiche, auch halbverrottete Pflanzenteile und sind somit am natürlichen Abbau beteiligt. Dieser ist notwendig, da die Abbauprodukte die Ernährungsgrundlage für andere Pflanzen darstellen. Ziel ist es die Ursachen der Übervermehrung einzuschränken, um die Kulturen zu schützen. Es gilt also, die Schneckendichte zu regulieren, das heißt die Lebensbedingungen der Schnecken zu verschlechtern. Patentrezepte gibt es nicht, die Aufzählung von Maßnahmen bleibt unvollständig.

Lebensweise der Schnecken
Am auffälligsten sind die großen, roten, braunen und schwarzen Wegschnecken (bei uns in der Überzahl die Spanische Wegschnecke), dann die hellbräunlich gefärbte Ackerschnecke, die gelb-grau bis schwarz gefärbte Gartenwegschnecke sowie die mit einem schönen Schneckenhaus versehene Schnirkelschnecke.

Schnecken brauchen Feuchtigkeit. Insbesondere nach dem Einsetzen eines warmen Regens nach anhaltender Trockenheit werden sie aktiv. Das Aktivitätsoptimum liegt bei 15-20 Grad. Der gebildete Schleim ist zur Fortbewegung absolut notwendig. Dieser besteht zu 95% aus Wasser. Schnecken können größere Strecken (bis 50 m in einer Nacht) bei Feuchtigkeit zurücklegen.

Die Schnecken legen bis zu 60 weiße, runde Eier in ein Gelege, etwa 20 cm tief in Erdspalten. Schnecken können nicht graben, sondern nutzen Risse und Spalten zur Überwinterung und Eiablage. Im Sommer dauert die Entwicklungszeit 2-4 Wochen.

Schnecken lieben Mischkost, d.h. unterschiedliche Pflanzenarten. Sie bevorzugen halbverrottete Nahrung, schrecken aber vor frischem Gemüse nicht zurück. Sie besitzen gute Geschmacks- und Geruchsorgane.

Einstellung eines ökologischen Gleichgewichts durch Fördermaßnahmen für Nützlinge
Vertilger von Schnecken und Schneckeneier sind: Vögel, Igel, Maulwürfe, Spitzmäuse, Kröten, Blindschleichen und Eidechsen. Viele Käfer, z.B. die Laufkäfer, fressen Eier, Larven und kleinere Schnecken.

Schneckenabwehrende Pflanzen nutzen: Senf und Kapuzinerkresse als Zwischenkultur säen oder mit Farnkrautblättern und Tomatenblättern mulchen, eher eingeschränkter Erfolg.

Je größer die Wegstrecke, desto abhängiger ist die Schnecke bei der Nahrungssuche von den Witterungsverhältnissen. Finden sich direkt neben Nahrungspflanzen auch Unterschlupfmöglichkeiten, wird die Entwicklung der Schnecken beschleunigt, d.h. Beetränder von Bewuchs freihalten, somit ist eine natürliche Schranke vorhanden.

Eiablage der Schnecken erschweren: Krümeliger Boden, der keine tiefen Risse aufweist, ist kein guter Legeplatz für Schnecken, da diese nicht graben können. Also Boden im Herbst und Frühjahr nicht grobschollig umgraben sondern feinkrümelig halten.

Den meisten Erfolg bringt das Absammeln nach längerer Trockenheit und danach einsetzendem Regen. Die gesammelten Schnecken können in eine Wiese oder am Waldrand ausgesetzt werden.

Nach dem ersten Harken im Frühjahr, in der Nacht die Schnecken und Schneckeneier absammeln, denn die Schnecken wurden in ihrer Winterruhe gestört und kommen an die Oberfläche. Die Schneckeneier sind weiß (direkt nach dem Legen) bis glasig, so groß wie ein Stecknadelkopf und werden in Häufchen bis zu 60 Eiern abgelegt. Das Absammeln der Eier sollte natürlich über das ganze Jahr erfolgen.

Schneckenbarrieren
Natürliche Schneckenbarrieren: Mit scharfkantigem Schilfhäcksel kann um die Pflanzen herum oder flächendeckend gemulcht werden. Kalk, Holzasche oder Sägemehl ebenfalls um die Pflanzen herum ausstreuen oder entlang der Beetränder ausbringen. Diese natürlichen Schranken haben nur bei Trockenheit eine Wirkung und müssen nach einem Regen erneuert werden.

Schneckenzäune: Schneckenzäune sind im Fachhandel zu erwerben, es handelt sich um gebogene Aluminiumleisten, die als Beeteinfassung den Einmarsch der Schnecken verhindern. Im Ökogarten Völklingen wurden kostengünstige Schneckenzäune als Wanderrahmen hergestellt. Eine Holzeinfassung (Holzlatten mindestens 10 cm breit) wird mit einem Zinkdrahtnetz an der Oberkante versehen. Das Drahtnetz steht nach außen. Schnecken können dieses Hindernis, dies haben Versuche gezeigt, nicht überwinden.

Lockfallen aufstellen
Umgestülpte Salatköpfe, große Gemüseblätter dienen als Lockmittel. Die Schnecken können darunter abgesammelt werden. Wegplatten, Holzbretter oder bei Trockenheit ausgelegte Rhabarberblätter dienen als Raststätte. Auch hier ist ein Absammeln einfach. Unter die Wegplatten haben wir im Ökogarten Völklingen eine kleine Höhle ausgehoben und Salat hineingelegt. Die Beetplatte wird so darübergelegt, dass am Rande ein Zugangsloch offen bleibt. Diese "Wegplattenmethode" auf den Beeten hat sich bestens bewährt.

Bierfallen haben sich nicht bewährt, da sie die Schnecken mehr anziehen, denn abhalten. Zudem muss man Obacht geben, dass keine Nützlinge wie kleine Kröten oder Käfer darin ertrinken.

Erfahrungen aus dem Ökogarten
Die Aussaat sollte bei genügend erwärmtem Boden erfolgen. Je schneller die Pflanzen auflaufen, desto geringer werden die Schäden durch Schneckenfraß. Grobkörnige Samen über Nacht in Wasser einweichen, die Saatrillen vorziehen, Samen mit Erde und Kompost andrücken, somit finden die Schnecken kaum Zugang zu den Keimlingen.

Bei dem Ausbringen von Setzlingen, die Jungpflanzen mit getrocknetem Mulchmaterial umgeben (Stroh, Schilfhäcksel, Lava-Granulat) oder mit Urgesteinsmehl, Algenkalk und Holzasche bestreuen. Diese "Schneckenschutzkragen" sind allerdings beim nächsten Regen wirkungslos.

Wenn gegossen wird, nicht großflächig berieseln, sondern gezielt an die Gemüsepflanzen gießen. Gießen am Morgen führt zu einer 50%igen Aktivitätssenkung der Schnecken gegenüber dem Gießen am Abend.

Freihalten der Beetränder von Bewuchs: Umgeben Wiesen und Gehölzstreifen die Beete, ist es sinnvoll, die Beetränder mit einem 30 cm breiten Graben von Wildkraut freizuhalten. Die Schnecken können oft an dieser Schranke abgefangen werden.

Einsatz eines Schneckenabwehrzaunes schon beim Einsäen. Der selbstentwickelte Schneckenabwehrzaun wird schon vor der Aussaat auf das Beet gesetzt und verhindert somit rechtzeitig die Einwanderung von Schnecken. Die Schnecken, die sich auf dem Beet befinden, können abgesammelt werden.

Anstelle der Schneckenbarriere kann für Solitärpflanzen ein alter Eimer Verwendung finden (im Großmarkt oder bei Feinkostläden nachfragen). Der Boden des Eimers wird ausgeschnitten. Nach oben verschließt ein feiner Maschendraht oder Gardinenstoff den Eimer. Der Eimer wird über die Jungpflanze gestülpt und fest in die Erde gedrückt, so dass keine Schnecke eindringen kann. Durch den Stoff oder Draht kann gegossen werden. Das Wachstum erfolgt besonders gut, da der Eimer auch die Feuchtigkeit hält. Fühlt die Pflanze sich eingeengt, kann der Eimer an einem anderen Einsatzort Verwendung finden. Die Pflanze ist mittlerweile so groß, dass Schnecken nur noch wenig Interesse an ihr haben.

Absammeln der Schnecken nach einem Regen – die wichtigste Methode: Eine erhebliche Reduktion der Schneckendichte gelingt durch das Absammeln nach einem Regenschauer oder am Abend. Wenn konzentriert gesammelt wird, kann die Population auf ca. 80 % eingeschränkt werden, sodass kaum noch Beeinträchtigungen eintreten. Die gesammelten Tiere werden in einer Feuchtwiese oder am Waldrand aussetzt. Das Ausstreuen von Salz bedeutet einen grausamen Tod.

Vorbeugung: Förderung von Nützlingen durch Gestaltung notwendiger Lebensräume. Die zahlreichen Möglichkeiten zur Förderung von Nützlingen können im Ökogarten Völklingen vor Ort erläutert werden. Nur ein Beispiel: Laufkäfer machen sich auch an ausgewachsene Schnecken heran. Dies haben wir mehrfach im Ökogarten beobachtet. Die Laufkäfer sind meistens schwarz, haben einen abgeflachten Körper und nutzen Gehölze oder umgefallene Baumstümpfe als Unterschlupf. Fazit: Reisighaufen oder Holzreste einfach an der passenden Stelle liegen lassen.

Übrigens: Wie selbst beobachtet, fressen Laufenten auch Schnecken: Allerdings klopfen sie diese weich und waschen sie mehrfach in Wasser.

Fazit: eine Reduktion der Schneckenpopulationen gelingt nur mit einem eifrigen Absammeln der Schnecken und Schneckeneier. Dies ist die beste Methode.

Hinweis: Die Weinbergschnecke bitte verschonen. Sie frisst die anderen Schneckeneier.

weitere Informationen:


Wühlmaus

  • Zwiebelgewächse zwischen Erdbeeren vertreiben Schnecken und Wühlmäuse; auch gegen den Grauschimmel wirksam[3]

Informationen entnommen aus Ökogarten der VHS Völklingen: Biologischer Pflanzenschutz – Wühlmaus. 26. März 2012:
Die Wühlmaus kann im Gemüsegarten größere Schäden verursachen. Wir haben im Ökogarten Völklingen vieles ausprobiert. Zunächst sollte man die Gänge beobachten. Stark riechende Pflanzen wie durchgeschnittene Knoblauchzehen können für einige Zeit die Wühlmäuse fernhalten. Wir haben den Versuch mit Knoblauch gemacht, allerdings nur mit eingeschränktem Erfolg. Dies ist eigentlich schnell erklärt, denn, wenn die Geruchsstoffe verflogen sind, geht damit auch die Wirkung verloren.

Weitere Methode: Geräusche und Lärm verursachen. Mit einem durch Wind sich drehenden Rotor, der Schallwellen über Rohre in den Boden leitet, hatten wir Erfolg. Wer eine solche Eigenkonstruktion nicht herstellen will, kann Schallgeräte im Fachhandel kaufen. Ökogärtner erzählten uns, dass die Wirkung verloren geht, wenn ein Gartenweg die Schallrichtung versperrt. Das Anpflanzen von Kaiserkrone oder der Wolfsmilch blieb ohne Wirkung.

Was bleibt? Die Wühlmausfalle. Die Wühlmausfalle, die im Fachhandel erhältlich ist, dürfen wir nicht mit den Händen anfassen. Immer Handschuhe benutzen, die Wühlmaus hat ein sehr feines Riechorgan. Als Lockstoffe können Apfel-, Karotten-, Sellerie- oder Schwarzwurzelstücke genommen werden. Den Gang vorsichtig um das Loch mit der kleinen Schaufel freilegen, dann die Falle einbringen. Die Falle in das Loch schieben, den Ausgang mit Steinen abdecken. Die Fallen täglich kontrollieren. Diese Methode hat zu gutem Erfolg geführt.

Wühlmausgänge erkennt man im Vergleich zu Maulwurfgängen daran, dass der Haufen nur leicht gewölbt ist und das Loch seitlich platziert ist. Das Loch im Maulwurfshaufen liegt genau in der Mitte.

Bei der Pflanzung von Bäumen oder Sträuchern, ebenso beim Setzen von Blumenzwiebeln, haben wir den Wurzelballen mit einen Drahtkorb umschlossen. Diesen sollte man 20 cm aus der Erde herausragen lassen. Der Drahtkorb rostet mit der Zeit, die Wurzeln können sich dann ausbreiten. Wer zu Hause ein Katze hat, ist absolut im Vorteil. Des Öfteren konnten wir erfolgreiche Katzen in unseren Beeten beobachten. Natürliche Feinde sind Greifvögel. Hierzu haben wir eine Sitzstange in 4 m Höhe angeboten. Die Verkotung der Stange zeigt uns, dass die Greifvögel diesen Platz, der eine gute Übersicht über den Garten ermöglichte, angenommen haben. Auch Wiesel stellen den Mäusen nach. Im Ökogarten Völklingen gibt es für die Wiesel genügend Unterschlupf.


Bodenökologie

  • Buchweizen macht Kali aus dem Boden für Sellerie verfügbar[10]
  • Porree, Bohnen oder Kartoffeln wirken sich günstig auf die Bodenstruktur aus. Sie hinterlassen einen besonders krümeligen Boden.[6]
  • Ringelblumen fördern die Bodengesundheit
  • Lupinen oder Erbsen tragen zur Steigerung der Fruchtbarkeit bei[5]

Die Anpflanzung der Mischkulturen sollte so dicht wie möglich erfolgen, so dass sich die Pflanzen im ausgewachsenen Zustand fast berühren. Dadurch ist der Boden bedeckt, trocknet also weniger aus und Wildkräuter (sogenanntes "Unkraut") hat schlechtere Chancen. Durch unterschiedliche Erntezeitpunkte können sich die verbleibenden Pflanzen dann weiter ausbreiten. Frei gewordene Bereiche können auch nachbepflanzt oder -besät werden - Ziel im Ökogarten ist den Boden bedeckt zu halten.[3]


Mulchen

Informationen entnommen aus Ökogarten der VHS Völklingen: Richtig Mulchen. 26. März 2012.

Mulchen bedeutet die Gartenerde das ganze Jahr mit Pflanzenmaterial bedeckt zu halten. Das Mulchen ist eines der Hauptprinzipien des Biologischen Gartenbaus.

Warum sollten wir in unserem Garten mulchen?
In der Natur gibt es keine nackte Erde. Immer ist eine Pflanzenschicht und eine Humusschicht vorhanden. Das beste Beispiel ist unser Wald. Oft fragt man sich, wie können nur solche Laubmengen und Mengen von Totholz verrotten. Das biologische Ökosystem Wald mit vielen Lebewesen wie Würmern, Asseln, Springschwänzen, Käfern aber insbesondere mit Bakterien und Pilzen machen dies möglich.

Auch im Garten ist eine ganzjährige Bodenbedeckung absolut notwendig. Die gleichen Helfer wie im Wald stehen auch uns zur Verfügung. Die Bodenbedeckung kann durch eine Flächenkompostierung, Grüneinsaaten und insbesondere durch das Mulchen mit Pflanzenmaterial erreicht werden.

Folgende Vorteile sprechen für das Mulchen:

  • Der Boden bleibt feucht und trocknet nicht aus.
Bei Trockenheit entstehen Bodenrisse. Der Boden verdichtet, das Durchlüften des Bodens ist unterbunden. Gießwasser fließt ab, ohne die Pflanzenwurzeln zu erreichen oder verdunstet schneller.
  • Der Boden erwärmt leichter.
Organische Mulchdecken erzeugen Wärme. Das Wachstum der Pflanzen wird durch diese wärmende Decke beschleunigt, nützliche Bodenlebewesen arbeiten intensiver.
  • Der Boden bleibt locker.
Die Bodenlebewesen erzeugen einen Ton-Humuskomplex, ein lebendiges Gebilde. Dieser ist an seiner krümeligen Struktur zu erkennen. Würmer ziehen das organische Material in die Tiefe und verdauen es. Wurmkothäufchen enthalten zudem Kalzium, einen wichtigen Pflanzennährstoff. Man spricht auch von Kalziumhumat.
  • Dem Boden werden Nährstoffe zugeführt.
Die organischen Materialien werden von den Mikroorganismen, den Bakterien und Pilzen sowie Springschwänzen, Milben, Ohrwürmern und Gartenwürmern abgebaut und somit pflanzenverfügbar gemacht. Die Humusschicht wächst, Mineralien und Nährstoffe stehen zur Verfügung. Mulchschichten stellen Kohlesäurequellen dar. Die Pflanzen nehmen das CO2 auf und bilden daraus körpereigene Stoffe.
  • Zusätzliche Düngung oft nicht erforderlich.
Durch ständige Mulchschichten bleibt unser "Garten-Abfallmaterial" im Kreislauf. Zusätzliche Düngung wird nur noch bei Pflanzen mit bestimmten Nährstoffansprüchen notwendig.
  • Vermeidung des Bodenabtrages nach starkem Regen.
Eine bedeckte Erde wird auch nach starken Regengüssen nicht abgeschwemmt. Sie wird "biologisch vernetzt" am Boden gehalten.

Für den Gärtner ergeben sich folgende Vorteile daraus:

  • Da der Boden locker bleibt, entfällt zum größten Teil die Hackarbeit zur Bodenlockerung.
  • Der Boden bleibt feucht, muss also weniger gegossen werden.
  • Die schützende Mulchschicht hält Wildkräuter zurück. Das "Unkrautjäten" entfällt zum größten Teil.
  • Auch das Ernten ist leichter und sauberer. Die Früchte können von der Pflanzendecke geerntet werden.

Welche Materialien eignen sich zum Mulchen?

  • Reifer oder halbreifer Kompost, wobei Reifkompost ein vollwirksamer Kopfdünger ist
  • Stroh, am besten gehäckselt
  • Heu, Wiesenschnitt, vor der Blüte, am besten nach dem Samenausfall
  • Rasen- oder Wiesenschnitt
  • Heckenschnitt (feinkörnig, wenig Holzbestandteile)
  • Laub als herbstliche Abdeckung
  • Holzhäcksel auf Beetwegen und an Baumscheiben der Obstbäume, Blumengarten
  • Schilfhäcksel gegen Schneckenbefall
  • Zerkleinerte Kräuterstauden zur Schädlingsvertreibung und Düngung
  • Lavagranulat
  • Rindenkompost oder Holzhäcksel bei Obstbäumen und Beerensträuchern

Welche Regeln sind beim Mulchen zu beachten?

  • Möglichst den Boden ganzjährig abdecken. Stroh vor dem Winter besorgen.
  • Vor dem Mulchen Boden mit der Grabegabel tiefenlockern und anfeuchten.
  • Mulchmaterial zerkleinern
  • Gemüsebeet mit frischem Wiesenschnitt gemulchtAbdeckmaterial dünn auftragen, denn lieber öfter dünne Schichten aufbringen. Das Mulchmaterial niemals in die Bodenkrume einarbeiten, sondern oben aufliegen lassen (Ausnahme Reifkompost). Der Pflanzenteppich benötigt nämlich zur Rotte ebenfalls wie beim Kompostvorgang Sauerstoff. Zu dicke und dicht gepackte Schichten fördern hingegen den Fäulnisprozess. Eine Ausnahme ist zerkleinertes, getrocknetes Stroh. Dies kann nach der Methode Ruth Stout in dicken Lagen gemulcht werden. Die Strohdecke muss dabei ständig erneuert werden.
  • Das Mulchmaterial sollte von Wildkrautsamen frei sein. Dies ist von geringerer Bedeutung, wenn ständig nachgemulcht wird oder vereinzelt sich zeigende Wildkräuter gleich entfernt werden.
  • Saatrillen nur sehr locker oder nicht bedecken. Bei Setzlingen kann um das Pflänzchen bis zu dem Blattansatz gemulcht werden.
  • Bei Abmulchen mit halbreifem Kompost, der erheblich zur Bodenaktivierung beiträgt, Kompostschicht mit einer dünnen Grasschicht zum Schutze vor Austrocknen abdecken. Der halbreife Kompost darf nicht in den Wurzelbereich eingearbeitet werden. Ausgereifter Kompost kann hingegen in die Bodenkrume eingearbeitet werden.

Erfahrungen im Ökogarten der Volkshochschule

  • Als bestes Mulchmaterial hat sich Stroh erwiesen. Nach Zerkleinern mit dem Häcksler kann mit dem getrocknetem Stroh gemulcht werden. Die Amerikanerin Ruth Stout arbeitete viele Jahrzehnte auf allen ihren Beeten mit dieser Methode und zwar mit großem Erfolg (siehe Literatur Ruth Stout "Mulch-Gärtnern ohne Arbeit").
  • Frischer Grasschnitt dünn und öfters auftragenFrisches Material wie Gemüseabfälle und Grasschnitt eignen sich ebenfalls zum Mulchen. Gleich nach dem Rasenmähen, den Schnitt dünn verteilt aufbringen. Der Rest kann im Komposter untergemischt werden. Auch kann man den Rasen- oder Wiesenschnitt auf der Wiese liegenlassen. Nach dem Trocknen kann damit weiter gemulcht werden. Ob man Gemüseabfälle direkt im Beet liegen lässt, ist eher ein ästhetisches Problem. Sinnvoll ist dies allemal. Wer dies nicht möchte, kann die Gemüseabfälle über die Kompostierung dem Garten wieder zuführen. Wenn Gemüseabfälle im Beet liegen bleiben, des Öfteren darunter nach Schnecken absuchen.
  • Schilfhäcksel eignet sich eingeschränkt zur Schneckenabwehr. Die scharfkantigen Pflanzenteile sind manchmal ein unüberwindbares Hindernis. Ebenfalls zur Schneckenabwehr geeignet ist das Überstreuen der Mulchschicht mit Gesteinsmehl, Holzasche und Algenkalk. Diese Stoffe tragen zudem zur Bodenverbesserung und besseren Nährstoffversorgung der Pflanzen bei. Bei dem ersten Regen allerdings sind diese Schranken kein Hindernis mehr für die Schnecken.
  • Bei Feuchtigkeit und Schneckenplage die Mulchdecken beobachten und evtl. weniger mulchen.
  • Mulchabdeckung für den Winter mit Laub, Gemüseabfällen und GrasschnittGrobkörniges Holzhäcksel eignet sich hervorragend für die Beetwege. Die aggressiven Harzstoffe halten die meisten Wildkräuter zurück. Sind die Beete in Holzrahmen eingefasst, wird vermieden, dass Holzstücke in die Beete eingearbeitet werden. Holzhäcksel ist zur Bodenabdeckung bei Blumenbeeten, Sträuchern und Obstbäumen gut geeignet. Fein gehäckselter, frischer Heckenschnitt hat sich zur Beetabmulchung gut bewährt (keine Berberitze). Der Grünanteil des Heckenschnittes sollte hier überwiegen, nur kleine Holzteile sollte vorhanden sein.
  • Im Ökogarten bringen wir über den Winter ein dicke Mulchschicht auf. Stroh, Laub, Gartenabfälle werden gemischt und ausgebracht. Allerdings werden solche Beete auch gerne von Wühlmäusen besucht. Sie werden staunen, was im nächsten Jahr noch übrig ist. Die Reste werden vor dem Aussäen vom Beet gerechelt.


Kompost

Informationen entnommen aus Ökogarten der VHS Völklingen: Biologische Düngemittel – Kompost und Gründünger. 26. März 2012; Ökogarten der VHS Völklingen:Die richtige Kompostierung. 26. März 2012; Ökogarten der VHS Völklingen: Förderung von Nützlingen – Reisighaufen und Wildgehölzhecken. 26. März 2012.

Mit dem Kompost werden dem Boden die wichtigsten und meisten Nährstoffe zur Verfügung gestellt. Neben dem Mulchen, was einer Flächenkompostierung gleichkommt, wird über die Kompostherstellung das Pflanzenmaterial für die Pflanzen verfügbar gemacht. Die Kompostierung kann mit verschiedenen Systemen wie Holzkomposter, Thermokomposter, Wurmkomposter oder gemauerte Kompostanlage erfolgen. Ohne Hilfsmittel kommt man bei dem Einsatz von Kompostmieten aus, wobei allerdings größere Mengen an Pflanzenmaterial erforderlich sind.

Das beste Düngemittel ist der selbst hergestellte Kompost. Im Hausgarten können Küchen- und Gartenabfälle gemischt mit Laub, Stroh, Häckselmaterial Verwendung finden. Der reife Kompost ist eine hervorragende Stickstoffquelle und enthält viele Spurenelemente. Wenn der Kompostwurm Eisenia foetida ordentlich gearbeitet hat, ist er zudem noch mit Kalzium angereichert.

Warum kompostieren?

  • Durch Kompost entstehen Böden mit einer Krümelstruktur. Dabei bauen Bakterien und Pilze die Krümelstruktur auf, man spricht von einem Lebendverbau.
  • Kompost schafft lockeren Boden. Dabei wird durch Krümelstruktur mit den dazugehörigen Bodenkapillaren das Wasserhaltevermögen und die Luftdurchlässigkeit der Böden erhöht. Es entstehen Ton-Humuskomplexe.
  • Die im Kompost vorhandenen organischen Stoffe wie Pflanzenreste sind Nahrungsgrundlage zahlreicher Bodenlebewesen wie Springschwänze, Milben, Asseln, Würmer u.a., die wiederum für eine Lockerung des Bodens sorgen.
  • Durch die Bodenlebewesen werden die in den organischen Substanzen enthaltenen Nährstoffe wie Calcium, Magnesium, Kalium, Phosphat, Nitrat u.a. pflanzenverfügbar gemacht. Die Pflanzen bauen mit diesen Mineralien sowie Kohlendioxid und Wasser ihre pflanzenspezifische Substanz auf.
  • Durch Kompost wird der Boden feucht gehalten.
  • Die Nährstoffe werden nach und nach an die Pflanzen weitergegeben (vergleiche Stoßdüngung mit synthetischen Düngemittel, die meisten Nährstoffe werden ausgewaschen und belasten das Grundwasser).
  • Aufgrund der Abfallvermeidung ist die Kompostierung ein wesentlicher Beitrag zum Umweltschutz.

Was kann man alles kompostieren?

  • Gartenabfälle, Grasschnitt, Laub, Stroh, Rinde
  • Zerkleinerter Baum- und Heckenschnitt
  • Speisereste, die mit anderen Materialien wie Grasschnitt, Stroh oder Laub vermischt werden
  • Kaffee- und Teesatz
  • Zeitungspapier, zerkleinerte Pappe
  • Fett aus der Friteuse (zur besseren Verteilung leicht erwärmen und über den Kompost gießen)
  • Holzasche von unbehandeltem Holz, Gesteinsmehl

Was sollte nicht kompostiert werden?

  • Fleisch- und Knochenreste
  • Jegliche Chemikalien
  • Hunde- und Katzenstreu (hygienische Bedenken)
  • Schalen von Südfrüchten wie Bananen, Apfelsinen, Zitronen (wenn nicht aus biologischem Anbau)
  • Zeitschriften, Hochglanzpapier (Schwermetalle)

Welche Voraussetzungen braucht der Kompostvorgang?
Der Rottevorgang ist ein biologischer Prozess, der von Mikroorganismen getragen wird. Dabei spielen in der ersten oder heißen Phase des Rottevorgangs vorwiegend Bakterien und Pilze die Hauptrolle. Verläuft die Rotte gut, können Temperaturen bis 70 Grad entstehen, was zur Desinfizierung und Absterben von Wildsamen führt. Man kann diesen Rottevorgang an dem Dampfen des Kompostes und einem weißen Überzug aus Pilzen (Actinomyceten) erkennen. Damit eine solche "Heißkompostierung" erfolgen kann, müssen folgende Bedingungen erfüllt sein:

Der Kompost muss ausreichend durchlüftet sein. Sauerstoff ist für den Rotteprozess unabdingbar. Aus diesem Grunde sollten die Kompostgefäße (Holzkomposter, Thermokomposter) genügend Sauerstoff einlassen. Das Kompostmaterial sollte luftig gepackt sein, d.h. immer wieder grobes Material wie Holzschnitt (bis zu 10 cm Länge) oder Stroh oder Häckselmaterial untermischen. Es empfiehlt sich, den Kompost bei Bedarf (zu dichte Packung) umzusetzen und somit zu durchlüften.

Der Feuchtigkeitsgehalt muss stimmen. Bei Feuchtigkeit erwachen die Pilze und Bakterien zum Leben und machen sich an die Arbeit. Damit der Kompost nicht austrocknet, kann eine Abdeckschicht aus Pflanzenmaterial, Stroh oder Laub aufgebracht werden. An heißen Tagen muss man auch schon mal zur Gießkanne greifen, um den Kompost feucht zu halten. Allerdings führt eine Übernässung zur Fäulnis. Dabei übernehmen Fäulnisbakterien die Arbeit, was an dem Geruch leicht zu erkennen ist. In früheren Zeiten gab es die Kompostgruben, hierbei stand der Fäulnisprozess im Vordergrund. Die Kompostgruben wurden mittlerweile von den Luft zuführenden Holzkompostern abgelöst.

Das Kohlenstoff-Stickstoff-Verhältnis muss stimmen. Das C:N Verhältnis sollte 25 Anteile Kohlenstoff (vorwiegend in Holzabfällen, Papier, Stroh, Laub) und 1 Anteil Stickstoff (Küchenabfälle, Pflanzenjauchen) betragen. Dieses Verhältnis ist im Grasschnitt vorhanden. Angehäufter Grasschnitt geht aus diesem Grunde direkt in die Heißphase der Kompostierung über.

Welche Voraussetzungen braucht der Kompostvorgang?
Eine gute Durchmischung des Kompostgutes sowie ein zu beachtender Zerkleinerungsgrad (Holzstücke bis max. 10 cm) sind weitere Bedingungen einer erfolgreichen Kompostierung.

Wann ist der Kompost reif?
Der Rottevorgang dauert in der Regel 6 Monate. Nach 3 Monaten bevölkern Springschwänze, Asseln und vor allem der Kompostwurm (Eisenia foetida) den Kompost. Ist der Kompost fertig, findet man den gewöhnlichen Gartenwurm (Lumbricus) im Kompost. Zur Sicherheit kann man den Kressetest machen: Samen der Gartenkresse wird auf Kompost ausgesät. Ist der Kompost reif, keimt die Kresse und wächst innerhalb von 3 Tagen heran. Danach kann der nach Waldboden riechende Kompost ausgebracht werden. Ein längeres Liegenlassen des Kompostes verringert den Nährstoffinhalt, da die Nährstoffe mit der Zeit ausgewaschen werden. Der Kompost kann während des ganzen Gartenjahres ausgebracht werden. Im Sommer empfiehlt es sich, den Kompost in die Gartenerde unterzuharken. Zu Starkzehrern wie Porree, Kohl, Tomaten, Sellerie kann eine 5 cm dicke Schicht ausgebracht werden, zu Schwachzehrern wie Rote Rübe, Karotten sollte wenig, eine ca. 1cm dicke Schicht, aufgetragen werden. Hier ist die Regel gültig: Lieber öfters und weniger Kompost aufbringen als seltener und viel auf einmal.

Erfahrungen aus dem Ökogarten der Volkshochschule

  • Als Komposter haben sich die Holzkomposter bewährt. Mit Thermokompostern haben wir negative Erfahrungen gemacht. Die Kompostierung ist sehr zeitaufwändig (häufiges Wenden, sehr gut zerkleinern) und liefert für einen größeren Garten zu wenig Durchsatzmengen. Die Zugabe von Bakterienmaterial ist fraglich, wenn nicht die idealen Bedingungen vorliegen, gehen die Bakterien zugrunde. Bei einem großen Anfall von Gartenabfällen hat sich die Mietenkompostierung bewährt. Die Mieten sollten ca 1 m breit sein und ab und zu umgesetzt werden. Gehäckselte Holzbestandteile und Nadelstreu lassen sich auch kompostieren. Allerdings sollte hier leicht aufgekalkt werden, da die Nadelgehölze ein saures Milieu schaffen. Der normale Kompost sollte auf keinen Fall gekalkt werden, da dies zum Entweichen des Stickstoffs in Form von Ammoniak führt.
  • Eine Ergänzung stellt die Wurmkompostierung dar. In einer Holzkiste mit durchlöchertem Boden und einer durchlöcherten Trennwand, die in den Gartenboden eingelassen und abgedeckt wird, wird eine Seite mit Abfällen bestückt. Die Kompostwürmer werden zugesetzt. Nachdem die Kompostwürmer die Abfälle der einen Seite der Wurmkiste umgesetzt haben, wird die andere Seite mit frischen Abfällen bestückt. Durch die durchlöcherte Trennwand wandern die Würmer zur anderen Seite, der Kompost kann entnommen werden. In größerem Maße kann die Wurmkompostierung mit einem gemauerten Komposter im Gartenboden durchgeführt werden. Die Unterseite sowie die Trennwände sollten mit Lochsteinen versehen werden. Wichtig auch hier entsprechend feucht halten und abdecken. Der Wurmkompost ist ein sehr nährreiches und auch als Zusatz zur Blumenerde geeignetes Düngemittel.
  • Fallen im Hausgarten nur wenige Mengen an Abfällen an, können diese in einem weiteren Holzkomposter gesammelt werden. Dabei auch hier Laub- und Holzabfälle untermischen.
  • Die Rotte verläuft sehr viel schneller, je feiner der Zerkleinerungsgrad ist. Deshalb ist ein Häcksler in einem größeren Garten von Vorteil. Das Kleinschneiden mit der Gartenschere geht natürlich auch.
  • Grasschnitt sollte nur in dünnen Schichten in den Kompost eingebracht werden, da ansonsten eine Verdichtung und anschließende Fäulnis die Folge sein kann. Im Sommer kann der Grasschnitt ausgebreitet und getrocknet werden und dann nach und nach dem Kompost zugegeben werden. Grasschnitt stellt im übrigen ein wunderbares Mulchmaterial dar. Dünn ausgebracht liefert er den Pflanzen Nährstoffe, hält den Boden locker und feucht und fördert durch den Lebendverbau der Organismen die Krümelbildung.
  • Zugaben von Zusatzstoffen sind bei der Kompostierung mit Ausnahme der Kalkung von Nadelkompost nicht notwendig.
  • Tomaten, Kürbis- und Zucchinipflanzen können auf halbreifem Kompost gepflanzt werden. Der Komposter wird somit zu einem Erntebeet.
  • Wird der Komposter neu gefüllt, kann eine Schicht aus Zweigen und Ästen eine Drainagefunktion einnehmen. Überflüssiges Wasser fließt nach unten ab.
  • Komposter sollten auf eine mit der Grabegabel gelockerte Erde aufgestellt werden. Ein Steinuntersatz, auch aufgeschüttete Kieselsteine, führen dazu, dass die für die Kompostierung geschätzten Würmer nicht einziehen.

Wurmkompost
Mit dem Wurmkomposter kann man den sog. Wurmkompost herstellen, der sehr nährstoffreich ist. Er enthält wenig "unverdaute" Pflanzenreste und ist mit Kalzium angereicht (Kalziumhumat). Wir haben diesen Dünger ganz gezielt an bestimmten Pflanzen eingesetzt. Auch ein dünnes Austreuen in die Saatrillen – auch mit normalem Kompost - ist sinnvoll.

Gründünger
Die Aussaat von Gründüngungspflanzen ist eine hervorragende Methode, den Boden während eine Ruhephase aufzubauen. Es eignen sich Weiß- und Rotklee, Inkarnatklee, Lupine (Stickstoffanreicherung) oder Phacelia, der Bienenfreund. Auch die Ringelblume kann man flächendeckend einsäen. Will man auch noch etwas ernten, eignet sich auch Feldsalat als Gründüngungspflanze. Hat sich die Miere selbst ausgesät, haben wir auch diese stehen lassen. Die Pflanzen können nach der Vegetationsperiode im Beet verbleiben. Die Reste können im nächsten Frühjahr untergeharkt werden.

Flächenkompostierung
Das Mulchen oder die Flächenkompostierung sind für uns die geeignetsten biologischen Düngemethoden. Frisches Pflanzenmaterial wird auf den Gartenboden nacheinander schichtweise aufgebracht. Dem Boden werden so nach und nach Nährstoffe zugeführt. Wiesenschnitt ist besonders geeignet, immer in dünnen Lagen aufbringen. Ein universal einsetzbares Mulchmaterial ist gehäckseltes Stroh. Die Schichten können dann auch schon mal dicker aufgebracht werden.

Da die Brennnessel sehr stickstoffreich ist, haben wir des Öfteren die Blätter vor der Blüte geschnitten und zum Mulchen verwandt. Es gibt genügend Stellen, wo wir die Brennnesselblätter einsammeln können. Auch der kaliumreiche Comfrey (Beinwell) ist ein gutes Mulchmaterial. Ein paar abseits im Garten stehende Pflanzen sorgen für viel Pflanzenmaterial, das zum Mulchen bestens geeignet ist. Aber auch der Rainfarn oder der Wurmfarn, die die Kohlfliege fernhalten können, sind als Mulchmaterial in Kohlbeeten sinnvoll anzuwenden.

Wir haben im Ökogarten auch feines Häckselmaterial als Mulchmaterial verwendet. Bei dieser Methode muss man allerdings darauf achten, dass das Material nicht in die Erde eingearbeitet wird.

Ringelnatter
Die Ringelnatter sonnt sich mal eingerollt, jagt im Teich nach Fröschen oder im Komposter nach Mäusen. Sie frisst auch kleinere Schnecken. Die Tiere sind sehr scheu und ergreifen direkt die Flucht. Die Ringelnatter legt ihre Eier oft in den Komposthaufen. Dies sind Gelege bis zu 30 Eiern, die aneinander kleben. Sie sind weiß und oval-länglich. Aus ihnen schlüpfen die Jungschlangen, die sehr schön an ihrem weißen Kopfring zu erkennen sind. Leider überleben nicht viele dieser Tiere. Vögel und Igel stellen ihnen nach. Die Ringelnatter betreibt Brutpflege. Wenn Sie ein Gelege finden oder auch Jungschlangen, alles so belassen wie es ist und fernbleiben.


Düngejauchen

Informationen entnommen aus Ökogarten der VHS Völklingen: Biologische Düngemittel – Düngejauchen. 26. März 2012.

Als Düngejauchen sind insbesondere die Brennnessel- oder Beinwelljauche (Comfreyjauche) geeignet. Allerdings haben wir im Ökogarten auch schon mal "Wildkrautjauche" angesetzt. Auch Zwiebelschalen oder Knoblauchreste können Verwendung finden. Die Flüssigdünger sind auch als Schnelldünger zu bezeichnen, da sie die Nährstoffe direkt zur Verfügung stellen. Wir setzen die Flüssigdünger nur in gewissen Wachstumsperioden der Starkzehrer ein. Ansonsten enthält ein gut gemulchter und mit Kompost versorgter Gartenboden genügend Nährstoffe.

Ansetzten der Brennnesseljauche
In einer Mörtelwanne setzt man pro 10 l Wasser etwa 1 kg frisches Blattmaterial an. Die Blätter müssen mit Wasser bedeckt sein. Die Pflanzen beginnen nach 3 Tagen zu gären, was man an der Bläschenbildung erkennen kann. In diesem Zustand ist die Jauche sehr aggressiv und wird gegen Schädlinge wie Blattläuse und Milben als Spritzmittel eingesetzt. Damit keine Insekten und Vögel in die Wanne gelangen, decken wir diese mit einem Drahtgitter ab. Nach und nach stellt sich ein beißender Geruch ein. Diesen kann man mit der Zugabe von Steinmehl etwas mildern. Tägliches Umrühren ist sehr sinnvoll. Die Jauche ist fertig, wenn ein braune Brühe entstanden ist, das Schäumen aufgehört hat und nur noch wenig Blattmaterial zu finden ist. Dies ist im Sommer nach 8 bis 14 Tagen je nach Witterung der Fall. Wir gießen die Jauche durch ein Sieb ab und verdünnen die Brühe mit 5 bis 10 Teilen Wasser.

Starkzehrer können einen guten Guss der mit 5 Teilen Wasser verdünnten Brühe erhalten. Aber denken Sie daran, Flüssigdünger sind schnell wirkende Dünger, sodass eine Stoßdüngung nur ab und zu erfolgen sollte. Auch ein Nachgießen mit Wasser ist sinnvoll. Alle anderen zu düngenden Pflanzen lieber mit der mit 10 Teilen verdünnten Brühe gießen. Ein Abgießen eines Beetes zur Nitratanreicherung ist wenig sinnvoll, hier ist der Einsatz langsam verrottbarer Düngemittel zu empfehlen.

Tipp: Jauchen nacheinander ansetzen, so dass man immer fertig einsetzbare Jauche hat.

Schachtelhalmtee zur Kräftigung der Pflanzen
Unser heimischer Ackerschachtelhalm ist eine an Kieselsäure reiche Pflanze. Diese nutzen wir im Biologischen Gartenbau. Man sammelt genügend Pflanzenmaterial und kocht dieses ab. Der Brei wird durch ein Sieb gedrückt. Die aufgefangene Brühe wird mit 10 Teilen Wasser verdünnt. Mit der Lösung im Frühjahr die Beet überbrausen. Die Pflanzen nehmen die Kieselsäure auf und bauen diese in die Pflanzenwände mit ein. Die Pflanzen werden stabiler und der Stechrüssel der Blattläuse hat es erheblich schwerer.


Zusatzstoffe

Informationen entnommen aus Ökogarten der VHS Völklingen: Biologische Düngemittel – Zusatzstoffe. 26. März 2012; Ökogarten der VHS Völklingen: Biologische Düngemittel – Tabellen. 26. März 2012.

Kohlensaurer Kalk ist ein wichtiger Dünger. Der Kalk wird im Herbst aufgebracht, nachdem der PH-Wert des Gartenbodens gemessen wurde. Der Wert sollte bei PH-Wert 7 liegen, also im neutralen Bereich. Wenn der Boden saurer sein sollte (PH unter 7) sollte ausgekalkt werden. Den PH-Wert kann man in Garten- und Umweltlaboren bestimmen lassen oder mit Teststäbchen aus der Apotheke selbst bestimmen. Die Teststäbchen zeigen grob an, ob der Boden den notwendigen Kalkvorrat hat. Der saure Regen verursacht den Eintrag von Säure und verändert das im Boden vorhandene alkalische oder neutrale Milieu. Die Nährstoffaufnahme in einem sauren Boden ist eingeschränkt.

Entnahme der Gartenprobe: Die Gartenprobe sollte aus unterschiedlichen Bereichen eines Beetes in 10 cm Tiefe entnommen werden. Ein Glas halb mit Erde füllen und 3/4 mit Wasser bedecken, dann umrühren und die Festbestandteile absetzen lassen. Warten bis die Lösung klar geworden ist, dann mit dem Messstäbchen die Messung vornehmen.

Bei der Kalkdüngung muss berücksichtigt werden, dass aus einem Gartenboden mit nur 2 % Humusanteil bis zu 600 g Kalk/10 qm jährlich durch die Niederschläge ausgewaschen werden, also verloren gehen, während ein Gartenboden mit 5 % Humusanteil nur bis zu 150 g Kalk/10 qm im Jahr durch Auswaschung verliert. Auch diese Auswaschverluste müssen durch die Kalkdüngung ersetzt werden.

PH-Wert und Kalkmenge:

5,2 = 2,1 kg Kalk auf 10 qm
5,5 = 1,3 kg Kalk auf 10 qm
5,7 = 0,8 kg Kalk auf 10 qm
6,2 = 300 g Kalk auf 10 qm
6,5 = 100 g Kalk auf 10 qm
6,7 = 50 g Kalk auf 10 qm

Dazu rechnen wir dann jeweils die Menge, die bei 2% oder 5% Humusgehalt des Bodens ausgewaschen werden (also 600 g oder 150 g).

Ist der PH-Wert im neutralen Bereich sollte nur die Auswaschmenge an Kalk gegeben werden. Ein leicht alkalischer Gartenboden ist nicht schädlich.

Steinmehle enthalten viele Spurenelemente und ergänzen im Boden fehlende Mikronährstoffe. Insbesondere Kalium, das im Gartenboden wenig vorkommt, wird somit hinzugegeben. Steinmehle können unterschiedlicher Herkunft sein. Dementsprechend enthalten sie eine unterschiedliche Zusammensetzung an Mikronährstoffen. Der Ökogarten Völklingen verwendet die im Saarland vorkommenden Basaltmehle, aber auch Steinmehle aus Lavagestein werden eingesetzt. Auch kann man Lavagranulat einsetzen. Der Vorteil: Die Steine zerfallen nach und nach und stellen somit die Nährstoffe über einen längeren Zeitraum zur Verfügung.

Steinmehle können auch in der Stäubepumpe eingesetzt werden. Das feine, ausgeblasene Mehl wird gegen Milben und Blattläuse oder Pilzbefall eingesetzt. Auch als Vorbeugung im Gemüse-, Tomaten- oder Kartoffelbeet ist diese Methode zu empfehlen.

Rizinusschrot wird direkt im Ursprungsland aus der Rizinussaat gewonnen, ist also ein pflanzlicher Dünger. Dieser Dünger ist im Fachmarkt von unterschiedlichen Herstellern zu beziehen. Auf leichten Böden steht beim Düngen mit Rizinusschrot die Nährstoffzufuhr von Stickstoff, Phosphat und Kali an erster Stelle. Dazu kommt die Anreicherung mit organischer Masse. Dies ergibt in der Folge einen Boden mit größeren Nährstoffreserven und einer besseren Humusbildung. Im Ökogarten haben wir beim Anbau von Starkzehreren wie Tomaten, Kohl, Sellerie, Porree um die Pflanze herum mit Rhizinusschrot gedüngt und das Schrot in den Boden leicht eingearbeitet. Auch hierbei zählt, die Pflanzen zu beobachten und eine Überdüngung zu vermeiden. Rizinusschrot ist ein Langzeitdünger, das heißt die Nährstoffe werden nach und nach freigegeben. Wir setzen diesen Dünger auch beim Pflanzen von Bäumen und Sträuchern ein. Mehrere Hände voll werden in das Pflanzloch eingestreut.

Holzasche ist ein idealer Kaliumdünger. Nur die Holzasche von natürlichem Holz vom Gartengrill oder vom Kaminofen sollte verwendet werden. Die Holzasche sollte insbesondere um Pflanzen, die Kalium lieben wie Tomaten und Kartoffeln, gestreut werden. Auch die Pflanzscheiben der Obstbäume kann man damit bestreuen. Allerdings kann man im Frühjahr auch alle Gartenbeete leicht mit der Schaufel bestreuen. Eine große Schaufel auf 10 qm genügt. Neben Kalium enthält die Holzasche auch Kalk und Phosphor, sodass der Boden gleichzeitig leicht gekalkt wird.

Weiterhin kann man Holzasche immer wieder in den Kompost einstreuen. Auch eine Zugabe in Pflanzenjauchen ist sinnvoll.

Ratschlag: Auch mit biologischen Düngestoffen ist eine Überdüngung und Auswaschung des Nitrats möglich. Der Bio-Gärtner beobachtet seine Pflanzen und düngt situationsgerecht. Mit Steinmehlen kann man nicht überdüngen. Der beste Dünger bleibt der Kompost. Auch die Flächenkompostierung ist die sinnvollste und einfachste Düngemethode. Als Kohlenstoffquelle nehmen wir im VHS-Ökogarten Stroh und Laub.

Nährstoffinhalte
Düngemittel Stickstoff Phosphorsäure Kalium Kalk organische Substanz
Kompost 0,4- 1 0,5 0,5 0,8 70
Rizinusschrot 5-6 2,5 1,5 1 90
Holzasche --- 2-4 6-10 30 ---
Gesteinsmehle* --- 0,2 2-11 5 ---

*reich an Spurennährstoffen, z, B. Zink, Mangan, Bor, Kupfer, Molybdän; Angaben in % der Trockenmasse

Von diesen Bodenverbesserungs- und Düngemitteln gibt man für Starkzehrer (Kohl, Porree, Sellerie, Tomaten, Gurken etc.) je 100 qm etwa folgende Mengen:

Kompost: ca. 1 cbm (= 3-5 cm dicke Schicht)
Rizinusschrot: ca. 10-12 kg
Holzasche: ca. 6 kg
Gesteinsmehle: ca. 15-20 kg

Schwachzehrer benötigen nur 1/4 bis 1/3 der aufgeführten Menge oder sind als Folgekultur mit dem zufrieden, was die Starkzehrer im Boden zurückgelassen haben. Zu den Schwachzehrern gehören vor allem: Karotten, Rote Rübee, Steckzwiebeln, Buschbohnen, Erbsen, Feldsalat, Gartenkräuter u.a.

Kalkbedarf der Gemüsepflanzen:
In der folgenden Tabelle ist der Kalkentzug aus dem Boden bei Gemüsepf1anzen enthalten, was zu einer Einteilung in stark kalkbedürftige und in schwächer kalkbedürftige Pflanzen führt.

Kalkentzug in g je 10qm Boden (angegeben als CaO)
Stark kalkbedürftige Pflanzen schwächer kalkbedürftige Pflanzen
Weißkohl 400 Stangenbohnen 90
Rotkohl 300 Buschbohnen 80
Chinakohl 400 Erbsen 90
Wirsing 230 Zwiebeln 70
Brokkoli 200 Porree 50
Rosenkohl 170 Rettich 50
Grünkohl 130 Kohlrabi 50
Blumenkohl 100 Kopfsalat 35
Sellerie 150 Gurken 30
Tomaten 130 Spinat 30
Karotten 130 Radieschen 25
Kartoffeln 120 Kürbis 20


Pflanzenjauchen, Pflanzenbrühen, Pflanzentees
Pflanze Ansatz Jauche frische Pflanzen Ansatz Brühe & Tee trockene Pflanzen Anwendung und Wirkung Zeitpunkt Verdünnung
Schachtelhalm 1 kg/10 l 150 g/10 l Pilzerkrankungen, bodenverbessernd ganzjährig 1 : 5
Brennnessel 1 kg/10 l 200 g/10 l zur Düngung, zur Kompostbereitung, gegen Läuse bei Bedarf 1 : 10 unverdünnt auf Boden und Kompost
Baldrian Blüte auspressen und Auszug erstellen, 2-3 Tropfen auf 1 Liter Wasser fördert Blüte und Frucht, fördert die Kompostierung vor der Blüte, beim Ansetzen des Komposts wie

angegeben

Farnkraut 1 kg/10 l 100 g/10 l gegen Läuse bei Bedarf nicht verdünnen
schwarzer Holunder 1 kg/10 l 150 g/10 l gegen Erdraupen und Kohlweißling bei Bedarf 1 : 5
Kamille 100 g/10 l Samenbeize (15 Min. im Tee lassen) vor Aussaat 1 : 5
Kapuzinerkresse 1 kg/10 l 100 g/10 l gegen Blatt- und Blutläuse bei Befall 1 : 10
Comfrey 1 kg/10 l 150 g/10 l zur Düngung, allgemein gegen Pflanzenkrankheiten ab Ende April 1 : 5
Majoran 150 g/10 l auf Ameisenstraßen und Nester gießen bei Bedarf nicht verdünnen
Rainfarn 300 g/10 l frisch gegen Erdfloh, gegen Bohnen- und Johannisbeersäulenrost bei Befall 2x die Woche nicht verdünnen
Rhabarber 500 g/3 l frisch gegen Bohnenblattlaus, Lauchmotte bei Befall nicht verdünnen
Schafgarbe 100 g/5 l gegen Monilia und Mehltau an 3 Tagen alle 2 Wochen 1 : 5
Tomaten (Geiztriebe) 30 g/2 l frisch gegen Erdraupen, Kohlweißling, Läuse und Kartoffelkäfer bei Bedarf 1 : 2
Wermut 300 g/10 l frisch gegen Erdflöhe, Blattläuse, Kohlfliege, Möhrenfliege bei Befall 2x die Woche nicht verdünnen


Aufschichtungen

Informationen entnommen aus Michael Lohmann: Wir tun was für mehr Natur im Garten. Aktion Ameise; herausgegeben von Gunter Steinbach. Franz Schneider Verlag GmbH; München, 1986. ISBN 3-505-09339-4.

Wer Sträucher und Bäume im Garten hat, dem wächst auch Schnittholz nach. Man kann Äste verheizen, die schwächeren Zweige im Häcksler für die Kompostmiete zerkleinern. Wenigstens ein Teil des Abfallholzes sollte aber als größere und kleinere Reisighaufen unter der Hecke, in der abgelegenen Wildstaudenecke oder unter einem Obstbaum der Vermoderung überlassen werden. Schnittholzhaufen dienen Kleinvögeln als Versteck und Schlafplatz; einigen Arten sogar als Niststätte, wenn sie dort ungestört bleiben. Igel bauen sich gern unter solchen Haufen ihr Winternest oder bringen in ihrem Schutz Junge zur Welt. Noch anziehender wirken Reisighaufen, wenn sie im Laufe des Sommers von Brennesseln durchwachsen und von Brombeeren überrankt werden. Dann können sich Blindschleichen oder sogar Ringelnattern einfinden - sie lieben abgeschirmte Plätzen und moderndes Holz.

Ein Schnittholzhaufen vermodert erstaunlich schnell. Um ihn auf gleicher Höhe zu halten, muss man ihn jährlich einmal mit weiterem Holz beschicken. Seine untersten Schichten vererden - dort riecht es nach Waldboden.

Auch aufgeschichtete Brennholzstöße stellen für manche Tiere einen vor Nässe und Feinden geschützten Unterschlupf dar, ebenso Stein- und Ziegelhaufen. Unter Steinhaufen ziehen sich gern Molche zurück, nicht nur während des Winters, auch im Sommer, den sie großenteils außerhalb ihres Laichgewässers verbringen. Ihnen behagt vor allem die gleichmäßige Feuchtigkeit, der Schutz vor unmittelbarem Sonnenlicht und die ausgeglichene Temperatur eines solchen Ortes. Auch Erdkröten wissen diese Plätze zu schätzen. Als Schneckenvertilger leisten sie dem Garten beste Dienste.

Beispiel Ziegelhaufen: An einer Südwand waren jahrelang flache Dachziegel, sogenannte Biberschwänze, aufgestapelt. Die Tonplatten waren von kanpp bleistiftdicken Holzräumen durchzogen. Diese Löcher sagten offenbar der Rostroten Mauerbine (Osmia rufa) so zu, dass diese sonst eher einzeln lebende Art hier zu Aberhunderten ihre kleinen, aus Lehm gemauerten Zellen mit Blütenpollen für die Brut anlegte. An manchen Tagen im Mai summte es hier wie an einem Bienenstand.

Informationen entnommen aus Ökogarten der VHS Völklingen: Förderung von Nützlingen – Reisighaufen und Wildgehölzhecken. 26. März 2012.
Im Ökogarten Völklingen haben wir sogenannte Wildgehölzhecken angelegt. Grobes Astmaterial oder auch Gartenabfälle werden je nach Anfall darauf geschichtet. Man kann auf diese Art und Weise auch eine natürliche Abtrennung des Gartens zum benachbarten Grundstück aufbauen. Durch das Nisten und Aufhalten in den Gehölzstreifen bringen die Vögel Wildsamen mit ein, sodass eine neue Wildhecke wachsen kann. So geschieht dies auch in der Natur.

In diesen Reisighaufen können sich Igel, Blindschleichen, Kröten, Ringelnattern ansiedeln oder Unterschlupf beziehen. Weiterhin finden wir zahlreiche Käfer, insbesondere Laufkäfer und Kurzflügler. Kurzflügler haben einen flachen Körperbau.

Die Flügel sind zu kleinen Paketen zusammengefaltet. Besonders auffallend ist der schöne Goldlaufkäfer, den Sie bestimmt schon des Öfteren gesehen haben. Diese Insekten wagen sich sogar an die größeren Schnecken. Jungschnecken und Schneckeneier sind beliebte Speise der Tiere. Alle genannten Tierarten sind nachtaktiv.

Für den Igel genügt zur Überwinterung auch ein großer Laubhaufen. Beim Wegräumen in einem benachbarten Garten haben wir im Frühjahr eine ganze Igelfamilie gefunden. Es ist ratsam, die Reisighaufen und wilden Ablagerungen von Geäst im Garten erst im späten Frühjahr abzuräumen und zu häckseln. Viele Tiere werden es uns danken. Wenn wir die Reisighaufen abräumen, bitte Vorsicht walten lassen, um die Tiere mit der Grabe- oder Mistgabel nicht zu verletzten.


Blumenbeete

Informationen entnommen aus Ökogarten der VHS Völklingen: Förderung von Nützlingen – Blumenbeete. 26. März 2012.

Für die Bestäubung aller Pflanzen sind Wildbienen und Bienen wichtig. Der Rückgang der Bienen führt immer öfter zur Nichtbefruchtung der Blüten, was in den Hausgärten zu weniger oder keiner Ernte führt. Blumen sind nicht nur etwas für das Auge und die Seele. Lassen Sie mal ein Stück Wiese oder Rasen als Wildwiese ausblühen und Sie werden staunen, welche Vielfalt in Ihrem Garten herrscht. Aber auch die Aussaat von Blumen zieht die Bienen und andere Insekten an. Die Aussaat der Ringelblume bietet viele Vorteile. Sie wirkt gegen Nematoden, kann als Heilsalbe Verwendung finden, sät sich selbst aus. Auch der Samen ist leicht zu gewinnen. Dort, wo im Garten Platz ist, kann die Ringelblume als Grünsaat nur empfohlen werden. Auch die Blüten des Borretsch locken die Bienen an. Als Randbepflanzung am Beet ist der Borretsch zu empfehlen. Allerdings entwickeln diese Pflanzen eine große Blattmasse und benötigen den dafür notwenigen Platz.

Will man sich gerne an Schmetterlingen erfreuen, sollte man einen Fliederbusch pflanzen. Der Schmetterlingsflieder (Buddleja davidii) sorgt für reges Treiben um die wohlduftenden Blüten.


Blumenwiese

Informationen entnommen aus Michael Lohmann: Wir tun was für mehr Natur im Garten. Aktion Ameise; herausgegeben von Gunter Steinbach. Franz Schneider Verlag GmbH; München, 1986. ISBN 3-505-09339-4.

Zwischen Golfplatz-Grün und Naturwiese liegen viele Kompromißlösungen: Inseln mit Margeriten und Lichtnelken im kurzgeschnittenen Gebrauchsrasen; "Wiesen auf Zeit", die erst Mitte Mai gemäht werden; auf ihnen blühen Gänseblümchen, Ehrenpreis, Löwenzahn und Günsel; sie verwandeln sich nach der Mahd wieder in einer begehbaren Rasen. Die wirklich naturnahe Sommerwiese kann sich am besten in größeren Gärten entfalten.

In unserem Klima entstanden Wiesen hauptsächlich durch die Rodungsarbeit der Menschen. Regelmäßige Mahd oder Weide halten die Pflanzengesellschaften des Grünlandes frei von Gehölzen. Neben den Salzwiesen der Küste und der Dünenvegetation wachsen bei uns natürliche Rasen nur auf sehr flachgründigem Boden über Fels (Steinfluren) oder oberhalb der Baumgrenze im Gebirge (alpine Matten). Beide Pflanzengesellschaften sind botanische Fundgruben und eine bunte Augenweide vom Frühling bis zum Herbst, sofern nicht gedüngt wird. Die Pflanzen der Magerrasen vertragen keine künstliche Zufuhr von Nährstoffen in Form von Mineraldüngern, Jauche, Mist oder Kompost. Auf fruchtbarer Gartenerde kann also kein Magerrasen gezogen werden. Dafür wird kiesiger Aushub ohne Humusdecke gebraucht. Die Artenzusammensetzung eines Halbtrockenrasens hängt entscheidend davon ab, ob im Untergrund Kalk (alkalisch) oder Silikat (sauer) überwiegt. Die zarten Gräser und Kräuter bilden nur lichte Bestände, aber ihr Anblick ist immer erfreulich, ob sie nun blühen oder ob goldglänzende Halme der Gräser sich im Wind wiegen. Hier können Adonisröschen, Kuhschellen und Heidenelken gepflanzt werden.

Stark gedüngte Wiesen entwickeln sich ins Blatt, weniger in die Blüte; sie sind grün, nicht bunt. Wenige Arten herrschen vor; der üppigen Löwenzahnblüte folgen Hahnenfuß, Wiesenkerbel und Bärenklau. Es gibt, besonders in Gebirgslagen und im Voralpenland, auch recht bunte Wirtschaftswiesen, wenn sie nicht überdüngt sind und über genügend Kalk verfügen. Sowohl bei der Neuanlage als auch bei der Umwandlung eines bestehenden Rasens muß der Standort für eine naturnahe Wiese meist ausgemagert werden. Ihr solltet dann weder düngen noch wässern, das Mähgut darf nicht liegenbleiben, denn es wirkt wie eine Düngung.

Die artenreiche, farbenfrohe und summende Wiese bedarf der Vorbereitung des Bodens, der Anlage durch geeignetes Saatgut und der Pflege durch wenige Jahresschnitte zum richtigen Zeitpunkt. Artenreiche Samenmischungen aus heimischen Wilfpflanzen bedeuten ein Angebot an den Standort. Was bleibt, bestimmt die Wiese selbst.

Die dichtgeschlossene Grasnarbe eines Rasens stellt für Neuankömmlinge ein großes Hindernis dar. Kommen neue Samen überhaupt zum Keimen, dann verkümmern die meisten Keimpflänzchen, weil sie nicht genug Licht erhalten. Für die Ansiedlung blühender Kräuter muss an verschiedenen Stellen die Grasnarbe aufgehackt werden, um für offene Erde zu sorgen; vorzugsweise hier sollten Wildkräutersamen eingesät werden.

Wer ökologischen Forscherdrang und Geduld hat, verzichtet ganz auf das Säen und überläßt die Entwicklung möglichst von Anfang an der Natur. Wenn gesät wird, dann dünn, damit Platz bleibt für Neuzugänge durch natürlichen Samenflug. Natürlich kann auch mit selbstgesammelten Samen von Wildkräutern nachgeholfen werden.

Neben der Bodenbeschaffenheit und Klima spielen Häufigkeit und Zeitpunkt der Mahd eine entscheidende Rolle für die Entwicklung der Wiese. Welchen Zweck soll die Wiese erfüllen? Wird die Fläche nur wenig begangen, braucht ihr auch nur selten zu mähen. Starkwüchsige Wiesen erfordern wenigstens zwei Schnitte: den ersten nach der Samenreife vieler Frühjahrsblüher, also je nach Klima und Jahr Mitte bis Ende Juni, den zweiten nach der Samenreife der Sommerblüher, so spät wie möglich im Herbst. Wenn die Wiese schütterer und magerer geworden ist, genügt ein Herbstschnitt im Oktober. Niedergetretenes Gras sieht häßlich aus, stört die Blütenbildung der Kräuter und läßt sich nur noch schwer mähen. Rasen und Wiesen in Hausnähe sollten in der Regel begehbar bleiben. Als Lösung bietet sich die Anlage von Trittpfaden an, die durch regelmäßiges Mähen mit dem Rasenmäher oder einer Sichel kurzgehalten werden.

Naturnahe Wiesen beherbergen ein Heer von Tieren: Spinnen, Fliegen, Hautflügler, Heuschrecken, Grillen, Kleinzikaden, Käfer. Für viele Arten ähnelt die Mahd einem Weltuntergang. Soll eine reiche Fauna erhalten werden, sollte die Wiese nicht in einem Zug abgeräumt werden, sondern stückweise, so dass immer genügend Ausweichmöglichkeiten bleiben. Damit können gleichzeitig Erfahrungen für den besten Mähzeitpunkt gesammelt werden. Wie wird gemäht? Je höher das Gras steht, desto mehr Schwierigkeiten macht es dem normalen Rasenmäher. Er ist dafür nicht gebaut. Aber es gibt auch Gartenmäher, die die hohes Gras bewältigen. Am besten eignet sich der Balkenmäher - er funktioniert unabhängig von der Höhe des Grases.

Das umweltfreundlichste und billigste Mähgerät ist die gute alte Bauernsense. Kleinstflächen, auf denen sie schwer gehandhabt werden kann, wird besser mit mit der Sichel bearbeitet. Das Mähen mit der Sense ist nicht schwer, aber es will gelernt sein. Sauberes Mähen setzt eine rasiermesserscharfe Sense voraus. Auf die Dauer reicht der Wetzstein allein nicht aus, die Sense muss in größeren Zeitabständen gedengelt werden.


Gartenhecken

Informationen entnommen aus Michael Lohmann: Wir tun was für mehr Natur im Garten. Aktion Ameise; herausgegeben von Gunter Steinbach. Franz Schneider Verlag GmbH; München, 1986. ISBN 3-505-09339-4.

Selbst die gestutzte Lebensbaum- oder Thujahecke dient verschiedenen Vogelarten als begehrter Nistplatz. Natürlich liegt der ökologische Wert von Wildhecken aus heimischen Straucharten weit höher. Bei der Entscheidung Schnitt- oder Wildhecke geht es aber nicht nur um die Ökologie, sondern oft um den Platz. Eine Schnitthecke kommt mit einer Breite von höchstens 1m aus; einer Wildhecke sollte je nach Höhe und Pflanzenarten den zwei- bis vierfachen Platz eingeräumt werden. Bei kleinen Gärten wird man sich deshalb mit einer Schnitthecke begnügen müssen. Aber auch die muss keine Monokultur sein! Gemischte Schnitthecken sehen zwar vor allem im Frühling und Herbst etwas scheckig aus, aber doch schöner als einförmige Grünwände.

Hecken, vor allem Wildhecken, haben im Garten mehrfache Bedeutung: Sie stellen die artenreiche Lebensgemeinschaft der Saumgesellschaften dar, in denen sich Elemente des Waldes und des Feldes (der Wiese) durchdringen. Sie bieten Insekten, Vögeln, Kleinsäugern und anderen Tieren Versteck- und Nahrungsmöglichkeiten. Das gilt besonders für Vögel, die hier gute Nistplätze sowie Nahrung im Altlaub und am Boden finden, aber auch viele Beeren im Herbst. Die Hecke ist gewissermaßen der Wald des Gartens. Außerdem verbesssert die Hecke durch Windschutz das Kleinklima des Gartens; der Boden im Heckenbereich bleibt länger feucht.

Es gibt ungefähr 20 Straucharten und Kleinbäume der heimischen Flora, die sich für freiwachsende Hecken im Garten eignen. Freilich sind einige Arten davpn Standortspezialisten, die man nicht überall pflanzen kann. Vor allem sollte ihre Vorliebe für Extreme beachtet werden:

mager, trocken, warm, sonnig: Schlehe, Felsenbirne, Sanddorn, Hundsrose, Wacholder

nahrhaft, feucht, halbschattig: Wilde Stachelbeere, Berberitze, Wilde Johannisbeere, Heckenkirsche, Wasserschneeball, Liguster, Korbweide, Faulbaum, Roter Holunder

Die Einteilung ist etwas grob. Zum Beispiel braucht der Sanddorn "wasserzügige", nicht aber eigentlich trockene Böden. Auch die Berberitze kommt in Auwäldern gern auf Kiesrücken vor. Die Bodenansprüche der beiden sind also gar nicht so verschieden, wie es nach dieser Liste erscheinen mag. Dann gibt es die vielen Arten, die mit den durchschnittlichen Bedingungen jedes Hausgartens auskommen: Wolliger Schneeball, Hartriegel, Kornelkirsche, verschiedene Weiden, Pfaffenhütchen, Hasel, Weißdorn, Schwarzer Holunder.

Am fülligsten entwickelt sich eine Wildhecke, wenn man sie dreireihig pflanzt, wobei die höheren Arten in der mittleren Reihe stehen. Dabei können die niedrig bleibenden Sträucher der Außenreihen ruhig ziemlich dicht (80-100 cm) neben der Hauptreihe stehen, da die höheren Arten später unten leicht verkahlen. Oder die Außenreihen werden erst später gepflanzt, wenn die Hauptreihe schon höher steht. Für die Randreihen eignen sich: Stachel- und Johannisbeere, Berberitze, Heckenkirsche und andere. Man kann auch niedrige Blütensträucher verwenden: Apfelrose, Spiräen, Fingerstrauch.

Die Feldhecken wurden früher immer "geschneitelt" oder "geknickt" (daher der Name "Knick" für Hecken in Norddeutschland). Das fördert die Verjüngung und beugt der Verkahlung vor.

Hecken, die etwas lockerer gehalten werden, bieten ein- und mehrjährigen Blütenpflanzen des Waldrandes Entfaltungsraum, unter ihnen viele reizvolle Frühblüher: Märzenbecher, Scharbockskraut, Schlüsselblume, Windröschen, Leberblümchen, Maiglöckchen, Goldstern, Lerchensporn, Lungenkraut, Aronstab, Blaustern und andere.

Weitere Hintergrundinfos zu Hecken auf der Seite zum Baumschnitt-Workshop.


Heilkräuter und Wildgemüse

Informationen entnommen aus Michael Lohmann: Wir tun was für mehr Natur im Garten. Aktion Ameise; herausgegeben von Gunter Steinbach. Franz Schneider Verlag GmbH; München, 1986. ISBN 3-505-09339-4.

Hier können nur einige wenige Beispiele genannt werden: Löwenzahn, Gänseblümchen, Sauerampfer, Scharbockskraut (vor dem Blühen), Giersch, Brennessel, Schafgarbe, Spitzwegerich, Huflattich, Vogelmiere, Brunnenkresse, Bärlauch, Gänsedistel, Frauenmantel, Johanniskraut, Steinklee, Schachtelhalm, Hohlzahn, Hirtentäschel, Brombeere, Pfefferminze, Thymian, Salbei und Kümmel.

Der Nutzen unserer Wildkräuter im Garten reicht noch weiter: Allerweltsgewächse wie die Brennessel ergeben wertvolle Pflanzenjauchen mit Dünge- und Heilkräften für Boden und Nutzpflanzen. Aus Brennessel, Schafgarbe, Kamille und anderen Kräutern können Präparate zur Kräftigung des Pflanzenwachstums bereitet werden.


Zeigerpflanzen

Viele Wildpflanzen zeigen durch ihr Auftreten, wie der Boden, auf dem sie gedeihen, beschaffen ist. Man nennt sie Zeigerpflanzen. Diese Pflanzen stellen oft fein abgestufte, unterschiedliche Ansprüche an ihre Umwelt, besonders an den Boden, so dass sich unter bestimmten Bedinungen ähnlich zusammengesetzte Pflanzengesellschaften einstellen. Unsere Liste nennt solche Zeigerpflanzen. Freilich gibt es Arten, die sich unter recht unterschiedlichen Bedingungen ausbreiten; man nennt sie Universalisten. Zu ihnen zählt zum Beispiel der Löwenzahn, der Breit- und Spitzwegerich. Wie leicht zu beobachten ist, hat auch der Breitwegerich eine besondere Fähigkeit: Er kann auf stark verdichteten Böden wachsen und verträgt es, dass er von Tieren und Menschen immer wieder getreten wird.

Saure Böden: Acker-Frauenmantel (Aphanes arvensis), Kleiner Ampfer (Rumex acetosella)

Kalkreiche Böden: Blauer Gauchheil (Anagallis foemina), Kleine Wolfsmilch (Euphorbia exigua), Acker-Haftdolde (Caucalis platycarpus)

Nässe im Untergrund: Acker-Schachtelhalm (Equisetum arvensis), Huflattich (Tussilago farafara), Wasser-Knöterich (Polygonum amphibium)

Staunässe: Acker-Minze (Mentha arvensis), Gänse-Fingerkraut (Potentilla anserina), Kriechender Hahnenfuß (Ranunculus repens)

Stickstoffreiche Böden: Weißer Gänsefuß (Chenopodium album), Kleine Brennessel (Urtica urens), Rote Taubnessel (Lamium purpureum)

Sandböden: Lämmersalat (Arnoseris minima), Bauernsend (Teesdalia nudicaulis), Frühlings-Ehrenpreis (Veronica verna)

Lehmig-tonige Böden: Acker-Hellerkraut (Thlaspi arvense), Pfennigkraut (Lysimachia nummularia)


Hügel und Mulden

Informationen entnommen aus Michael Lohmann: Wir tun was für mehr Natur im Garten. Aktion Ameise; herausgegeben von Gunter Steinbach. Franz Schneider Verlag GmbH; München, 1986. ISBN 3-505-09339-4.

Der Unterschied zwischen humushaltiger, belebter Erde, Humus genannt, und mineralischem Unterboden ist zu beachten. Die belebte und fruchtbare Oberschicht reicht bei bewachsenem Grund 10-30 cm weit hinab. Darunter liegt Rohboden, toter Lehm, Kies oder Gestein. Bei Erdarbeiten sollte man diese Schichten möglichst wenig durcheinanderbringen. Humus will nicht vergraben, die vorhandene Vegetation nicht zugeschüttet werden. Deshalb trägt man vor Erdbewegungen die Grasnarbe mit der Humusschicht ab. Humusaufschüttungen von mehr als 30 cm haben keinen Sinn, weil das Bodenleben der unteren Lagen durch Luftmangel großenteils abstirbt. Deshalb lagert man vorübergehende Humusaufschüttungen nicht zu hoch und nicht länger als nötig. Rohboden dagegen kann man beliebig hoch aufschütten, sofern natürliche Bodenformen gewahrt werden.

Bei allen Höhengestaltungen des Bodens (Relief) besteht die Gefahr, dass sie sich nicht harmonisch in die Umgebung einfügen, das sie gewollt und künstlich aussehen. Die natürliche und deshalb dauerhafte Bodenform ist der Hügel, eine anmutige Kulturform der Terrasse, wenn sie nicht stur rechteckig angelegt und wenn sie mit Trockenmauern gestützt und gefasst wird. Vorhandene oder geschaffene Böschungen lassen sich mit solchen Trockenmauern aus Natursteinen abfangen, terrassenförmige Geländestufen auch mit liegenden Bahnschwellen lebendig gestalten. Palisadenwände aus senkrechten Rundhölzern wirken künstlicher.

Wenn in der Trockenmauer größere Spalten eingebaut werden, könnten sogar Blaumeisen dort einen Brutplatz finden.

Am feuchten Mauergrund wachsen Moose. Hier leben gern Schnecken; vielleicht siedeln auch deren Fressfeinde, die Blindschleichen und Kröten, an.

Es gibt viele Möglichkeiten, Bewegung ins Gelände zu bringen und damit Vielfalt in die Lebensräume. Mit einer Fuhre Kies lässt sich eine wasserzügige Böschung gestalten. Auf solchen Trockenstandorten breitet sich in wenigen Jahren eine zarte, farbige Pflanzendecke aus, in der viele Insekten Lebensraum finden. In einer Mulde kann sich Wasser ansammeln: als kleiner Teich oder als rundliches Sumpfbeet. Größere Erdarbeiten, vor allem aber die Wasserführung im Boden und im Gelände. erfordern fachliche Kenntnisse und Erfahrung.


Nisthilfen

Florfliegenbehausungen

Informationen entnommen aus Ökogarten der VHS Völklingen: Förderung von Nützlingen – Florfliegenbehausung. 26. März 2012.

Die Florfliegen oder Goldaugen fressen Blattläuse, insbesondere die Larve der Fliegen, den Ameisenlöwen. Das Insekt schimmert grün, zu erkennen an durchsichtigen, zarten Flügeln. Auffallend sind die kugelförmigen Facettenaugen. Der Ameisenlöwe hat einen völlig anderen Habitus. Der Körper ist grün-gelblich und langgestreckt. Mit bloßen Augen sind seine Zangen zu erkennen.

Doch nun zum Kasten. Der Kasten ist an einer Stelle mit einem Drahtnetz verschlossen. Ein Deckel schützt vor eindringendem Wasser. Der Kasten wird auf einen Pfosten geschraubt und in das Beet gestellt. Die Füllung erfolgt mit Stroh. Die Florfliegen ziehen sich dorthin gerne zurück und bleiben somit in der Nähe unserer Beete.


Insektennisthölzer

Informationen entnommen aus Ökogarten der VHS Völklingen: Förderung von Nützlingen – Insektennisthölzer. 26. März 2012.

Insektenhölzer sind für Wildbienen und Schlupfwespen sinnvolle Angebote. Wildbienen dienen zur Bestäubung der Obstbäume und Blütenpflanzen. Die Schlupfwespen legen mit ihrer Legeröhre die Eier in die Raupen verschiedener Insektenlarven. So wird die Raupe der Lauchmotte heimgesucht. Aus den Eiern schlüpfen in der befallenen Larve die Larven der Schlupfwespe, die die Opfer-Larve von innen heraus fressen und aushöhlen. Die Eiablage mancher Schlupfwespenarten, die im Garten auf Insektenfang gehen, legen ihre Eier in Gänge von Baumstämmen oder teil verrottetem Holz.

Für ein Insektennistholz kann man einen Holzklotz nehmen, in den wir Löcher unterschiedlichen Durchmessers bohren. Die Schlupfwespe prüft zunächst mit den Fühlern, ob der Gang zur Eiablage geeignet ist. In den Holzgang legt die Schlupfwespe ein Ei, gibt Nahrung hinzu und mauert das Loch zu. Somit kann man die Belegung leicht erkennen. Die ausgewachsenen Wildbienen oder Schlupfwespen brechen den Verschluss auf und fliegen von dannen.

Weitere Möglichkeiten sind das Zusammenbinden von Stroh, Schilf oder Bambus. Man kann diese Insekten-Nisthilfen auch in Bäume hängen. Wer einen Reisighaufen im Garten hat oder verrottetes Holz vorweisen kann, braucht sich nicht viele Gedanken zu machen.


Ohrwurmbehausungen

Informationen entnommen aus Ökogarten der VHS Völklingen: Förderung von Nützlingen – Ohrwurmbehausungen. 26. März 2012.

Der Ohrwurm ist ein Blattlausfresser. Der Name rührt daher, dass so mancher Ohrwurm schon den Weg in den Gehörgang des Menschen gefunden hat. Allerdings nur, wenn das Ohr am Boden liegt. Die Ohrwürmer haben einen flachen Körper, besetzen jede Ritze und flachen Spalt. Sie sind an ihren Abdomenzangen zu erkennen, die sie bei Gefahr aufstellen. Mit den Zangen können sie spürbar zwicken. Die Männchen haben kräftiger ausgebildete Zangen.

Die Tiere sind nachts aktiv. Es liegt nahe, den Ohrwürmern eine Behausung zum "Übertagen" anzubieten. Ein Blumentopf aus Ton wird mit Stroh oder Holzwolle gefüllt, von einem Zwiebel- oder Kartoffelnetz umgeben und am oberen Ende zusammengebunden. Ohne den Schutz des Netzes würden Vögel das Stroh bald herausziehen. Am oberen Ende, wo das Netz zusammengebunden ist, wird eine Aufhängung befestigt. Nun kann man die für Ohrwürmer attraktive Wohnung in die Obstbäume hängen. Manchmal ist es ratsam, die Behausung zu Beginn auf den Boden zustellen. So finden die Ohrwürmer direkt den Weg in die neue Wohnung. Wir haben bis zu 20 Ohrwürmer in einer Behausung festgestellt.


Vogelhäuschen und andere Nistkästen

Informationen entnommen aus Ökogarten der VHS Völklingen: Förderung von Nützlingen – Vogelhäuschen und andere Nistkästen. 26. März 2012.

Das Angebot an Nistkästen sollte in keinem Garten fehlen. Allerdings sollte man darauf achten, dass der Nistkasten gegen Katzen geschützt ist. Es ist traurig zu erleben, den Nistkasten zu öffnen und sechs kleine, tote Vögel zu sehen, deren Eltern gefressen wurden. Eine seltsam anmutende, aber preisgünstige Lösung ist eine Plastikschüssel, die nach unten geöffnet ist. Im Fachhandel gibt es auch Baumkragen aus spitzem Metall. Ein Rundholz tut es auch. Es sollte nur frei stehen und der Nistkasten in 1,80 m Höhe angebracht sein.

Für die unterschiedlichen Vogelarten kann man Nisthöhlen (Meisen) und Halbhöhlen (Gartenrotschwanz, Rotkehlchen) anbieten. Die Nistkästen kann man selbst bauen oder fertig kaufen. Für andere Tierarten wie Fledermäuse (große Insektenvertilger) gibt es besondere Behausungen im Fachhandel. Nach der Brutzeit sollte man die Vogelhäuschen säubern, denn die Vögel nutzen saubere Nistkästen im Winter die eine oder andere Nacht. Vorsicht: Handschuhe anziehen und lange Armkleidung. In den Vogelnestern ist oft der Vogelfloh anzutreffen, der sich auch am Menschen versucht und sticht.


Sand

Informationen entnommen aus Michael Lohmann: Wir tun was für mehr Natur im Garten. Aktion Ameise; herausgegeben von Gunter Steinbach. Franz Schneider Verlag GmbH; München, 1986. ISBN 3-505-09339-4.

Auch Sand kann zum Lebensraum werden. Man spricht von Extremhabitaten, also von Lebensräumen mit Bedingungen, die nur von Spezialisten der Pflanzen- und Tierwelt genutzt werden können. Die Zahl der Arten und die Zahl der Einzellebewesen (Individuen), die hier leben, ist in der Regel niedrig.

Kleine, trocken-warme Sandflächen entstehen oft unmittelbar am Mauerfuß von Gebäuden. Der Dachüberstand schützt vor Regen, die Mauer speichert und reflektiert Sonnenwärme. An solchen Stellen kann eine etwa fingertiefe Sandschicht ausgebreitet und durch Umfassungssteine zusammen gehalten werden, so dass unter günstigen Umständen bald bodennistende Hautflügler beobachtet werden können. Damit ihre Gänge und Brutstätten nicht einstürzen, brauchen sie ungewaschenen, lehmhaltigen Sand. Die Zahl der Weg- und Grabwespen und der nicht staatenbildenden (solitären) Bienenarten ist erstaunlich groß.

An Lockersandstellen legt der Ameisenlöwe (die Larve der Ameisenjungfer) oder der ebenso zangenbewehrte Engerling des Sandlaufkäfers winzige Fangtrichter an. Beide Arten lauern kleinen Laufinsekten auf. Zu ihnen zählen kleine Ameisenarten, die an den Mauerritzen oder in locker bewachsenen Sand ihre Nester anlegen.

Auf besonnten Sandplätzen können trockenliebende Pflanzen (Xerophyten) angesiedelt werden. Es müssen nicht exotische Kakteen sein. Die heimische Flora bietet von zierlichen Alpen- und Dünengräsern bis zu Mauerpfeffer und Hauswurz eine Vielzahl reizvoller Formen und Farben. Selbst trockenliebende Pflanzen brauchen ab und zu Wasser, besonders wenn sie auf sandigem Untergrund stehen.

Kleine Sandmengen sind an Fließgewässern oder Seen zu finden. Doch sollten niemals natürliche Biotope gestört werden, um ein Gartenbiotop aufzubauen! Bausande sind gewaschen. Deshalb müssen ihnen Lehm oder lehmige Erde beigemischt werden. Auch ein Gemenge aus Sand und feinem Kies erfüllt die hier gewünschten Lebensraumbedingungen, wenn wenigstens geringe Erd- oder Lehmanteile enthalten sind.


Steine und Mauern

Informationen entnommen aus Michael Lohmann: Wir tun was für mehr Natur im Garten. Aktion Ameise; herausgegeben von Gunter Steinbach. Franz Schneider Verlag GmbH; München, 1986. ISBN 3-505-09339-4.

Würden Gebäude und Mauern heute noch so gebaut wie früher, brauchte man über Steine als Lebensraumhilfe im Garten nicht viel zu reden. Heute findet man Trockenmauern aus Naturstein oder mit Magermörtel aufgesetzte Ziegelwände fast nur noch in alten Anwesen. So gingen wertvolle Lebensräume verloren. Die Mörtelfugen alter Hauswände dienten zum Beispiel zahllosen Hautflüglern (Wildbienen, Grab- und Wegwespen) als Brutplatz, die sonst ihre Gänge und Kammern in Löß von Steilwänden anlegen.

Leichter lässt sich die Trockenmauer wiederbeleben - wenigstens dort, wo Bruchsteine einigermaßen preiswert zu bekommen sind oder wo sie aus einem Steinbruch selbst geholt werden können. Diese ohne Mörtel aufgeschichteten Mauern verschönern in Form von Stützmauern am Hang oder als Zaunersatz nicht nur jeden Garten, sie bilden auch geeignete Standorte für viele Felsenpflanzen - etwa Mauerraute, Streifenfarn, Zimbelkraut, Fetthenne, Hauswurz und andere Arten.

Selbst kleine Gärten bieten Platz für eine Sitzsteinmauer. Ihre Ritzen und Fugen lassen sich wie ein Steingarten bepflanzen.

Informationen entnommen aus Ökogarten der VHS Völklingen: Förderung von Nützlingen – Steinhaufen. 26. März 2012.
Ein Steinhaufen sollte im Biogarten nicht fehlen. In den Spalten und Ritzen finden Ohrwürmer, Käfer und insbesondere Kröten Unterschlupf. Wir haben einmal einen Baumstumpf mit Steinen umrandet und aufgesetzt: Ein Paradies für viele Tierarten. Natürlich verwenden wir Natursteine, am besten die Gesteinsart, die in der Region vorherrscht. Im Saarland sind dies Kalkgesteine, Sandsteine und Basaltsteine.

Natürlich kann man bei der Gartenplanung eine Trockenmauer oder eine Kräuterspirale mit einplanen. Damit hat man mehrere Aspekte in einem Projekt vereinigt.


Wildstauden

Informationen entnommen aus Michael Lohmann: Wir tun was für mehr Natur im Garten. Aktion Ameise; herausgegeben von Gunter Steinbach. Franz Schneider Verlag GmbH; München, 1986. ISBN 3-505-09339-4.

In freier Natur bilden Gruppen mehrjähriger Krautpflanzen - man nennt sie Stauden - kleinere und größere Bestände mit Lebensraumqualität. Ein Brennesselhorst oder ein Disteldickicht hat für viele Kleintiere ähnliche Bedeutung wie der Wald für Fuchs und Reh. Die Pflanzen sollten bis in den Winter hinein ungestört stehen bleiben, dann wird dort ein reiches Insektenleben heimisch. Selbst manche kleine Vogelarten fühlen sich im Staudendickicht so geschützt, dass sie ihre Nester zwischen Stengel weben, zum Beispiel die Gartengrasmücke und der Sumpfrohrsänger. Im Winter finden Stieglitze noch Samen.

Viele Insektenarten sind durch ihren Nahrungsbedarf an bestimmte Pflanzen gebunden. So braucht die Raupe des Violetten Perlmutterfalters den Waldgeißbart als Futterpflanze, die Distelfalterraupe den Wiesenkümmel oder die wilde Möhre, die Raupe des Pfauenauges und des Kleinen Fuchses die Brennessel. Die Falter sind in ihrer Flugzeit auf bestimmte nektarreiche Blüten angewiesen. Rosen etwa nützen den Schmetterlingen nichts.

Die Zusammensetzung der Wildstaudengesellschaften hängt vom Standort ab. Klima, Kleinklima und Boden bestimmen, was von Natur aus gedeiht. Durch Samenflug siedeln sich standortgerechte Wildpflanzen meist von selbst an. Aber das Bild wird sich von Jahr zu Jahr ändern. Humusarmer Aushub muß zunächst von "Pionieren" wie Huflattich, Hirtentäschel und Strahlenloser Kamille für anspruchsvollere Pflanzen erschlossen werden. Am Heckenrand entsteht ohne viel Zutun eine Saumgesellschaft, wie sie an Waldrändern und auf Kahlschlägen (Schlagflora) zu finden sind. An einer sonnigen Kiesböschung entwickelt sich vielleicht die farbige Natternkopf-Steinkleeflur, in einem nährstoffreicheren, sonnigen Winkel ein Distel-Kletten-Gestrüpp. Die mächtigen gelben Leuchter der Königskerze lieben trocken-warmen Kiesgrund, der weißblühende Giersch breitet sich gern im Schatten aus. Zusammen mit der Brennessel bildet auch er wertvolle Kleinlebensräume als Nahrungsgrundlage für viele Insektenarten.

Auch ein naturnaher Garten erfordert Pflegeaufwand. Ein sich selbst überlassenes Grundstück kann nach ein bis zwei Jahren nicht mehr Garten, sondern nur noch Gestrüpp genannt werden. Kleinbiotope im Kultur- oder Siedlungsland bedürfen überlegter Anlage und steuernder Pflege. Dann können sie eine artenreichere Lebensgemeinschaft beherbergen, als das ohne unsere Hilfe möglich ist.


  1. "Ohne Tierausbeutung" ist eine gewagte Formulierung, da diese im Garten fast überall geschieht, denn wir nutzen und fördern die Aktivitäten bestimmter BodenbewohnerInnen und Insekten, um das Wachstum der Pflanzen zu begünstigen. Trotzdem verwenden wir diese Bezeichnung, um zu verdeutlichen, dass in der Landwirtschaft und insbesondere im gewöhnlichen Ökogartenbau eingesetzte Konzepte wie Mistdüngung nicht in Frage kommen. Wir wollen unseren Anteil an der Ausbeutung und Tötung nichtmenschlicher Tiere soweit möglich reduzieren.
  2. http://www.freeware-kiel.de/Mischkultur.htm as at March 20, 2012
  3. 3,000 3,001 3,002 3,003 3,004 3,005 3,006 3,007 3,008 3,009 3,010 3,011 3,012 3,013 3,014 3,015 3,016 3,017 3,018 3,019 3,020 3,021 3,022 3,023 3,024 3,025 3,026 3,027 3,028 3,029 3,030 3,031 3,032 3,033 3,034 3,035 3,036 3,037 3,038 3,039 3,040 3,041 3,042 3,043 3,044 3,045 3,046 3,047 3,048 3,049 3,050 3,051 3,052 3,053 3,054 3,055 3,056 3,057 3,058 3,059 3,060 3,061 3,062 3,063 3,064 3,065 3,066 3,067 3,068 3,069 3,070 3,071 3,072 3,073 3,074 3,075 3,076 3,077 3,078 3,079 3,080 3,081 3,082 3,083 3,084 3,085 3,086 3,087 3,088 3,089 3,090 3,091 3,092 3,093 3,094 3,095 3,096 3,097 3,098 3,099 3,100 3,101 3,102 3,103 3,104 3,105 3,106 3,107 3,108 3,109 3,110 3,111 3,112 3,113 3,114 3,115 3,116 3,117 3,118 3,119 3,120 3,121 3,122 3,123 3,124 3,125 3,126 3,127 3,128 http://oekogarten-voelklingen.de/themen-mischkulturen.php as at March 23, 2012
  4. 4,0 4,1 4,2 http://www.freeware-kiel.de/Projekte/MK/FW.htm as at March 20, 2012
  5. 5,0 5,1 5,2 5,3 5,4 http://oekogarten-voelklingen.de/themen-fruchtfolgen.php as at March 26, 2012
  6. 6,0 6,1 6,2 6,3 6,4 6,5 6,6 6,7 6,8 http://www.freeware-kiel.de/Mischkultur.htm as at March 23, 2012
  7. 7,00 7,01 7,02 7,03 7,04 7,05 7,06 7,07 7,08 7,09 7,10 7,11 http://www.onlinesamen.de/ as at March 28, 2012
  8. 8,0 8,1 8,2 8,3 8,4 8,5 8,6 8,7 8,8 8,9 http://www.uni-kassel.de/agrar/nue/img/publ/handbuch.pdf as at March 29, 2012
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  10. 10,000 10,001 10,002 10,003 10,004 10,005 10,006 10,007 10,008 10,009 10,010 10,011 10,012 10,013 10,014 10,015 10,016 10,017 10,018 10,019 10,020 10,021 10,022 10,023 10,024 10,025 10,026 10,027 10,028 10,029 10,030 10,031 10,032 10,033 10,034 10,035 10,036 10,037 10,038 10,039 10,040 10,041 10,042 10,043 10,044 10,045 10,046 10,047 10,048 10,049 10,050 10,051 10,052 10,053 10,054 10,055 10,056 10,057 10,058 10,059 10,060 10,061 10,062 10,063 10,064 10,065 10,066 10,067 10,068 10,069 10,070 10,071 10,072 10,073 10,074 10,075 10,076 10,077 10,078 10,079 10,080 10,081 10,082 10,083 10,084 10,085 10,086 10,087 10,088 10,089 10,090 10,091 10,092 10,093 10,094 10,095 10,096 10,097 10,098 10,099 10,100 10,101 10,102 10,103 10,104 10,105 10,106 10,107 10,108 10,109 10,110 10,111 10,112 10,113 10,114 10,115 10,116 10,117 10,118 10,119 10,120 10,121 10,122 10,123 10,124 10,125 10,126 10,127 10,128 10,129 10,130 10,131 10,132 10,133 10,134 10,135 10,136 10,137 10,138 10,139 10,140 10,141 10,142 10,143 10,144 10,145 10,146 10,147 10,148 10,149 10,150 10,151 10,152 10,153 10,154 10,155 10,156 10,157 10,158 10,159 10,160 10,161 10,162 10,163 10,164 10,165 10,166 10,167 10,168 10,169 10,170 10,171 10,172 10,173 10,174 10,175 10,176 10,177 http://www.oscorna.de/mischkultur.html as at March 24, 2012
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